Platin vor Neubewertung?
Anleger bei Platin alarmiert: Platinpreis vor gewaltiger Bewegung auf 3000 USD?
Ein Blick auf die aktuelle Gemengelage lässt nicht unbedingt einen rasanten Preisanstieg bei Platin erwarten. Und dennoch gibt es einige Indizien, die ein solches Szenario unterstützen.
- Platin steht vor Ausbruch, Hürde 2.370–2.460 US
- Anleiherenditen und Ölpreise steuern Platin
- Strukturelles Defizit sichert Unterseite bei 1.700
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
Aktuelle Platinpreisentwicklung – Da braut sich etwas zusammen
Platin litt zuletzt wie Gold und Silber unter den hohen Anleiherenditen und dem Erstarken des US-Dollars. Die eskalierten Preise für Brent Öl und WTI Öl hatten die Inflationssorgen befeuert und die manifestierten sich wiederum in anziehenden Anleiherenditen. Besonders eindrucksvoll war im März der Anstieg der Renditen der für die Betrachtung wichtigen 10-jährigen US-Staatsanleihen. Zuletzt kamen die Renditen aufgrund rückläufiger Ölpreise wieder etwas zurück. Das verschaffte nicht nur den Edelmetallen wieder Luft zum Atmen. Auch Dax, Dow Jones Ind. & Co. reagierten positiv auf die zumindest temporär zurückkommenden Anleiherenditen und die vermeintliche Entspannung im Nahen und Mittleren Osten. Doch die Freude über die Waffenruhe währte nicht lange. Nach und nach rückte ihre Zerbrechlichkeit in den Fokus. Die Nervosität unter Anlegern und Investoren nahm zu und die Anleiherenditen legten zuletzt wieder zu. Die Erholungsversuche von Gold, Silber, Platin und Palladium endeten abrupt. Besonders brisant ist die Konstellation bei Platin.
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Platin – Das Chartbild verlangt nach einer Klärung
In der letzten Platin-Kommentierung an dieser Stelle am 11. März wurden die Chartformation eines fallenden Dreiecks und die entsprechenden Risiken auf der Unterseite thematisiert. Damals notierte der Platinpreis noch im Bereich von 2.200 US-Dollar. Es kam, wie es kommen musste. Das fallende Dreieck (rot dargestellt), eine tendenziell bärische Chartformation, entfaltete seine Wirkung. Der Platinpreis fand sich zügig im Bereich von 1.750 US-Dollar wieder. Dort verlief zudem die 200-Tage-Linie. Die jüngste Erholung führte Platin wieder zurück über die 2.000 US-Dollar. Gleichzeitig wandelte sich das Chartbild. Die Preisentwicklung der letzten Wochen lässt sich nunmehr in das Korsett einer bullischen Keil-Formation (grün dargestellt) pressen. Das lässt wiederum einen ganz anderen Interpretationsansatz zu.
Der obere Chart zeigt, dass sich Platin in einer wichtigen Phase befindet. Der Ausbruch aus dem Keil ist angelaufen. Er geriet jedoch ins Stocken, nachdem sich die Euphorie über die Waffenruhe legte und die Finanzmärkte die Situation etwas realistischer bewerteten. Insofern muss Platin jetzt nach setzen, will das Edelmetall seine Comeback-Geschichte fortsetzen. Vor diesem Hintergrund kommt dem Preisbereich von 2.370 US-Dollar bis 2.460 US-Dollar eine große Bedeutung zu. Über diese Hürde muss Platin.
Fazit – Steht der Platinpreis jetzt vor einer gewaltigen Bewegung auf 3000 USD?
Erst die Zukunft wird auf diese Frage eine abschließende Antwort geben. Doch der Anfang ist gemacht. Die Ausgangslage ist nicht die schlechteste. Allerdings muss Platin nun das Momentum ankurbeln. Anleger sollte die Entwicklung der Anleiherenditen genau im Auge haben, die wiederum derzeit mit den Ölpreisen korrespondieren.
In den letzten Wochen traten fundamentale Aspekte zwar etwas in den Hintergrund, doch an der Lage hat sich nichts geändert. Platin befindet sich noch immer in einem strukturellen Defizit. Anders ausgedrückt: Der Preis sollte auf der Unterseite abgesichert sein. Dennoch sollte es unter charttechnischen Aspekten nicht mehr unter die 1.750 US-Dollar / 1.700 US-Dollar gehen. Anderenfalls würde eine Neubewertung der Lage notwendig werden. Mit Blick auf die Oberseite gilt: Der Platinpreis hat derzeit Luft, um bis auf 2.460 US-Dollar zu laufen. Sollte der Ausbruch über die 2.460 US-Dollar gelingen, würde sich dem Edelmetall weiteres Aufwärtspotenzial in Richtung 3.000 US-Dollar eröffnen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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