Energie sorgt für Angst
Deutschlands Wirtschaft sendet ein Alarmsignal – so ernst ist die Lage!
Die deutsche Industrie startet schwach ins Jahr. Trotz starker Exporte wächst der Druck durch hohe Energiepreise und neue Unsicherheit im Nahen Osten. Kippt jetzt die Hoffnung auf Erholung?
- Industrieproduktion im Februar minus 0,3 Prozent
- Hohe Energiepreise und Nahostkonflikt als Risiko
- Exporte im Februar stiegen, Gesamtbild verhalten
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Die deutsche Industrie hat im Februar überraschend nachgegeben. Die Produktion sank im Monatsvergleich um 0,3 Prozent. Vor allem das Baugewerbe und die Konsumgüterindustrie belasteten. Das weckt schon vor dem Iran-Krieg Zweifel an einer schnellen Erholung der größten Volkswirtschaft Europas.
Etwas besser sah es im Außenhandel aus. Die Exporte stiegen im Februar um 3,6 Prozent, die Importe um 4,7 Prozent. Beide Werte lagen über den Erwartungen. Trotzdem bleibt das Gesamtbild verhalten. Deutschlands führende Forschungsinstitute trauen der Wirtschaft in diesem Jahr nur noch ein Wachstum von 0,6 Prozent zu.
Auch das Wirtschaftsministerium warnt vor neuen Belastungen:
"Aktuelle Umfragen deuten angesichts erhöhter geopolitischer Unsicherheit auf eine Abschwächung der Industriekonjunktur im zweiten Quartal hin."
Entscheidend werde sein, wie sich der Konflikt im Nahen Osten weiter entwickle.
Bloomberg Economics sieht die Risiken vor allem bei den Energiepreisen. Ökonom Martin Ademmer erklärte, höhere Öl- und Gaspreise könnten energieintensive Branchen treffen und die Erholung der Industrie abwürgen. Chemiekonzerne wie BASF und Lanxess hatten bereits vor den Folgen gewarnt. Auch Lufthansa verwies auf mögliche Engpässe bei Kerosin.
Etwas Hoffnung kommt von der Politik. Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben sollen die Nachfrage stützen. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßte die vereinbarte Waffenruhe und forderte Verhandlungen, um eine "schwere globale Energiekrise" zu verhindern.
Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research sprach von durchwachsenen Februardaten. Die Industrieproduktion habe enttäuscht, die Exporte dagegen positiv überrascht. Unter dem Strich deute aber vieles auf einen schwachen Jahresauftakt hin. Staatliche Aufträge könnten im weiteren Jahresverlauf für etwas Rückenwind sorgen.
Für den deutschen Aktienmarkt sind das keine guten Nachrichten. Der DAX erholte sich gerade erst nach dem erzielten Waffenstillstand im Nahen Osten.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
