Hormus faktisch dicht
Ölpreis steigt trotz Waffenruhe: Droht jetzt der nächste Schock?
US-Medien berichten, dass die Straße von Hormus faktisch geschlossen sei. Die Tehran Times titelt gar: "Iran sperrt Straße von Hormus." Der Ölpreis steigt daraufhin, trotz Waffenruhe.
- Straße von Hormus faktisch geschlossen unter Iran
- Rund 20 Prozent des weltweiten Ölangebots betroffen
- Förderländer am Golf stilllegen rund 13 Millionen Barrel
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Die Waffenruhe sollte den Ölmarkt beruhigen. Stattdessen ist der Ölpreis am Freitag laut CNBC angestiegen. Grund dafür ist, dass die Hoffnung auf eine schnelle Entspannung in der Straße von Hormus vorerst zerplatzt ist.
Denn ausgerechnet an der wichtigsten Schlagader des globalen Ölhandels läuft der Verkehr dem Bericht zufolge weiterhin nicht normal. Sultan Ahmed Al Jaber, Chef der staatlichen Ölgesellschaft von Abu Dhabi, stellte klar: Die Passage ist faktisch nicht offen. Schiffe dürfen demnach nur eingeschränkt und unter iranischer Kontrolle passieren.
Die Therean Times titelt gar: "Israel verstößt mit brutalen Angriffen auf den Libanon gegen den Waffenstillstand; Iran sperrt Straße von Hormus."
Das wäre für den Markt brandgefährlich. Vor den Angriffen liefen rund 20 Prozent des weltweiten Ölangebots durch die Meerenge. Laut dem Kpler-Analysten Matt Smith haben die Förderländer am Golf wegen der Störungen inzwischen rund 13 Millionen Barrel pro Tag stillgelegt.
Dazu kommt neuer Druck aus Saudi-Arabien. Ein Angriff auf die wichtige Ost-West-Pipeline zum Roten Meer reduzierte die Durchleitung um 700.000 Barrel pro Tag. Weitere Attacken auf die Förderanlagen Manifa und Khurais drückten die saudische Produktion demnach um weitere 600.000 Barrel pro Tag. Auch Raffinerien wurden getroffen.
Für Anleger ist die Botschaft klar: Eine Waffenruhe allein reicht dem Markt nicht. Solange die Straße von Hormus nicht wirklich frei ist und saudische Infrastruktur ausfällt, bleibt der Ölpreis anfällig für den nächsten Anstieg.
Am Freitagmorgen notiert Rohöl der Sorte WTI leicht im Plus. Ein Barrel kostet derzeit 97,94 US-Dollar. Rohöl der Sorte Brent steht hingegen minimal im Minus und kostet aktuell 96,23 US-Dollar je Barrel.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

