Ferienchaos am Flughafen
Lufthansa-Flieger bleiben am Boden
Osterreise-Chaos bei Lufthansa: Die Kabinengewerkschaft UFO streikt am Freitag ganztägig – und das an zwei der größten deutschen Flughäfen. Was steckt hinter dem Arbeitskampf?
- UFO-Streik legt Frankfurts und Münchens Flüge lahm
- CityLine soll ersetzt werden, rund 800 Jobs bedroht
- Hohe Zustimmung in Urabstimmungen bei 94% und 99%
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Ausgerechnet am Osterreise-Freitag legt die Lufthansa-Kabinengewerkschaft UFO die Arbeit nieder. Von Mitternacht bis 22 Uhr sind alle Abflüge der Kerngesellschaft von Frankfurt und München bestreikt – den beiden wichtigsten Drehkreuzen des Konzerns. Gleichzeitig trifft der Ausstand die Regionaltochter Lufthansa CityLine an neun deutschen Flughäfen, darunter Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart. Dort fallen allein acht Verbindungen aus.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: UFO-Chef Joachim Vázquez Bürger räumt zwar ein, dass der Streik Rückreisende hart treffe, macht aber unmissverständlich klar, wer aus Gewerkschaftssicht die Verantwortung trägt. Lufthansa habe monatelang kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Dass die Beschäftigten diesen Kurs mittragen, zeigt die Urabstimmung Ende März: Bei der Kerngesellschaft votierten rund 94 Prozent für einen Arbeitskampf, bei CityLine waren es knapp 99 Prozent.
Der Konflikt hat zwei Stränge. Bei der Kerngesellschaft dreht sich der Streit um den Manteltarifvertrag, also grundlegende Arbeitsbedingungen. Bei CityLine geht es um die Existenz von rund 800 Beschäftigten: Das Management plant, den Flugbetrieb der Regionaltochter im kommenden Jahr einzustellen und durch eine neue Gesellschaft namens Lufthansa City Airlines zu ersetzen. Einen Sozialtarifvertrag, der Abfindungen und Schutzregelungen sichern würde, verweigere Lufthansa bislang, so UFO.
An der Börse reagierten Anleger empfindlich: Die Lufthansa-Aktie verlor am Donnerstag zeitweise mehr als 4 Prozent und notiert damit seit Jahresbeginn rund 8 Prozent im Minus. Nach der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hatte die Aktie am Mittwoch noch stark zugelegt. Am Freitagmorgen notiert die Aktie leicht im Minus, bei rund 7,80 Euro.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Deutsche Lufthansa Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,43 % und einem Kurs von 7,856EUR auf Tradegate (10. April 2026, 09:31 Uhr) gehandelt.
