Das sollte nervös machen
SAP-Aktie halbiert – und der CEO warnt selbst vor "kurzfristigen Schmerzen"
Halbiert seit dem Hoch, gehört SAP 2026 zu den schwächsten DAX-Werten. Jetzt warnt sogar CEO Christian Klein vor "kurzfristigen Schmerzen". Der Umbau durch KI könnte die Lage weiter verschärfen.
- SAP-Aktie seit Hoch halbiert und schwach im DAX
- Klein warnt vor kurzfristigen Schmerzen durch KI
- Umbau durch KI führt kurzfristig zu Kursvolatilität
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Die Aktie des Softwarekonzerns SAP hat seit ihrem Rekordhoch im Februar 2025 massiv an Wert verloren. Nach einem Zwischenhoch von mehr als 280 Euro hat sich der Kurs inzwischen halbiert. Allein im laufenden Jahr summiert sich das Minus auf rund 33 Prozent, womit das Unternehmen zu den schwächsten Werten im DAX zählt. Auch eine kurzfristige Erholung konnte den Abwärtstrend zuletzt nicht stoppen.
Als Hauptgrund gilt die wachsende Unsicherheit rund um den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Investoren fürchten, dass neue Technologien klassische Softwarelösungen verdrängen könnten. Konzernchef Christian Klein versucht gegenzusteuern, stimmt Anleger jedoch zugleich auf eine schwierige Übergangsphase ein. In einem Beitrag für die Financial Times warnte er vor "kurzfristigen Schmerzen" und verwies darauf, dass tiefgreifende technologische Umbrüche zunächst häufig mit Belastungen einhergehen.
Unterstützung erhält diese Einschätzung von Analysten. Toby Ogg von JPMorgan sieht in Kleins Aussagen einen weiteren Hinweis auf den notwendigen Umbau des Geschäftsmodells. Künstliche Intelligenz werde Unternehmenssoftware zwar nicht ersetzen, zwinge Anbieter jedoch dazu, ihre Systeme grundlegend weiterzuentwickeln. Der Wandel erinnere an den Übergang in die Cloud vor einigen Jahren, als SAP ebenfalls vorübergehend sinkende Margen hinnehmen musste, um langfristig ein stabileres Geschäftsmodell aufzubauen.
Klein selbst weist die These zurück, Software könne durch KI vollständig ersetzt werden. Vielmehr entstehe der Wert neuer Technologien zunächst in Infrastruktur und Modellen, bevor er wieder stärker in Anwendungen und konkrete Geschäftslösungen wandere. "Die Märkte verwechseln oft den Ort, an dem Wert zuerst entsteht, mit dem Ort, an dem er letztlich Bestand hat", erklärte er.
Langfristig sieht der SAP-Chef deshalb weiterhin gute Chancen für die Branche. Entscheidend sei jedoch, dass Unternehmen ihre Systeme an die neuen Anforderungen anpassen. KI könne Prozesse zwar automatisieren, stoße in der Praxis aber häufig auf fragmentierte Daten und komplexe Strukturen. Gerade hier bleibe spezialisierte Unternehmenssoftware unverzichtbar. "Software wird nicht ersetzt. Von ihr wird verlangt, weitaus mehr zu leisten", so Klein.
Für Anleger bedeutet das: Der Umbau des Geschäftsmodells könnte kurzfristig für weitere Schwankungen sorgen, gilt aus Sicht vieler Experten aber als notwendiger Schritt, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

