Wahl-Krimi
Orbán verliert: Jetzt auf Ungarn setzen vor der Wahl?
Am Sonntag stehen Wahlen in Ungarn an. So wie es aussieht, wird Amtsinhaber Viktor Orbán verlieren. Wird das dem Aktienmarkt in Ungarn einen Schub geben? Und auf welche Aktien sollte man setzen?
- Orbán verliert wahrscheinlich und Markt reagiert
- OTP Bank stark gestiegen knappes Überkauftsignal
- Proeuropäische Wende stärkt Banken und Forint
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
Es sieht danach aus, als wenn der amtierende Ministerpräsident Ungarns, Viktor Orbán, die Parlamentswahlen kommenden Sonntag verlieren könnte.
Grundsätzlich gilt hier das Sprichwort: Politische Börsen haben kurze Beine – will sagen, dass die Wirkung solcher Ereignisse, wie Wahlen, nur von kurzer Dauer sind.
Im Fall von Ungarn ist es aber eine Überlegung wert, ob sich nicht grundsätzlich die politische Richtung umkehren wird, und ein damit einhergehendes Aufatmen des ungarischen Aktienmarktes von längerer Dauer sein könnte.
Besonders die Aufgabe der europakritischen Haltung, oder gar die Hinwendung mit an die Europäische Union, könnte auch internationale Investoren aufhorchen lassen.
Denn: Starke Kursverluste bei Unternehmen, die mit Orban in Verbindung stehen, sowie Volatilitätsindikatoren am Devisenmarkt, die auf potenziell extreme Bewegungen des Forint hindeuten, zeigen, dass die Anleger bereits eindeutig auf einen Wandel setzen.
Die Frage besteht nun: Welche Unternehmen und Aktien könnten von einem Wahlsieg der ungarischen Opposition profitieren?
Der ungarische Leitindex ist eher ein Leichtgewicht im Vergleich zu seinen größeren Nachbarn in Europa. Rund 80 Prozent des Index machen drei Unternehmen aus: OTP Bank, MOL Hungarian Oil and Gas und das Pharmaunternehmen Richter Gedeon. Wir konzentrieren uns auf die größte Bank und das größte Unternehmen Ungarns, die OTP Bank.
Die Aktie der OTP Bank ist sehr gut gelaufen. Die Anteilsscheine konnten 2025 gleich mehrere Mehrjahreshochs einstellen. Auf Jahressicht hat die Aktie von OTP gut 75 Prozent gewonnen. Also: Zu heiß gelaufen? Der RSI liegt bei 70, ein Hinweis, dass die Papiere leicht überkauft sind. Aber: Ein Ereignis, wie eine Wahl, kann die Aktie antreiben und sie über ihre Hochs führen.
Denn einerseits könnte das Erreichen des All-Time-Highs zu einem Abverkauf und Gewinnmitnahmen führen; und andererseits als Signal für Käufer, hier mitzugehen. Besonders im Falle eines Wahlsieges der Opposition, dürften die OTP-Papiere nochmal ordentlich Fahrt aufnehmen. Denn gerade für Banken bedeutet eine proeuropäische ungarische Regierung mehr Sicherheiten.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

