Vor den Q-Zahlen am 14. April
Pharma-Comeback? Warum Johnson & Johnson plötzlich wieder heiß ist
Vor einem Jahr herrschte Skepsis. Nun wächst die Fantasie wieder. Neue Medikamente, starke Onkologie und positive Analystenstimmen machen Johnson & Johnson kurz vor den Zahlen wieder spannend.
- Starke Erholung dank neuer Medikamente und Onkologie
- TD Cowen sieht hohes Wachstum und Kaufempfehlung
- Aktie plus 17 Prozent und positive Quartalsprognosen
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
Johnson & Johnson geht deutlich gestärkt in die Berichtssaison. Vor rund einem Jahr sah die Lage noch deutlich schwieriger aus.
Damals musste der Pharmakonzern den Verlust des Exklusivitätsschutzes für eines seiner wichtigsten Umsatzträger verkraften. Kurz vor den Zahlen zum ersten Quartal am 14. April hat sich das Bild nun gedreht. Johnson & Johnson profitiert laut Barron’s von einer starken Nachfrage nach neueren Medikamenten wie Tremfya, das 2025 zur Behandlung von Morbus Crohn zugelassen wurde.
Zudem schärft der Konzern mit mehreren Produkten sein Profil im Markt für multiples Myelom. Die Analysten von TD Cowen sehen den Konzern deshalb gut aufgestellt. Johnson & Johnson verfüge über "die Schlüsselqualitäten, die wir bei Pharmaaktien suchen", schrieben sie und bestätigten ihre Kaufempfehlung sowie das Kursziel von 250 US-Dollar.
Besonders stark trauen die Analysten dem Onkologiegeschäft weiteres Wachstum zu. Mit Produkten wie Darzalex, Tecvauli und Carvykti verfüge Johnson & Johnson über ein starkes Angebot bei multiplem Myelom. Hinzu komme eine "beneidenswerte Position in der Dermatologie und Gastroenterologie". Auch im Bereich Psychiatrie zählt TD Cowen den Konzern zu den wenigen wichtigen Akteuren in einer aus ihrer Sicht wieder attraktiveren Kategorie.
Der Onkologiebereich war 2025 bereits der wichtigste Umsatztreiber des Unternehmens. TD Cowen erwartet, dass das Geschäft bis 2032 auf 58,2 Milliarden US-Dollar Umsatz wächst. Das entspräche einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 13 Prozent. Das vom Management ausgegebene Ziel von 50 Milliarden US-Dollar Umsatz bis 2030 sei laut den Analysten "ehrgeizig, aber erreichbar".
Schwächer sieht es im kardiometabolischen Geschäft aus. Dort belasten rückläufige Lizenzzahlungen für Xarelto nach dem Auslaufen der Exklusivität. Johnson & Johnson hatte das Medikament gemeinsam mit Bayer entwickelt. Hoffnung setzt der Markt nun auf neue Pipeline-Produkte wie das Gerinnungsmittel Milvexian, das laut TD Cowen mehr sein könnte als nur ein Ersatz.
An der Börse kommt der Strategiewechsel gut an
Die Aktie hat in den vergangenen drei Monaten um die 17 Prozent gewonnen und damit deutlich besser abgeschnitten als der S&P 500. Für das erste Quartal rechnet der Marktkonsens laut Barron’s mit einem bereinigten Gewinn von 2,69 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 23,6 Milliarden US-Dollar. Das entspräche einem Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Für das Gesamtjahr erwarten Analysten einen bereinigten Gewinn von 11,57 US-Dollar je Aktie und einen Umsatz von 100,6 Milliarden US-Dollar.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
