Konter gegen Anthropic
KI-Wettrennen eskaliert: OpenAI setzt Rivalen unter Druck
OpenAI sieht sich klar vor Anthropic. Massive Investitionen in Rechenleistung sollen den Unterschied machen. Doch der Rivale rüstet bereits auf.
- OpenAI sieht sich mit deutlich mehr Rechenleistung
- Anthropic investiert 50 Milliarden und kooperiert
- Konflikt über Investitionsstrategie und Tempo
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Im Wettbewerb der KI-Giganten verschärft sich der Ton. OpenAI hat Investoren mitgeteilt, dass der Konzern seinem Rivalen Anthropic bei der entscheidenden Ressource Rechenleistung deutlich voraus sei. Grundlage sei ein früher und aggressiver Ausbau der Infrastruktur.
Laut einem von Bloomberg eingesehenen Schreiben habe OpenAI seine Kapazitäten "schnell und kontinuierlich" erhöht. Das verschaffe dem Unternehmen Vorteile in einer Phase stark wachsender Nachfrage nach KI-Anwendungen.
"Compute ist der Engpass"
OpenAI macht die strategische Bedeutung klar. "Diese Lücke ist von Bedeutung, da die Rechenleistung mittlerweile eine Produktbeschränkung darstellt", heißt es in dem Memo. Das Unternehmen sieht darin einen zentralen Faktor für die Skalierung seiner Software.
Hintergrund ist die wachsende Konkurrenz durch Anthropic, das mit neuen Modellen Marktanteile gewinnt und einen Börsengang prüft. Gleichzeitig kämpfte das Unternehmen zuletzt mit Ausfällen, ausgelöst durch hohe Nachfrage.
Zahlen zeigen wachsende Differenz
OpenAI beziffert seine verfügbare Leistung für 2025 auf 1,9 Gigawatt. Das entspricht etwa der Stromversorgung von rund 750.000 Haushalten in den USA. Für 2026 erwartet der Konzern eine Kapazität im niedrigen zweistelligen Gigawatt-Bereich. Bis 2030 sollen es rund 30 Gigawatt werden.
Anthropic liegt laut Schätzung von OpenAI zurück. Demnach erreichte der Rivale 2025 etwa 1,4 Gigawatt und könnte 2026 zwischen 7 und 8 Gigawatt liegen. "Selbst am oberen Ende dieses Bereichs liegt unsere Steigerungsrate deutlich vorn und baut ihren Vorsprung weiter aus“, schreibt OpenAI.
Anthropic kontert mit Milliardenoffensive
Anthropic investiert ebenfalls massiv. Das Unternehmen plant Ausgaben von 50 Milliarden US-Dollar für Rechenzentren in den USA. Zudem sicherte sich die Firma zusätzliche Kapazitäten über Kooperationen mit Broadcom und Google. Ab 2027 sollen so etwa 3,5 Gigawatt verfügbar sein.
Finanzchef Krishna Rao erklärte: "Diese bahnbrechende Partnerschaft mit Google und Broadcom ist eine Fortsetzung unseres konsequenten Ansatzes beim Ausbau der Infrastruktur."
Streit über Strategie verschärft sich
Während OpenAI auf Tempo setzt, galt Anthropic lange als vorsichtiger Investor. CEO Dario Amodei sagte dazu: "Wir als Unternehmen versuchen, so verantwortungsbewusst wie möglich zu wirtschaften." Zugleich kritisierte er indirekt Wettbewerber: "Und dann gibt es meiner Meinung nach einige Akteure, die nach dem Motto ['You only live once'] handeln."
OpenAI weist diese Sicht zurück. Rückblickend wirke die Zurückhaltung des Rivalen "weniger wie Disziplin, sondern eher wie eine Unterschätzung dessen, wie schnell die Nachfrage steigen würde".
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
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