Anleger fürchten Schlimmstes
Goldpreis scheitert an wichtiger Marke: Droht Gold jetzt ein gewaltiger Absturz?
Abermals wurde eine aussichtsreiche Erholung des Goldpreises abverkauft. Das schürt unter Anlegern und Investoren Sorgen und Ängste. Wie ist das Ganze einzuordnen? Droht Gold jetzt tatsächlich ein gewaltiger Absturz?
- Gold scheitert mehrfach an Marke 4.800 USD
- Ölpreise und Anleiherenditen dämpfen Goldkurs
- Rückgang bis 4.100 USD möglich antizyklische Chance
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
Goldpreis scheitert an wichtiger Marke
Der Iran-Krieg bzw. dessen Verlauf bestimmt das Handelsgeschehen im Goldsektor. Zur Wochenmitte zogen Gold und Silber, aber auch Platin kräftig an, nachdem die Waffenruhe bekannt wurde. Der Goldpreis schoss zunächst eindrucksvoll über die wichtige Marke von 4.800 US-Dollar, geriet aber im entscheidenden Moment unter Druck. Statt die Bewegung in Richtung 5.000 US-Dollar voranzutreiben und damit die Trendwende entscheidend zu forcieren, kamen Gewinnmitnahmen auf.
Die Euphorie über die Waffenruhe bekam rasch einen Dämpfer, als den Marktakteuren bewusst wurde, wie zerbrechlich sie eigentlich zu sein scheint. Die zuletzt zu beobachtenden Mechanismen griffen – Anleger und Investoren flüchteten sich nicht in Gold, sondern in Liquidität. Insofern überrascht es nicht, dass auch Dax, Dow Jones Ind. und Nasdaq 100 wieder zurückkamen. In Bezug auf Gold ist festzuhalten: Das mehrmalige Scheitern an der Marke von 4.800 US-Dollar lässt für die kommenden Tage zunächst nicht viel Gutes erwarten – birgt aber unverändert antizyklische Chancen.
Goldpreisentwicklung aktuell – Ölpreise und Anleiherenditen geben den Takt vor
Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten lässt die Ölpreise weiterhin tanzen. So bewegte sich Brent Öl in den letzten Tagen munter zwischen 110 US-Dollar und 90 US-Dollar. Die Inflationssorgen lassen ob dieses Preisniveaus nicht nach. Eine restriktivere Zinspolitik der Fed steht zu befürchten. Das spiegeln auch die Anleiherenditen wider. So notieren die Renditen der wichtigen 10-jährigen US-Staatsanleihen mit 4,34 Prozent zwar unterhalb ihrer jüngsten Hochs aber eben auch deutlich höher als Anfang März. Das aktuelle Niveau limitiert den Goldpreis und die anderen Edelmetalle. Und auch der US-Dollar sorgt nicht gerade für Freudensprünge bei Gold. Zwar notiert der US-Dollar-Index weiterhin unterhalb von 100 Punkten, zeigte sich aber zuletzt vergleichsweise robust.
Physisch besicherte Gold-ETFs im Fokus
In der letzten Gold-Kommentierung an dieser Stelle wurde die leichten Zuflüsse in den SPDR Gold Shares thematisiert. Die Bestandsentwicklung des weltgrößten physisch besicherten Gold-ETFs dient hier als rudimentärer Stimmungsindikator. Wenn man so will, hat sich in den letzten Handelstagen eine gespannte Erwartungshaltung im Goldsektor etabliert. Die Bestände des SPDR Gold Shares bewegten sich kaum.
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Fazit - Anleger fürchten das Schlimmste
Die Chance für Gold war da. Eine Bewegung in Richtung 5.000 US-Dollar hätte die untere Trendwende vorangetrieben. So aber hat der Preisbereich von 4.800 US-Dollar noch einmal seine Relevanz unter Beweis gestellt.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Gemengelage fällt es Gold schwer, adäquates Aufwärtsmomentum zu kreieren. Anleiherenditen notieren auf einem recht exponierten Niveau. Der US-Dollar zeigt sich robust. Zudem wirft die Sitzung des FOMC der US-Notenbank am 28. April und 29. April bereits ihre Schatten voraus. Den gestern veröffentlichten US-Verbraucherpreisdaten für März konnte man durchaus Positives abgewinnen, schließlich stiegen sie in der wichtigen Kernrate nicht ganz so stark an, wie befürchtet, doch das zeigte keine Wirkung. Die Marktakteure blick(t)en angespannt in Richtung Pakistan, wo die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran an diesem Wochenende stattfinden sollen. Beidseitige Drohungen und das Aufstellen von Bedingungen lassen lauschige Gespräche erwarten.
Insofern ist es nicht überraschend, dass Anleger und Investoren vor dem Wochenende noch einmal Kasse gemacht haben – auch bei Gold. Der Goldpreis notiert aber noch immer oberhalb der wichtigen Marke von 4.500 US-Dollar. Somit ist aus charttechnischer Sicht nichts Gravierendes passiert. Das Risiko eines Rückgangs des Goldpreises auf 4.100 US-Dollar ist dennoch gegeben, weshalb die aktuellen Ängste von Anlegern vor einem weiteren Preisrutsch durchaus berechtigt sind. Aus antizyklischer Perspektive wäre ein solcher Rücksetzer jedoch eher als Chance zu werten – sollte er denn überhaupt eintreten. Das könnte Kaufgelegenheit bei großen Goldproduzenten wie Barrick Mining, Newmont Corp. oder auch Agnico Eagle Mines kreieren. Aber auch ein Blick in die zweite Reihe könnte sich lohnen – unter anderem weist hier ein Gold-Silber-Kupferproduzent ein aussichtsreiches Profil auf.
Kurzum. Auf kurze Sicht bleibt die Goldpreisentwicklung mit Risiken behaftet. Das langfristig bullische Szenario mit Ziel 6.000 bis 6.500 US-Dollar ist solange zu präferieren, solange Gold oberhalb von 4.100 US-Dollar / 4.000 US-Dollar.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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