Schicksalsmonat April
Silberpreis vor Mega-Rallye? 3 Gründe, warum Silber jetzt rasant steigen könnte
Steht der Silberpreis vor einer Mega-Rallye? Die aktuelle Gemengelage lässt dieses Szenario nicht unbedingt erwarten. Und dennoch könnte es sich lohnen, bei Silber jetzt etwas genauer hinzusehen.
- Silbermarkt 2026 im sechsten Jahr im Defizit erwartet
- Industrielle Nachfrage robust - nicht zuletzt Solarindustrie treibt Preis
- Ausbruch über 80 US-Dollar nötig, 90 bis 96 US-Dollar als Ziel
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
Aktuelle Silberpreisentwicklung
Silber beendete die Handelswoche bei 75,6 US-Dollar und damit komfortabel oberhalb wichtiger Unterstützungen. Ein Wochenschluss oberhalb von 80 US-Dollar wäre aus bullischer Sicht wünschenswert gewesen, doch die in der zweiten Wochenhälfte wieder anziehenden Anleiherenditen verhinderten einen Ausbruch des Edelmetalls über die 80 US-Dollar.
Stellvertretend hierzu sei auf die Entwicklung der Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen verwiesen. Nach Bekanntgabe der Waffenruhe sackten die Renditen zunächst in Richtung 4,2 Prozent ab. Im Anschluss drehten sie wieder nach oben ab und lagen am Freitag bei 4,34 Prozent. Nicht zuletzt gab die Erkenntnis, dass die Waffenruhe ein äußerst fragiles Gebilde ist, den Anleiherenditen Rückenwind. Mit den wieder anziehenden Renditen hatte nicht nur Silber zu kämpfen. Auch der Goldpreis wurde kalt erwischt.
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen gibt es mehrere Anzeichen für ein baldiges Comeback des Silberpreises.
Silber im Defizit – Industrielle Nachfrage treibt Silberpreis an
Obgleich sich Silber in den letzten Monaten und Jahren einer stärkeren Nachfrage aus dem Investmentsektor erfreuen und hier ein stückweit aus dem Schatten von Gold treten konnte, bleibt die industrielle Nachfrage der bestimmende Faktor. Silber ist aufgrund seiner chemischen Eigenschaften in vielen industriellen Anwendungen unentbehrlich und findet insbesondere in Boom-Branchen wie der Solarindustrie reißenden Absatz.
Das strukturelle Defizit, das an dieser Stelle bereits ein ums andere Mal Thema war, bildet die Basis für den nächsten Preisschub. Noch einmal zur Erinnerung - The Silver Institute (die Branchenorganisation der Silberindustrie) erwartet den Silbermarkt in 2026 das sechste Jahr in Folge in einem Defizit und rechnet für 2026 mit einer Lücke von 67 Mio. Unzen Silber – Stand Februar. An dieser Stelle sei bereits auf den 15. April verwiesen. The Silver Institute hat für diesen Termin die Veröffentlichung des detaillierten Jahresreports „World Silver Survey 2026“ angekündigt.
Kurzum: Minenproduktion und Recycling können die Nachfrage gegenwärtig nicht decken. Große Silberproduzenten haben bereits angekündigt, dass ihre Produktion 2026 unter dem Niveau des Vorjahres liegen könnte – so unter anderem Fresnillo und Hecla Mining.
Eingetrübte Stimmung als Nährboden für den nächsten Preisanstieg bei Silber
Die massiven Preisverwerfungen haben die Gemüter der Marktakteure in den letzten Wochen deutlich abgekühlt. Vom überbordenden Optimismus, der die Silberrallye Ende Januar auf 120 US-Dollar forcierte, ist nicht mehr sonderlich viel vorhanden. Der Rücksetzer des Silberpreises auf 61 US-Dollar dürfte bereits von einer gewissen Panik begleitet worden sein. Die Chancen stehen somit gar nicht so schlecht, dass es sich bei dem Preisrückgang um eine Marktbereinigung gehandelt hat.
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Charttechnik als Wegweiser für Silber?!
Den oberen Chart sollte man noch einmal kurz auf sich wirken lassen. Die Parameter sind beeindruckend. Ende Januar attackierte der Silberpreis die 120 US-Dollar. Keine acht Wochen später stand der Preisbereich von 60 US-Dollar zur Disposition. Und dennoch passen die enormen Ausschläge in das Korsett einer bullischen Keil-Formation (orange dargestellt). Ein ähnliches Bild bietet sich übrigens bei Platin.
Der Silberpreis hat den bullischen Keil regelkonform über dessen obere Begrenzung verlassen – soweit die gute Nachricht. Die weniger gute Nachricht lautet, dass es dem Ausbruch noch an Dynamik mangelt. Eine Bewegung über die 80 US-Dollar wäre daher eminent wichtig. Weitere Widerstände liegen bei 90 US-Dollar und 96 US-Dollar. Auf der Unterseite gilt es, die 70 US-Dollar, die 61 US-Dollar und die 54,5 US-Dollar zu beachten.
Fazit - Silberpreis vor Mega-Rallye?
Silber könnte vor einer eindrucksvollen Comeback-Rallye stehen. Dabei sollte man noch nicht die 120 US-Dollar als potenzielles Ziel ins Auge fassen, aber der Preisbereich 90 US-Dollar bis 96 US-Dollar könnte schneller erreicht werden, als dem ein oder anderen lieb sein dürfte.
Dass etwas im Busch zu sein scheint, verdeutlicht auch die aktuelle Gold-Silber-Ratio. Bereits in der letzten Silber-Kommentierung an dieser Stelle wurde die seit längerer Zeit anhaltende Seitwärts-Entwicklung der Ratio thematisiert. Und auch die letzte Handelswoche schloss die Ratio mit 62,7 und somit einem Wert nahe der 60 ab. Der April könnte sich als Schicksalsmonat für Silber aber auch Gold erweisen. Gelingt es den beiden Edelmetallen, die Rallye wieder aufzunehmen?
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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