Dividenden-Radar
MONY bietet 8 % Rendite: Die Dividenden-Perle aus UK
Traumrendite und keine extra Quellensteuer: Die britische MONY Group lockt mit einer üppigen Ausschüttung – ein Geheimtipp oder gibt es einen Haken?
- Hohe Dividendenrendite und cashstarkes Plattformmodell
- Dividenden derzeit gut gedeckt aber nicht ultradefensiv
- Skalierbare Marken Daten und breitere Monetarisierung
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
Nachdem wir uns im vergangenen Dividenden-Radar mit General Mills und der Frage beschäftigt haben, ob 127 Jahre Dividende und eine hohe Rendite eher für ein Schnäppchen oder schon für eine Frühstücks-Falle sprechen, geht es diesmal nach Großbritannien. Dort sitzt mit der MONY Group ein Unternehmen, das vielen Anlegern auf den ersten Blick kaum etwas sagt, dessen Marken aber in Großbritannien Millionen Verbraucher kennen.
MONY betreibt eine technikgetriebene Spar- und Vergleichsplattformen, die Haushalten helfen soll, bei Versicherungen, Krediten, Energie, Reisen und anderen Alltagsausgaben Geld zu sparen. Das Unternehmen selbst beschreibt sein Modell als hochprofitabel, cash-generativ und asset-light. Mit wenigen Hilfsmitteln und Mitarbeitern können hohe Einnahmen generiert werden. Für Einkommensinvestoren ist das spannend, weil solche Geschäftsmodelle wenig Kapital binden und deshalb vergleichsweise viel Geld für Dividenden und Rückkäufe übrig bleibt.
Genau diese Mischung macht den Titel für Dividendenjäger interessant: ein digitales, kapitalarmes Geschäftsmodell, solide Cashflows, eine progressive Dividendenpolitik und dazu eine Rendite für 2026 von aktuell knapp über 8 Prozent.
Dass hinter der Story operative Substanz steckt, zeigen die Zahlen für 2025: Der Umsatz stieg auf 446,3 Millionen Pfund, das bereinigte EBITDA auf 145,1 Millionen Pfund und der bereinigte Gewinn je Aktie auf 17,9 Pence. Gleichzeitig lag die EBITDA-Marge bei 33 Prozent. Für einen Dividenden-Radar ist das eine dankbare Kombination: hohe Marge, ordentliche Skalierbarkeit und ein Geschäftsmodell, das deutlich weniger kapitalintensiv ist als viele klassische Hochdividendenwerte.
Die Geschichte des Unternehmens und das Geschäftsmodell
MONY wurde vor mehr als 30 Jahren gegründet, um Preisvergleiche für Haushalte einfacher zu machen. Aus dem früheren Vergleichsportal-Anbieter ist inzwischen ein breiter aufgestellter Plattformkonzern geworden, der mehrere starke Marken unter einem Dach vereint. Dazu gehören vor allem MoneySuperMarket als Preisvergleichsmarke, MoneySavingExpert als reichweitenstarke Content- und Verbrauchermarke sowie Quidco im Cashback-Bereich.
Der eigentliche Charme des Geschäfts liegt im Modell: MONY vermittelt Kunden an Anbieter von Versicherungen, Finanz- und Energiedienstleistungen oder Reisen und verdient dabei an Leads, Vermittlungen und transaktionsnahen Erlösen. Das Unternehmen kombiniert also Reichweite, Verbraucherdaten, Technologie und Markenvertrauen. Auf Investorenseite wirbt MONY genau mit diesen Punkten: skalierbare Technologieplattform, Datenkompetenz, starke Marken und Breite im Angebot.
Dividendenpolitik, letzte Ausschüttung und Ausblick
Für Dividendenanleger ist vor allem wichtig, dass MONY ausdrücklich an einer progressiven Dividendenpolitik festhält und dabei zugleich auf eine angemessene Dividendenabdeckung achten will. Für 2025 wurde eine Interimsdividende von 3,33 Pence und eine Schlussdividende von 9,30 Pence ausgewiesen. Insgesamt kommt MONY damit auf 12,63 Pence je Aktie, nach 12,50 Pence im Vorjahr. Die Zahlung der Schlussdividende ist für den 8. Mai 2026 vorgesehen, der Ex-Dividende-Tag war Ende März.
MONY veröffentlicht am 21. Juli 2026 seine Halbjahreszahlen. Traditionell wird dort auch die Interim-Dividende bekanntgegeben. Da das Unternehmen offiziell eine Politik schrittweise steigender Dividenden verfolgt, könnte es dabei erneut zu einer Erhöhung kommen, wie in den vergangenen drei Jahren. Wobei die letzte Erhöhung lediglich 1 Prozent betrug. Von FactSet erfasste Analysten rechnen mit einer Erhöhung auf 13 Pence je Aktie. In guten Jahren gab es teilweise sehr hohe Sonderdividenden (zuletzt 2018).
Die Historie spricht für Verlässlichkeit. Auf der Investor-Relations-Seite zeigt MONY über viele Jahre hinweg regelmäßige Ausschüttungen, wenn auch nicht in der gleichmäßigen Eleganz eines klassischen Dividendenaristokraten. Zusätzlich hat das Unternehmen seine Aktionäre 2025 über Aktienrückkäufe weiter am Erfolg beteiligt.
Und wie sicher sind die Ausschüttungen?
Die gute Nachricht: Die Dividende ist derzeit durch Gewinn und Cashflow gedeckt. Bei einer Gesamtdividende von 12,63 Pence und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 17,9 Pence liegt die Ausschüttungsquote auf dieser Basis bei gut 70 Prozent. Das ist nicht ultrakonservativ, aber für ein cash-starkes Plattformgeschäft noch gut vertretbar. Hinzu kommt, dass MONY 2025 einen operativen Cashflow von 107,7 Millionen Pfund erzielt hat.
Ganz risikolos ist die Story trotzdem nicht. MONY selbst betont zwar die starke Cash-Generierung und den effizienten Kapitaleinsatz, doch das Geschäft hängt stark davon ab, dass Verbraucher weiter vergleichen, wechseln und Transaktionen über die Plattformen abschließen. Die Ausschüttung wirkt damit solide, aber eher in der Kategorie gut tragfähig als bombensicher. Wer maximale Stabilität wie bei einem regulierten Netzbetreiber sucht, wird hier nicht fündig.
Wo liegen die Risiken?
Das größte Risiko ist die Konjunktur- und Aktivitätsabhängigkeit des Modells. Wenn weniger Verbraucher Versicherungen wechseln, neue Finanzprodukte abschließen oder Reiseangebote vergleichen, kann sich das schnell im Geschäft bemerkbar machen. Dazu kommt Wettbewerbsdruck im digitalen Vergleichsmarkt und eine gewisse Abhängigkeit von Technologie, Reichweite und effizientem Marketing.
Auch innerhalb der Segmente ist nicht alles gleichermaßen dynamisch. In der Ergebnispräsentation für 2025 zeigt sich, dass sich das Versicherungssegment, Cashback und Travel leicht rückläufig entwickelten, während das Geld-Segment und der Bereich Home Services zulegen konnten. Für Anleger heißt das: Die Gruppe ist breit aufgestellt, aber nicht jede Sparte liefert zugleich Rückenwind.
Gibt es auch positive Zukunftsperspektiven?
Ja, und genau das macht die Story brauchbar. MONY verkauft sich nicht nur als Bestandsverwalter, sondern als Plattform mit Erweiterungspotenzial. Das Management verweist auf Wachstum aus Kern- und neuen Märkten, neue KI-gestützte Produkte, den Ausbau von Savings by MoneySuperMarket (einem integrierten Sparkonto-Management-System) sowie den Start einer MoneySuperMarket-App im ChatGPT-Ökosystem. Außerdem hat sich die Mitgliederzahl im SuperSaveClub 2025 auf mehr als 2 Millionen erhöht. Der SuperSaveClub ist das Herzstück der neuen Kundenbindungsstrategie der MONY Group. Es handelt sich um einen kostenlosen Rewards-Club, der Gelegenheitsnutzer in loyale Stammkunden verwandeln soll. Das deutet darauf hin, dass MONY nicht nur bestehende Erträge melken, sondern die Plattform breiter monetarisieren will.
Insgesamt ist MONY also nicht bloß eine hohe Rendite auf ein reifes Vergleichsportal, sondern auch eine Wette darauf, dass sich die Marke in Richtung eines digitalen Spar- und Finanzbegleiters weiterentwickeln kann. Ob das gelingt, muss sich noch zeigen, aber eine positive Zukunftsperspektive ist eindeutig vorhanden.
Was sagen die Analysten?
Auch am Markt wirkt das Bild eher konstruktiv als skeptisch. Reuters zufolge wird MONY von 10 Analysten beobachtet; die Aktie wird im Schnitt mit der Anlageempfehlung "Outperform" bewertet. Ihr mittleres Kursziel entspricht einem Aufwärtspotenzial für die Aktie von mehr als 47 Prozent, auch wenn MONY eigentlich eher kein spektakulärer Wachstumswert ist, sondern mit Rendite, Cashflow und digitalem Geschäftsmodell punktet.
Beispielrechnung: 12.000 Euro Dividende pro Jahr
Wer mit MONY auf 12.000 Euro beziehungsweise grob 10.400 Pfund jährliche Dividendeneinnahmen kommen möchte, müsste bei einer Jahresdividende von 12,63 Pence rund 82.300 Aktien halten. Beim aktuellen Kurs von 162 Pence in London entspräche das einem Kapitaleinsatz von ungefähr 133.000 Pfund (etwa 152.000 Euro).
Zum Vergleich: Beim Nahrungsmittelriesen General Mills im Radar der vergangenen Woche, der mit 127 Jahren kontinuierlicher Ausschüttungen punktet, waren es etwa 184.000 Euro und bei dem finnischen Holz-Konzern UPM-Kymmene im Radar davor 207.000 Euro.
Fazit
MONY ist für den Dividenden-Radar ein sehr brauchbarer Kandidat. Die Aktie verbindet eine hohe Rendite mit einem ungewöhnlichen Geschäftsmodell, das nicht aus Raffinerien, Pipelines oder Stromnetzen besteht, sondern aus Marken, Daten, Reichweite und Technologie. Das sorgt für eine klare Investmentthese: starke Cashflows aus einem breit aufgestellten Plattformmodell mit wenig Aufwand.
Der Haken ist ebenso klar: MONY ist kein ultradefensiver Ausschütter. Die Dividende wirkt derzeit solide gedeckt, aber das Geschäft bleibt von Konsumentenaktivität, Wechselbereitschaft und Wettbewerbsdruck abhängig.
Steuerliche Behandlung
Für deutsche Anleger ist MONY auch aus steuerlicher Sicht interessant. Auf Dividenden britischer Aktien fällt in der Regel keine britische Quellensteuer an. Die steuerliche Belastung erfolgt damit im Wesentlichen auf deutscher Seite über die Abgeltungsteuer. Das ist ein klarer Pluspunkt gegenüber vielen anderen Auslandsaktien, bei denen zunächst noch eine ausländische Quellensteuer abgezogen wird. Lediglich das Wechselkursrisiko bleibt, da die Dividenden in britischen Pence ausgeschüttet werden.
Übersicht zur Dividende von MONY
Marktkapitalisierung: 827 Millionen Pfund (951 Millionen Euro)
Dividendenrendite Gj 2025: 6,87 %; fwd 2026: 8,03 %
Dividende erhöht: 3 Jahre in Folge
Dividende nicht gesenkt: 7 Jahre in Folge
Dividende kontinuierlich ausgeschüttet: 19 Jahre in Folge
Frequenz: viermal pro Jahr (Februar, Mai, August, November)
Zeitplan
23.02.2026: Dividendenvorschlag
26.03.2026: Ex-Tag
27.03.2026: Record date
08.05.2026: Auszahlung (nächste Ausschüttung: MONY veröffentlicht am 21. Juli 2026 seine Halbjahreszahlen. Traditionell wird dort auch die Interim-Dividende bekanntgegeben. Ex-Dividende ca. Ende Juli 2026, Auszahlung ca. Oktober 2026)
| Geschäftsjahr |
Dividendenrendite in %** |
Dividende in britischen Pence |
|---|---|---|
| 2028e | 9,26e | 15,00e |
| 2027e | 8,64e | 14,00e |
| 2026e | 8,03e | 13,00e |
| 2025 | 6,87 | 12,62 |
| 2024 | 6,51 | 12,50 |
| 2023 | 4,32 | 12,10 |
| 2022 | 6,09 | 11,71 |
| 2021 | 5,42 | 11,71 |
| 2020 | 4,49 | 11,71 |
| 2019 | 3,54 | 11,71 |
| 2018 | 6,72*** | 18,51*** |
* Quellen: MONY, FactSet, wallstreetONLINE.
** Zur Errechnung der Dividendenrendite wurde der Schlusskurs des jeweiligen Geschäftsjahres genommen, beziehungsweise für die Prognosen der aktuelle Kurs.
*** Inklusive Sonderdividende von 7,46 Pence.
Die optimale Dividendenstrategie
Eine optimale langfristige Dividendenstrategie hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter dem individuellen Risikoprofil, den Anlagezielen und der finanziellen Situation. Hier sind jedoch einige allgemeine Prinzipien, die empfohlen werden können:
Diversifikation: Investieren Sie in eine breite Palette von Unternehmen und Sektoren, um das Risiko zu streuen. Diversifikation kann helfen, das Portfoliorisiko zu mindern, da nicht alle Sektoren gleichzeitig von Marktschwankungen betroffen sind.
Qualitätsaktien wählen: Achten Sie auf Unternehmen mit einer starken Bilanz, stabilen Cashflows und einer Geschichte von zuverlässigen und wachsenden Ausschüttungen. Solche Unternehmen sind oft besser positioniert, um auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Dividenden zu zahlen.
Reinvestition von Dividenden: Das Reinvestieren von Dividenden kann das Wachstum des Portfolios beschleunigen. Durch den Zinseszinseffekt können reinvestierte Dividenden über die Zeit einen signifikanten Beitrag zum Gesamtertrag des Portfolios leisten.
Langfristige Perspektive: Dividendenstrategien sind oft langfristig ausgerichtet. Marktschwankungen sollten daher nicht zu überstürzten Entscheidungen führen. Geduld und Beständigkeit sind Schlüssel zum Erfolg.
Steuereffizienz berücksichtigen: Die steuerliche Behandlung von Dividenden kann je nach Land und individueller Situation variieren. Es ist wichtig, Steuereffekte in die Strategie einzubeziehen.
Überwachung und Anpassung des Portfolios: Portfolios sollten regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden, um sicherzustellen, dass es weiterhin den eigenen Anlagezielen entspricht und gut diversifiziert bleibt.
Bewertung: Achten Sie auf die Bewertung der Aktien. Hohe Dividendenrenditen sind nicht immer ein gutes Zeichen; sie können auch ein Hinweis auf Probleme im Unternehmen sein.
Verwendung von Dividendenfonds, -ETFs: Für Anleger, die nicht direkt einzelne Aktien auswählen möchten, können Dividendenfonds eine praktikable Alternative sein, da sie eine gute Möglichkeit zur Diversifikation bieten.
Fazit:
Dividendeninvestitionen können eine großartige Möglichkeit sein, ein passives Einkommen aufzubauen. Indem Sie sich auf Unternehmen mit stabiler Dividendenhistorie konzentrieren, können Sie Ihr Portfolio schrittweise ausbauen. Dabei ist natürlich immer zu beachten, dass Investitionen in Dividendenaktien – wie alle Investitionen – mit Risiken verbunden sind.
Weitere interessante Dividenden-Aktien befinden sich übrigens auch in der Dividenden-Watchlist unseres Börsenexperten Markus Weingran, dessen Börsenlounge sich täglich mit aktuellen Marktentwicklungen, Investitionstipps und Finanzthemen befasst.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion
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