Weniger Saudi-Öl für China
Öl-Schock aus Saudi-Arabien: Droht Asien jetzt der nächste Engpass?
Saudi-Arabien halbiert seine Öllieferungen nach China. Hinter dem Schritt steckt ein größerer Schock, der Asien und den globalen Ölmarkt erfasst.
- Saudi-Arabien halbiert Öllieferungen nach China
- Nahostkonflikt blockiert Straße von Hormus faktisch
- Produzenten setzen auf höhere Preise statt Volumen
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Saudi-Arabien wird im Mai 20 Millionen Barrel Rohöl an chinesische Kunden liefern, im Vergleich zu 40 Millionen Barrel, die im April für die Verladung vorgesehen waren, wie Händler, die mit der Angelegenheit vertraut sind, gegenüber Bloomberg News erklärten. Der Umsatzrückgang ist eine Folge der Erhöhung der offiziellen Verkaufspreise für Rohöl durch die Saudi Arabian Oil Co., firmierend als Saudi Aramco, aufgrund von Lieferengpässen infolge des Iran-Krieges, wie aus dem am Montag veröffentlichten Bericht hervorgeht.
Der Nahost-Konflikt hat die Straße von Hormus faktisch blockiert – dort laufen rund 20 Prozent des globalen Ölhandels durch. Alternative Routen wie die Pipelines Richtung Rotes Meer haben viel zu wenig Kapazität, was zu weniger Volumen und höheren Preis führt. Der Schock trifft praktisch alle großen Ölexporteure der Region. Im Irak sind die Exporte von circa 4 Millionen Barrel pro Tag auf 900.000 Barrel pro Tag gefallen.
Länder wie Saudi-Arabien, Irak, Kuwait und Katar liefern primär nach Asien, weshalb es auch diese Region besonders stark trifft. Produzenten wie Saudi Aramco und OMV setzen von daher verstärkt auf höhere Preise statt Volumen. Die Produzenten erwarten, dass höhere Preise die Verluste ausgleichen. Die USA versuchen aktiv, Marktanteile zu gewinnen. So drängt die US-Regierung Käufer wie China, auf US-Öl umzusteigen. Weil sich Tanker stauen, Öl teilweise "fest" liegt, reagieren Länder mit Preisaufschlägen, Lieferpriorisierung und alternativen Handelsrouten.
Die Kürzung der Saudi-Lieferungen an China ist also kein Einzelfall, sondern Teil eines globalen Energie-Schocks. Auch andere Förderländer kämpfen mit Exportproblemen – viele setzen nun wie Aramco auf höhere Preise statt auf Volumen.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
