Jahrelange Verluste voraus?
Allianz-Aktie: Deshalb dürfte ihr Niedergang jetzt kaum noch aufzuhalten sein!
Die Allianz-Aktie hat Anlegerinnen und Anlegern in den vergangenen Jahren viel Freude bereitet, doch im Chart hat sich inzwischen großes Unheil zusammengebraut.
- Aufwärtstrend gebrochen bearishe Chartsignale dominant
- Technische Indikatoren RSI und MACD zeigen Schwäche
- Hohe Abwärtsrisiken bei Unterschreiten von 350 Euro
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
Willkommen zum Smartbroker+ Chart der Woche – Allianz
Die Anteile es Münchner Versicherungsriesen waren in den vergangenen Jahren eine der zuverlässigsten Konstanten im deutschen Leitindex DAX. Mit einem Plus von knapp 72 Prozent hat die Allianz-Aktie angesichts ihres Index-Gewichtes von 7,3 Prozent wesentlich zum Erfolg des Börsenbarometers beigetragen.
Das Unternehmen profitierte von einem stabilen Wirtschafts- und Finanzmarktumfeld, anhaltend hohen Leitzinsen, einer guten Börsenkonjunktur und überschaubaren Großschäden. Das schlug sich nicht zuletzt auch in einer großzügigen Ausschüttungspolitik nieder. Die Dividende pro Aktie hat sich in den vergangenen 5 Jahren fast verdoppelt.
Droht der Aktie jetzt ein neuer Bärenmarkt?
Doch die Anzeichen dafür, dass für Anlegerinnen und Anleger jetzt schwierige Zeiten anbrechen könnten, mehren sich. Schon in den vergangenen Wochen und Monaten gehörte die Finanz- und Versicherungsbranche zu den Underperformern am Aktienmarkt. Außerdem zeichnet sich nicht zuletzt auch aufgrund der teuren Finanzierung von KI-Datenzentren eine neue Kreditkrise im Private-Equity-Bereich ab. Auch Privathaushalten geht es finanziell immer schlechter – nicht zuletzt auch aufgrund der zuletzt stark gestiegenen Energiepreise.
Wenngleich die jüngste Erholung der Aktie vordergründig dafür sorgt, dass der Gesamteindruck noch stark ist, hat sich die Ausgangslage der Allianz auch charttechnisch verfinstert. Hier lassen sich sogar Indizien dafür, finden dass der Bullenmarkt der Aktie bereits seinen Höhepunkt überschritten hat und ein neuer Bärenmarkt droht.
Allianz Chartsignale
- Angeschlagener Aufwärtstrend: Die in den vergangenen Jahren zuverlässige Aufwärtsbewegung der Aktie ist spürbar ins Stocken geraten.
- Bearishe Divergenzen: In den technischen Indikatoren liegen seit geraumer Zeit bearishe Divergenzen vor. Der Aktie fehlt es zunehmend an Rückenwind.
- MACD-Crossing im Monatschart: Selbst auf der höchsten Zeitebene trübt sich die Gesamtlage ein, was für die weitere Zukunft nichts Gutes bedeutet.
- Trendwende voraus: Die Kombination aus einer ganzen Reihe von Belastungsfaktoren spricht für eine nachhaltige Trendwende zur Unterseite und für Kursverluste.
Quelle: Eigene Darstellung, abgebildeter Zeitraum: 13.04.2021 bis 13.04.2026
Bitte beachten Sie: Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen.
Allianz: Vom Kursgaranten jetzt zum Rohrkrepierer?
Ausgehend vom letzten Bärenmarkttief im Herbst 2022 konnte die Allianz-Aktie einen mehrjährigen Aufwärtstrendkanal mit einer Breite von etwa 40 Euro etablieren. Dieser sorgte, häufig unterstützt von den beiden gleitenden Durchschnitten, zu zuverlässigen Kursgewinnen. Im vergangenen Jahr kam es sogar zu einer Trendbeschleunigung, sodass sich die Aktie überwiegend oberhalb des Trendkanals aufhielt, ohne allerdings tatsächlich einen steileren Aufwärtstrend dauerhaft etablieren zu können.
Trotz neuer Allzeithochs zum Jahreswechsel ist der Aktie auf 12-Monats-Sicht unter dem Strich nicht mehr viel gelungen. Die Aufwärtsbewegung ging überwiegend in einen Seitwärtstrend über. Kurzfristig liegt mit niedrigeren Hochs sogar ein Abwärtstrend vor, während das Unterschreiten der Durchschnittslinien zeitweise für Verkaufssignale sorgte. Die konnten durch die Erholung in den vergangenen Tagen jedoch vorerst neutralisiert werden.
Die technische Unterstützung ist weg
Aus der Gefahrenzone ist die Allianz-Aktie damit jedoch nicht, ganz im Gegenteil. Schon seit über einem Jahr befinden sich der Relative-Stärke-Index (RSI) sowie der Trendstärkeindikator MACD in Abwärtstrends. Sie haben den Kursanstieg also nicht mehr bestätigen können und für bearishe Divergenzen gesorgt. Diese gelten in der Chartanalyse als Vorboten von Trendwendebewegungen. Dabei gilt: Je länger sie bereits vorliegen, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Kurswende.
Der MACD notierte auf Wochenbasis zuletzt das erste Mal seit Herbst 2022 wieder unter seiner Nulllinie und zeigte damit bereits einen neuen Abwärtstrend an, wenngleich der jüngste Rebound das Blatt noch einmal gewendet hat. Allerdings liefert er auch auf Monatsbasis inzwischen ein Verkaufssignal. Hier ist er unter seine (rote) Signallinie gefallen. Das war zuletzt im April 2022 der Fall. Im Anschluss ging es für die Aktie steil bergab.
Hohe Verlustrisiken für Anlegerinnen und Anleger
Noch ist ein neuer Bärenmarkt der Aktie nicht endgültig besiegelt, da sie noch über zahlreiche Unterstützungen verfügt. Das sind zum einen die gleitenden Durchschnitte und zum anderen die horizontalen Supports bei 350 und 330 Euro. Für Kurse nachhaltig darunter dürfte es angesichts der bearishen Divergenzen allerdings eng werden.
Mögliche Auffangzonen der Aktie liegen bei 250 sowie bei 230 Euro. Ein Rückgang um rund 40 Prozent würde dem Umfang des letzten Bärenmarktes der Allianz mit Verlusten von etwa einem Drittel entsprechen und sollte von Anlegerinnen und Anleger daher als ernsthaftes Risiko in Betracht gezogen werden. Entschärfen ließe sich die gegenwärtige Gefahrenlage von den Käuferinnen und Käufern nur mithilfe technisch bestätigter Rekordnotierungen.
Unauffällige Unternehmensbewertung, aber …
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung zeigt sich ein unauffälliges Bild. Für 2026 ist die Allianz mit dem 12,4-Fachen ihrer erwarteten Gewinne bewertet. Das liegt nur knapp über dem 10-Jahres-Mittel von 12,0. Angesichts der Prognosen wachsender Erlöse und Gewinne im kommenden Jahr soll das KGV dann weiter auf 11,5 sinken. Das ist auch ein im Branchendurchschnitt üblicher Wert und gibt zunächst keinen Anlass zu Bedenken.
Allerdings sollten sich Anlegerinnen und Anleger vor Augen führen, dass die vergangenen Jahre sowohl für die Versicherungs- als auch die Finanzbranche insgesamt gute gewesen sind. Die Wirtschaft entwickelte sich insgesamt stabil, die Zinsen blieben anhaltend hoch, ohne dass es gleichzeitig zu Kreditausfällen gekommen wäre und teure Großschäden blieben überwiegend aus oder sorgten für überschaubare Belastungen.
… die könnte sich schon bald rasch verschlechtern
Genau diese „Sonderkonjunktur“ dürfte nun vorüber sein. Die hohen Energiepreise treffen insbesondere in den USA auf einen schwachen Jobmarkt. Das dürfte für langsameres Wachstum und höhere Kreditausfälle sorgen. In den vergangenen Monaten kam es insbesondere bei Verbraucherkrediten bereits zu steigenden Delinquenzraten.
Gleichzeitig haben die Notenbanken angesichts der hohen Energiepreise nur geringen Spielraum für neue Zinssenkungen und Liquiditätsmaßnahmen. Dass sich hier zunehmend ein systemisches Risiko zusammenbraut, zeigen auch die wachsenden Schwierigkeiten im Private-Equity- und Private-Credit-Geschäft. Unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh könnte die Bilanzverkleinerung der US-Notenbank wieder aufgenommen werden, obwohl Liquidität schon jetzt knapper wird.
Für 2026 wird außerdem ein Super-El-Nino erwartet. Das könnte zu folgenschweren Großschäden führen. Versicherungen wie die Allianz dürften daher auf dem Höhepunkt des aktuellen Marktzyklus angekommen sein. Gewinnrevisionen könnten die Bewertung der Aktie rasch deutlich über ihr historisches Mittel drücken und damit für fundamentalen Gegenwind sorgen.
Vertrauen unter Expertinnen und Experten lässt nach
Unter Analystinnen und Analysten trübt sich die Stimmung inzwischen ein. Bewertungen zum „Kaufen“ und „Übergewichten“ stehen neutralen Einschätzungen mit insgesamt jeweils 8 Nennungen gleichberechtigt gegenüber. Dazu kommen zwei Empfehlungen zum „Reduzieren“ von Positionen. Das ergibt insgesamt eine Bewertung mit „Übergewichten“. Zum Vergleich: Noch vor eineinhalb Jahren waren die positiven Einschätzungen gegenüber den neutralen und negativen mit 11 zu 5 Stimmen noch klar in der Überzahl.
Trotz der insgesamt noch positiven Stimmung wird der Allianz-Aktie nur noch wenig Potenzial zugetraut. Der faire Wert wird im Mittel auf 397,30 Euro veranschlagt, das entspricht einer Upside von rund 5 Prozent. Während sich die Berenberg Bank in der vergangenen Woche noch sehr bullish mit einem Kursziel von 504 Euro und damit dem Street-High-Target gezeigt hat, ist das Analystenhaus Jefferies derzeit mit 325 Euro am wenigsten zuversichtlich.
Allianz auf einen Blick
- ISIN: DE0008404005
- Börsenwert: 143,1 Milliarden Euro
- Dividendenrendite: 4,8 Prozent
- KGVe 2026: 12,4
- Durchschnittliche Analystenempfehlung: Übergewichten
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
Disclaimer: Ausdrücklich weist die Smartbroker AG darauf hin, dass ein Investment in Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente im Sinne des WpHG grundsätzlich mit erheblichen Chancen und Risiken (Preis-, Markt-, Währungs-, Volatilitäts-, Bonitäts- und sonstigen Risiken) verbunden ist und ein Totalverlust des investierten Kapitals nicht ausgeschlossen werden kann. Die Smartbroker AG empfiehlt deshalb jedem Leser sich vor einer Anlageentscheidung intensiv mit den Chancen und allen Risiken auseinander zu setzen und sich umfassend zu informieren. Sämtliche verwendeten Wertentwicklungsangaben, sei es für die Vergangenheit oder im Sinne einer Prognose bzw. Einschätzung sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse bzw. Wertentwicklungen. Die hier angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Alle Informationen sind sorgfältig zusammengetragen, haben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind unverbindlich sowie ohne Gewähr. Des Weiteren dient die Bereitstellung der Information nicht als Rechtsberatung, Steuerberatung oder wertpapierbezogene Beratung und ersetzt diese nicht. Eine an den persönlichen Verhältnissen des Kunden ausgerichtete Anlageempfehlung, insbesondere in der Form einer individuellen Anlageberatung, der individuellen steuerlichen Situation und unter Einbeziehung allgemeiner sowie objektspezifischer Grundlagen, Chancen und Risiken, erfolgt ausdrücklich nicht.
Bei den vorliegend dargestellten Informationen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Finanzanalyse genügt bzw. nicht in Einklang mit Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt wurde und auch keinem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen unterliegt.
Sämtliche verwendeten Wertentwicklungsangaben, sei es für die Vergangenheit oder im Sinne einer Simulation oder Prognose bzw. Einschätzung sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse bzw. Wertentwicklungen.
Die angebotenen Beiträge stellen weder ein Angebot noch eine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten irgendeiner Finanzanlage dar, weil sie die persönlichen Verhältnisse des Kunden nicht berücksichtigen. Sie dienen lediglich Ihrer Information und der Unterstützung Ihrer selbständigen Anlageentscheidung.
Alle Informationen sind sorgfältig zusammengetragen, haben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind unverbindlich sowie ohne Gewähr. Des Weiteren dient die Bereitstellung der Information nicht als Rechtsberatung, Steuerberatung oder wertpapierbezogene Beratung und ersetzt diese nicht. Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen des Anlegers ab und kann künftig Änderungen unterworfen sein.
Ein Investment in Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente im Sinne des WpHG ist grundsätzlich mit erheblichen Chancen und Risiken (Preis-, Markt-, Währungs-, Volatilitäts-, Bonitäts- und sonstigen Risiken) verbunden und ein Totalverlust des investierten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Die Smartbroker AG empfiehlt deshalb jedem Anleger sich vor einer Anlageentscheidung intensiv mit den Chancen und alle
Die Allianz Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,55 % und einem Kurs von 376,3EUR auf Tradegate (13. April 2026, 12:50 Uhr) gehandelt.


