Chip-Riese vor dem Härtetest
TSMC jagt den Mega-Rekord – zündet jetzt die nächste Chip-Stufe?
TSMC dürfte den Gewinn erneut kräftig gesteigert haben. Doch noch wichtiger ist der Ausblick: Bleibt die Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz so stark, könnte das die nächste Rallye im Sektor anheizen.
- TSMC meldet starkes Gewinnwachstum dank KI-Nachfrage
- Anhaltende 3‑Nanometer Nachfrage übersteigt Kapazität
- Große Investments in Arizona und Japan für 3nm Ausbau
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) dürfte ihren Gewinn im ersten Quartal erneut deutlich gesteigert haben. Wie Reuters berichtet, wird für den weltgrößten Auftragsfertiger moderner Chips für künstliche Intelligenz ein Nettogewinn von 542,6 Milliarden Taiwan-Dollar erwartet. Das entspräche umgerechnet rund 17,1 Milliarden US-Dollar und einem Anstieg von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Damit würde das Unternehmen das vierte Quartal in Folge einen Rekordgewinn ausweisen. Zugleich wäre es das neunte Quartal nacheinander mit Gewinnwachstum. Treiber bleibt die starke Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz.
Analysten verweisen auf die anhaltend hohe Nachfrage nach der 3-Nanometer-Technologie und nach fortschrittlichen Verpackungslösungen. Beide Bereiche lägen weiter über der aktuellen Produktionskapazität des Konzerns.
An der Börse spiegelt sich der Optimismus bereits wider. Die starke Entwicklung hat TSMC an der Börse weiter nach vorn gebracht.
Ausblick rückt in den Mittelpunkt
Die Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen ist für Donnerstag angesetzt. Dann will der Konzern seine Prognose für das zweite Quartal und eine aktualisierte Jahresprognose vorlegen. Arthur Lai von Macquarie Capital schrieb in einer Mitteilung an Kunden:
"Wir erwarten für das zweite Quartal 2026 eine Prognose für ein höheres Umsatzwachstum gegenüber dem Vorquartal, angetrieben durch anhaltende Nachfrage nach KI und unsere Führungsposition bei fortschrittlichen Prozessknoten."
Geopolitische Risiken
Der Krieg im Nahen Osten könnte die Versorgung mit wichtigen Halbleitermaterialien wie Helium und Neon belasten. Nach Einschätzung von Galen Zeng vom Marktforscher International Data Corporation ist die TSMC dafür aber vergleichsweise gut gerüstet.
"Die diversifizierte Beschaffung und die Sicherheitsbestände von TSMC sollten ausreichen, um kurzfristige Störungen zu bewältigen."
Spannend wird auch, ob der Konzern seine Investitionspläne für 2026 bestätigt oder sogar anhebt. Das würde als Signal für das Vertrauen des Managements in die langfristige Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz gewertet. TSMC investiert bereits 165 Milliarden US-Dollar in neue Werke im US-Bundesstaat Arizona. Zudem hat das Unternehmen seine Japan-Strategie angepasst und will dort nun ebenfalls Chips im 3-Nanometer-Verfahren fertigen.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,32 % und einem Kurs von 315EUR auf Tradegate (13. April 2026, 11:57 Uhr) gehandelt.
