Die größte Airline der Welt
United Airlines denkt über Übernahme von American nach
Die US-Luftfahrtbranche steht vor einem möglichen Paukenschlag: United Airlines prüft offenbar eine Fusion mit American Airlines. Es wäre ein Mega-Deal mit globaler Sprengkraft und erheblichen Risiken für den Wettbewerb.
- United prüft Fusion mit American Airlines
- Fusion würde mehr als ein Drittel des US-Markts
- Kartellbehörden und Verbraucher dürften leiden
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Wie Bloomberg am Dienstag aus informierten Kreisen berichtet, hat United-Airlines-Chef Scott Kirby intern und gegenüber Regierungsvertretern die Idee einer Fusion mit der American Airlines Group ins Gespräch gebracht. Offiziell bestätigt ist bislang nichts – weder konkrete Verhandlungen noch ein formeller Prüfprozess.
Ein solcher Zusammenschluss hätte enorme Dimensionen: Gemeinsam kontrollieren United Airlines Holdings und American mehr als ein Drittel des US-Marktes. Eine Fusion würde den weltweit größten Luftfahrtkonzern schaffen – und dürfte sofort kartellrechtliche Alarmglocken auslösen.
Die United-Aktie notierte am Montag nachbörslich rund 1,5 Prozent im Plus. Die Papiere von American Airlines verteuerten sich sogar um 4,3 Prozent. Beide Aktien hatten seit Ausbruch des Iran-Kriegs und der Unsicherheiten rund um Kerosinkosten und den reibunglosen globalen Flugverkehr mehr als 10 Prozent an Wert verloren.
Tatsächlich wäre bei einem Merger der beiden Branchen-Riesen mit massivem Widerstand zu rechnen: Wettbewerbshüter, Politiker und Konkurrenten dürften einen solchen Deal kritisch prüfen. Auch Verbraucher könnten unter steigenden Ticketpreisen leiden, sollte der Wettbewerb weiter eingeschränkt werden.
Kirbys Gedankenspiele kommen nicht von ungefähr. Steigende Kerosinpreise infolge geopolitischer Spannungen – insbesondere rund um den Persischen Golf – setzen die Branche unter Druck. Gleichzeitig eröffnen Marktverwerfungen Chancen zur Konsolidierung. Kirby selbst hatte bereits angedeutet, dass United bei möglichen Marktbereinigungen aktiv werden könnte.
Brisant ist die Personalie auch aus persönlicher Sicht: Kirby war einst Präsident von American Airlines, verließ das Unternehmen jedoch, nachdem klar wurde, dass er nicht CEO werden würde. Heute führt er United – und könnte nun ausgerechnet seinen früheren Arbeitgeber ins Visier nehmen.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
