Aktie mit heftigen Verlusten
Deutsche Telekom: Dieser Tiefschlag hat gesessen!
Ein kritischer Analystenkommentar hat die Aktie der Deutschen Telekom am Montag ans DAX-Ende geschickt. Dadurch verschlechtert sich das Chartbild weiter.
- Analystenkommentar schickt Telekom an DAX-Ende
- Dividendenabschlag und JP Morgan belasten Kursbild
- Technische Indikatoren signalisieren weitere Verluste
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
Deutsche Telekom: Aktie aktuell in schwierigem Umfeld
Eigentlich war die Aktie der Deutschen Telekom nach einer Kursflaute im Spätherbst schwungvoll in das neue Jahr gestartet. Das Papier konnte den Abwärtstrend der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres hinter sich lassen und den Leitindex DAX deutlich outperformen. Selbst nach dem Beginn des Iran-Krieges präsentierten sich die Anteile der Bonner zunächst fest.
Doch die angesichts explodierender Energiepreise stark gestiegenen Inflations- und Zinserwartungen, auf die kapitalintensive Geschäftsmodelle wie das von Telekommunikationsunternehmen üblicherweise sensibel reagieren, zwangen die Telekom-Aktie schließlich doch in die Knie und ein Teil der zum Jahresauftakt dynamischen Rallye wurde rückabgewickelt.
Dividende und Downgrade belasten den Chart
Der Dividendenabschlag in der vergangenen Woche sowie ein Analystenkommentar am Montag haben für weitere Kursverluste gesorgt. Die US-Großbank JP Morgan sieht Gegenwind aufgrund stärkeren Wettbewerbsdrucks in den USA. Mit einem Minus von rund 6 Prozent landete die Deutsche-Telekom-Aktie weit abgeschlagen am DAX-Ende. Dadurch hat sich das Chartbild erheblich eingetrübt.
Der jüngste Abwärtstrend hat sich erheblich verschärft
Die Verkäufe der vergangenen Wochen hatten nach dem fahnenstangenartigen Anstieg nach dem Jahresauftakt zu einem Abwärtstrend geführt. Dieser verlief in einem Trendkanal mit einer Breite von etwa 1,50 Euro und wurde am Montag gemeinsam mit der 200-Tage-Linie sowie dem Unterstützungsbereich um 30 Euro unterschritten.
Angesichts der Tiefe des Ausbruchs nach unten muss die Flaggenformation bearish interpretiert werden. Für ein Trendfortsetzungssignal und eine bullishe Interpretation hätte sie bei rund 31,50 Euro nach oben aufgelöst werden müssen.
Bei 29 Euro stieß die Telekom-Aktie auf erstes Kaufinteresse. Damit könnte die hier liegende Unterstützung bestätigt werden und bereits zu einer Gegenbewegung führen. Angesichts der auch schwachen technischen Indikatoren ist jedoch zunächst eine Fortsetzung der Verluste das wahrscheinlichere Szenario. Hierfür sind 28 Euro sowie die Unterstützungszone zwischen 26 und 26,50 Euro die nächsten Ziele.
Vorerst muss mit weiteren Verlusten gerechnet werden
Insbesondere der Trendstärkeindikator MACD, der unter die Nulllinie gefallen ist und damit einen Abwärtstrend anzeigt, bekräftigt diese These, während der Relative-Stärke-Index (RSI) dem Abwärtstrend der Aktie Nachhaltigkeit mit einer eigenen Bewegung zur Unterseite verleiht, ohne dass er bereits tief im überverkauften Bereich angelangt wäre und damit eine Gegenbewegung zwingend machen würde.
Zwischen 26 und 30 Euro ist die Aktie neutral einzustufen. Das könnte Chancen für Range-Trader bedeuten. Unter 26 Euro würde sich das Chartbild erheblich verschlechtern, dann müsste wie im letzten Jahr mit einem mehrmonatigen Abwärtstrend gerechnet werden. Oberhalb von 32 Euro, wo auch die 50-Tage-Linie verläuft, lägen dagegen wieder prozyklische Kaufsignale vor.
Fazit: Ein Ärgernis, aber kein Grund zur Panik
Insgesamt ist die Lage der Aktie angesichts der zahlreichen, noch vorhandenen Unterstützungen nicht allzu kritisch. Weitere Verluste könnten angesichts der moderaten Unternehmensbewertung und der attraktiven Dividendenrendite sogar Einstiegschancen für Anlegerinnen und Anleger bedeuten.
Nur sollte nicht allzu bald mit einer Erholung gerechnet werden, da die Aktie gegenwärtig noch fest in der Hand der Bären ist und auch noch keine Indizien für eine erneute Trendwende wie zum Beispiel bullishe Divergenzen vorliegen. Bislang ist der Abwärtstrend technisch bestätigt. Wer antizyklisch einsteigen möchte, tut das in Tranchen an den angezeichneten Unterstützungen.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion


