Bizarrer Joint-Venture-Plan
Trump will sich Bestechungsgelder für Hormus-Durchfahrt mit Iran teilen
Während der Iran Schiffe erpresst, schlägt Trump ein gemeinsames Geschäft mit dem Erzfeind vor. Die Rede ist von Wegezöllen in Millionenhöhe, die man sich teilen könne.
- Trump schlägt Joint Venture mit Iran zur Teilung
- Iran erhebt Passagegebühren in Yuan und Kryptowährung
- Abkommen legitimiert Erpressung und treibt Benzinpreise
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
Nachdem es den USA nicht gelungen ist, die Kontrolle über die Straße von Hormus zu erlangen, hat US-Präsident Donald Trump in einem Interview die Idee geäußert, ein "Joint Venture" mit dem Erzfeind einzugehen und sich die Gewinne aus den Erpressungsgeldern zu teilen. Er will offenbar am Geschäft mit der Angst mitverdienen.
Der Iran lässt sich die Durchfahrt durch die strategisch wichtigste Wasserstraße der Welt in chinesischen Yuan und Kryptowährungen bezahlen, um das US-Embargo zu umgehen. Berichten zufolge verlangt der Iran bis zu 2 Millionen US-Dollar pro Supertanker für die Passage.
Wie ABC-Reporter Jonathan Karl via X (ehemals Twitter) berichtet, hat Trump eine Idee ins Spiel gebracht, die Diplomaten in aller Welt den Atem anhalten lässt. Statt die Blockade der Straße von Hormus durch das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) allein mit militärischer Härte zu brechen, schlägt der Präsident ein "Joint Venture" mit dem Iran vor.
Es sei ein Weg, die Straße von Hormus "zu sichern – auch vor vielen anderen Leuten", so Trump gegenüber Karl. Vor wem genau die Durchfahrt noch geschützt werden müsse, ließ er offen. Dass die USA sich hierbei potenziell an einem System beteiligen könnten, das laut Völkerrecht (UN-Seerechtsübereinkommen) für internationale Meerengen illegal ist, scheint den Präsidenten wenig zu kümmern. Sein Urteil über die Idee: "It’s a beautiful thing."
Piraterie als Geschäftsmodell?
Die Realität vor Ort gleicht derzeit moderner Piraterie unter staatlicher Flagge. Trumps Kalkül scheint rein geschäftsmännisch: Wenn man den Iran nicht daran hindern kann, Gebühren zu erheben, sollten die USA zumindest auch davon profitieren und den Prozess kontrollieren. Kritiker sehen darin jedoch die Legitimierung von Erpressung.
Experten schlagen Alarm. Während Kanäle (Suez, Panama) Gebühren erheben dürfen, ist dies für natürliche Meerengen wie die Straße von Hormus untersagt. Ein solches Abkommen würde zudem China vor den Kopf stoßen, das fast die Hälfte seines Öls durch die Meerenge bezieht, Iran enorme Hebelwirkung über Rivalen wie Saudi-Arabien oder Israel verschaffen und die Benzinpreise dauerhaft hochhalten, da die neuen Zölle direkt an die Verbraucher weitergegeben würden.
Ob es tatsächlich zu dieser "Maut-Lösung" kommen sollte, ist offen. Nachdem die Friedensgespräche in Pakistan ohne Ergebnis blieben, ordnete Trump am 12. April eine sofortige Blockade der Meerenge durch US-Kräfte an. Das könnte als strategische Maßnahme verstanden werden, um die Führung Irans zu einer Kooperation zu zwingen.
Allerdings ist völlig unklar, ob es sich bei dem "Joint Venture" um einen ernsthaften Plan handelt oder nur um ein rhetorisches Ablenkungsmanöver. Sicher ist: Für die Autofahrer an den Zapfsäulen gibt es vorerst keine Entlastung. Selbst wenn Trump seinen "Deal" bekommt, werden die neuen Gebühren und Versicherungsprämien dafür sorgen, dass billiges Benzin vorerst Geschichte bleibt.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion

