Berichtssaison eingeläutet
JPMorgan & Wells Fargo: Die Earnings-Season startet
Traditionell starten die Banken in die US-Berichtssaison. Sie deuten auch auf den Zustand der Wirtschaft hin.
- JPMorgan: starkes Q1 mit Gewinn- und Umsatzplus
- Wells Fargo erzielt Gewinnplus durch Zinsen und Handel
- US-Konsum stabil, Kreditkartenausgaben wachsen robust
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
JPMorgan Chase veröffentlicht am Dienstag Geschäftszahlen. Die Earnings der Banken lassen wichtige Schlußfolgerungen auf die Gesundheit des Marktes zu.
Die größte Bank der USA meldet für das erste Quartal einen Gewinn von 16,5 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 5,94 US-Dollar je Aktie, gegenüber 14,6 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Vorjahresquartal. Analysten hatten mit 5,45 US-Dollar je Aktie gerechnet.
Der Umsatz stieg um 10 Prozent auf 49,84 Milliarden US-Dollar, gegenüber Prognosen von 49,13 Milliarden US-Dollar.
CEO Jamie Dimon sagt, dass die US-Wirtschaft insgesamt zwar größtenteils in guter Verfassung sei, jedoch eine "komplexe Reihe von Risiken", darunter Energiepreise, geopolitische Spannungen, hohe Haushaltsdefizite und erhöhte Vermögenspreise, ihren Entwicklungskurs zu gefährden drohten.
Im Privatkundengeschäft verzeichnete JPMorgans Sparte für Kartendienstleistungen und Autokredite einen Umsatzanstieg von 13 Prozent, vor allem aufgrund höherer Kreditkartensalden der Kunden. Insgesamt stieg das Konsumausgabenvolumen mit JPMorgan-Kreditkarten im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent.
Obwohl die Zahlen stimmen, reagiert der Markt im frühen Handel verhalten, die Anteilsscheine von JPMorgan verlieren sogar leicht um rund 1 Prozent.
Auch die Wells Fargo hat ihre Geschäftsbücher geöffnet. Der Gewinn steigt im ersten Quartal, begünstigt durch höhere Zinseinnahmen und gestiegene Handelsgewinne aus volatilen Märkten.
Die Markteinnahmen von Wells Fargo kletterten im Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent auf 2,17 Milliarden US-Dollar.
Der Nettogewinn belief sich auf 5,25 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 1,60 US-Dollar je Aktie, teilt der viertgrößte US-Kreditgeber mit.
Mit diesen Ergebnissen liegt die Bank in den durchschnittlichen Konsensschätzung der Analysten. Da sich die Anleger aber mehr erhofft hatten, verlieren die Anteile rund 3 Prozent im frühen Handel.
Trotz Krisen erweist sich der US-Konsum noch als stabil, da die Kreditkartengeschäfte bei beiden Banken sich als robust erweisen. Die Phase der schnellen Gewinne durch hohe Zinsen scheint aber erstmal vorbei zu sein.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion
