Milliarden durch KI
Chip-Goldrausch: ASML vor Zahlen – steigt die Prognose weiter?
ASML profitiert massiv vom KI-Hype. Anleger setzen auf steigende Prognosen. Doch Lieferengpässe und China-Risiken könnten den Boom bremsen.
- ASML profitiert stark vom KI-Boom und Auftragsplus
- Kapazitätsengpässe bei DUV und lange Lieferzeiten
- Chinaanteil sinkt, Exportsperren gefährden Umsatz
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Investoren setzen beim Chipausrüster ASML auf eine Anhebung der Jahresprognose, wie Reuters berichtet. Der Konzern profitiert stark vom Boom rund um Künstliche Intelligenz. Die Nachfrage nach Spezialmaschinen läuft auf Hochtouren, da Chipkonzerne ihre Kapazitäten massiv ausbauen.
Die Aktie des niederländischen Unternehmens ist seit Jahresbeginn um mehr als 40 Prozent gestiegen. Treiber ist vor allem der weltweite Ausbau von Rechenzentren sowie die hohe Nachfrage nach Hochleistungschips.
Richard Carlyle von Capital Group beschreibt die Strategie klar. "Wir investieren in die Werkzeuge der KI-Revolution", sagte er gegenüber Reuters. Sein Fokus liegt besonders auf den Auslieferungen der EUV-Anlagen.
Schlüsselrolle in der Chipproduktion
ASML nimmt eine zentrale Rolle in der Halbleiterindustrie ein. Das Unternehmen liefert Lithographie-Systeme an Hersteller wie TSMC, die Chips für Nvidia und Apple produzieren. Besonders wichtig sind die EUV-Maschinen. ASML ist weltweit der einzige Anbieter dieser Technologie, die für modernste KI-Chips unverzichtbar ist.
Starkes Quartal erwartet
Analysten rechnen mit einem robusten ersten Quartal. ASML selbst stellte einen Umsatz zwischen 8,2 Milliarden und 8,9 Milliarden Euro in Aussicht. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Wert bei 7,7 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr prognostiziert der Konzern 34 Milliarden bis 39 Milliarden Euro Umsatz.
Laut LSEG erwarten Analysten im Schnitt 8,5 Milliarden Euro für das erste Quartal und 37,6 Milliarden Euro für das Gesamtjahr.
Javier Correonero von Morningstar sieht klare Signale für Stärke. "Es ist kein Geheimnis, dass das Quartal stark ausfallen wird", sagte er. Er verwies auf Großaufträge, etwa von SK Hynix im Volumen von 8 Milliarden US-Dollar sowie Bestellungen von Samsung zwischen 4 Milliarden und 5 Milliarden US-Dollar.
Kapazitätsgrenzen als Risiko
Trotz der starken Nachfrage steht ASML vor Herausforderungen. Die Produktion der komplexen Maschinen dauert oft länger als ein Jahr. Analysten bezweifeln, ob das Unternehmen die hohe Nachfrage vollständig bedienen kann.
Besonders im Bereich der weniger fortschrittlichen DUV-Technologie sehen Experten Engpässe. Bernstein-Analyst David Dai betonte: "Meiner Meinung nach stellt die DUV eine größere Einschränkung dar."
Unsicherheit durch China und US-Regeln
Ein weiterer Risikofaktor bleibt China. Rund ein Drittel des Umsatzes kam 2025 aus dem Land. Für 2026 wird ein Rückgang auf etwa 20 Prozent erwartet. Grund sind bestehende Exportbeschränkungen.
Neue Maßnahmen aus den USA könnten die Geschäfte zusätzlich belasten. Analysten zufolge könnten strengste Regeln weniger als die Hälfte der verbleibenden China-Umsätze gefährden.
Langfristig weiter Wachstum
Langfristig bleibt der Ausblick dennoch positiv. ASML rechnet bis 2030 mit einem jährlichen Umsatzwachstum zwischen 6 Prozent und 13 Prozent. Diese Prognose basierte ursprünglich auf der Annahme, dass der globale Chipmarkt erst am Ende des Jahrzehnts die Marke von eine Billion US-Dollar erreicht. Inzwischen erwarten viele Experten, dass dieses Niveau bereits deutlich früher erreicht wird.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
