Trotz Rohstoffsorgen
Nach Kursrutsch: Experten wittern bei Ford überraschendes Potenzial
Die UBS stuft Ford hoch und sieht einen deutlichen Kursspielraum. Sorgen um Aluminiumpreise seien überzogen, während langfristig neue Wachstumstreiber locken.
- UBS stuft Ford hoch auf kaufen und nennt Ziel 15 USD
- UBS sieht Aluminiumrisiken größtenteils abgesichert
- Langfristig Chancen durch Batteriespeicher und Software
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
Die Schweizer Großbank UBS rät zum Einstieg bei Ford und stuft die Aktie von neutral auf kaufen hoch, wie CNBC berichtet. Die Analysten bestätigen ihr Kursziel von 15 US-Dollar und liegen damit laut Daten von SeekingAlpha über dem durchschnittlichen Kursziel der Wall Street von 13,94 US-Dollar.
Vor allem Sorgen über steigende Aluminium- und Benzinpreise hätten die Aktie zuletzt zu stark belastet, schreibt UBS. Analyst Joseph Spak betont: "Die Anleger haben sich sehr stark auf die Auswirkungen der Aluminiumpreise auf Ford konzentriert. Wir halten diese Bedenken jedoch für übertrieben."
Die Einschätzung von UBS-Analyst Joseph Spak fällt zwar klar positiv aus, allerdings ist seine Trefferquote laut TipRanks schwach: Mit 0,8 von 5 Sternen und einer Erfolgsquote von 44 Prozent rangiert er auf Platz 11.979 von 12.176 bewerteten Wall-Street-Analysten, was seine Prognose in einem kritischeren Licht erscheinen lässt.
Aluminium bleibt Streitpunkt
Ford setzt seit Jahren auf Aluminium, insbesondere beim Pickup-Modell F-150. Doch genau diese Abhängigkeit verunsicherte Anleger zuletzt. Laut der UBS sind die Aluminiumpreise an der London Metal Exchange seit Beginn des Iran-Kriegs um rund 16 Prozent gestiegen.
Parallel dazu verlor die Ford-Aktie 13,7 Prozent an Wert. Zusätzlichen Druck erzeugten zwei Brände in einem Werk des Zulieferers Novelis in New York, die das Angebot verknappten und die Preise weiter nach oben trieben. Ford selbst hatte im vergangenen Herbst gewarnt, dass allein ein solcher Vorfall den Gewinn um bis zu 2 Milliarden US-Dollar schmälern könnte.
Absicherung reduziert Risiken
UBS sieht diese Risiken inzwischen jedoch weitgehend kontrolliert. "Wir glauben, dass Ford sein Aluminiumrisiko für dieses Jahr 'abgesichert' hat", schreibt Spak. Zudem seien Stahlpreise bereits vertraglich bis 2026 fixiert.
Die Bank erkennt daher nur geringe Risiken für die Prognose des Autobauers, der selbst von einem Gegenwind von 1 Milliarde US-Dollar durch Rohstoffpreise ausgeht.
Langfristig neue Wachstumstreiber
Für die kommenden Jahre zeigt sich die UBS deutlich optimistischer. Spak erwartet steigende Gewinne und sieht die Perspektive von bis zu 3 US-Dollar Gewinn je Aktie nach 2027.
Treiber seien eine stärkere Modellpalette, ein günstigeres regulatorisches Umfeld in den USA sowie eine pragmatischere Strategie bei Elektrofahrzeugen. Hinzu kämen neue Chancen im Bereich Batteriespeicher sowie margenstärkere Softwarelösungen für Geschäftskunden.
Aktie bleibt hinter Markt zurück
Trotz der positiven Einschätzung hat die Ford-Aktie seit Jahresbeginn rund 7 Prozent verloren und sich damit schwächer entwickelt als der Gesamtmarkt. Genau darin sieht die UBS nun jedoch eine Einstiegsgelegenheit.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
