12 % mehr Auslieferungen
Stellantis mit Verkaufsplus: Wie der Konzern die US- und Asienmärkte erobert
Stellantis erreicht weltweit 12 Prozent mehr Auslieferungen und erzielt besonders in Nordamerika und Asien starke Zahlen. Das steckt hinter der Erfolgsstrategie.
- Stellantis steigert Auslieferungen um zwölf Prozent
- Nordamerika und Asien beflügeln die Auslieferungen
- Filosa plant neuen Industrieplan zur Sanierung
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
Der französisch-italienische Automobilhersteller Stellantis gab am Mittwoch bekannt, dass seine weltweiten Auslieferungen im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent auf geschätzte 1,4 Millionen Fahrzeuge gestiegen sind, wie Reuters berichtet. Damit festigte sich die Erholung der Verkaufszahlen, die in der zweiten Jahreshälfte 2025 begonnen hatte.
Der im vergangenen Jahr ernannte CEO Antonio Filosa konzentriert sich im Rahmen der Sanierungsbemühungen für ein Unternehmen, das im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro (26,3 Milliarden US-Dollar) verbuchte, auf die Rückgewinnung von Marktanteilen. Er wird voraussichtlich am 21. Mai einen neuen Industrieplan vorstellen.
Der jüngste Anstieg der Lieferungen wurde laut Stellantis vor allem durch Nordamerika, wo sie um 17 Prozent auf 379.000 Fahrzeuge zunahmen, und die weitere europäische Region, wo sie um 12 Prozent auf 637.000 Fahrzeuge stiegen, getragen. In Südamerika, dem drittgrößten Markt für den Konzern, stieg der Absatz um 4 Prozent auf 219.000 Fahrzeuge.
In den Regionen Asien-Pazifik und Naher Osten und Afrika, wo Stellantis eine geringere Präsenz hat, stiegen die Lieferungen um 15 Prozent auf 15.000 Fahrzeuge beziehungsweise um 11 Prozent auf 111.000 Fahrzeuge. Stellantis stellte fest, dass sich die Lieferungen in den Ländern des Golf-Kooperationsrats – die stark vom andauernden Iran-Krieg betroffen sind – mehr als halbiert haben und nur noch etwa 3.000 Fahrzeuge umfassen.
Im Gegensatz zu den deutschen Herstellern VW und Mercedes konnte Stellantis damit in Asien und dem US-Markt starke Zuwächse vermelden. Stellantis hat seine Marktanteile in Nordamerika insbesondere durch die Kombination seiner Marken wie Jeep, Dodge, Ram und Chrysler gestärkt. Diese Marken haben sich in den USA und Kanada durch ihre beliebten SUVs und Pickup-Trucks eine starke Fangemeinde erarbeitet.
Jeep und Ram sind in Nordamerika besonders gefragt, da sie für robuste Fahrzeuge stehen, die in dieser Region sehr geschätzt werden. Der starke Fokus auf Pickups und SUVs, die besonders in den USA eine bedeutende Fahrzeugkategorie sind, hat Stellantis zugutekommen lassen, da sich andere Hersteller nicht immer gleich stark auf diese Marktsegmente konzentrieren. Stellantis hat in den USA durch günstige Preise, attraktive Finanzierungsoptionen und zunehmend konkurrenzfähige Modelle von FCA (Fiat Chrysler Automobiles), die jetzt Teil von Stellantis sind, eine treue Kundschaft aufgebaut.
Im Vergleich zu deutschen Herstellern wie VW und Mercedes-Benz, die in den USA weniger Marktanteile bei den großen Pickup-Trucks und SUVs haben, hat Stellantis eine starke Position in den beliebten Segmenten. In Asien hat Stellantis durch Partnerschaften und Joint Ventures mit lokalen Herstellern und durch eine Kombination aus günstigeren Fahrzeugen und stark fokussierten Fahrzeugmodellen Erfolge erzielt. Insbesondere in Ländern wie China und Indien, wo Stellantis mit Marken wie Peugeot und Fiat operiert, hat das Unternehmen seine Position verbessert.
Durch die Anpassung an lokale Vorlieben und Preisstrategien konnte Stellantis Wettbewerbsvorteile erzielen, da viele asiatische Käufer auf preiswerte und funktionale Autos angewiesen sind. Dies ist besonders wichtig, wenn man die starke Präsenz von Volkswagen und Mercedes-Benz in Asien berücksichtigt.
Die Aktie ist am Mittwoch (9:20 Uhr, MESZ) auf Tradegate 4,35 Prozent im Plus. Ein Anteilschein kostet 7,22 Euro.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion

