Neue Probleme oder Rebound?
VW-Aktie nach Verkaufssignal in Schieflage: Was kommt jetzt?
In der Volkwagen-Aktie ist es vor Kurzem zu einem technischem Verkaufssignal gekommen, doch für Anlegerinnen und Anleger gibt es Hoffnung!
- VW mit Death Cross und technischem Verkaufssignal
- Underperformance, Irankrieg und steigende Energiekosten
- U-förmige Bodenbildung, RSI und MACD deuten Erholung an
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
VW-Aktie mit anhaltender Underperformance
Für die Aktie von Volkswagen war das Börsenjahr 2026 bislang nicht von Erfolg gekrönt. Gegenüber dem Jahresauftakt steht gegenwärtig ein Minus von 11,3 Prozent zu Buche. Auch im Vorjahresvergleich können die Wolfsburger angesichts eines Plus von 1,6 Prozent nur bedingt überzeugen. Die Wachstumsschwäche des Konzerns kommt am Markt nicht gut an.
In den zurückliegenden Wochen stand die Aktie angesichts des Iran-Krieges unter besonders hohem Druck. Sie büßte in der Spitze 15 Prozent an Wert ein verschärfte damit ihre seit Mitte Dezember anhaltende Abwärtsbewegung. Die explodierenden Energiepreise drohen die zuletzt etwas verbesserten Zukunftsaussichten wieder zunichte zu machen.
Volkswagen mit Death Cross, Anteile jetzt verkaufen?
Durch den empfindlichen Rücksetzer ist es im Chart der Aktie zu einem Verkaufssignal gekommen: Die 50-Tage-Linie hat die 200-Tage-Linie von oben her kommend gekreuzt, es liegt also ein sogenanntes Death Cross vor. Sind mittelfristig also sogar noch größere Verluste zu befürchten?
Iran-Krieg verschärft Verkaufsdruck, Aktie in Schwierigkeiten
Übergeordnet handeln die Vorzüge der Wolfsburger nach einem Hoch bei rund 250 Euro auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie in einer mehrjährigen Abwärtsbewegung. In den vergangenen 1,5 Jahren hat die Verkaufsdynamik aber spürbar nachgelassen. Das zeigt sich mit Blick auf die zurückliegenden 12 Monaten an der vorwiegend seitwärts gerichteten Bewegung der Aktie.
Dank eines starken Zielsprints im vergangenen Jahr war der Aktie im Dezember ein 52-Wochen-Hoch gelungen – als Ausweis der Stärke eigentlich ein technisches Kaufsignal. Angesichts eines RSI im überkauften Bereich blieben Anschlusskäufe jedoch aus und die Aktie startete einen Abwärtstrend, der sich mit dem Beginn des Iran-Krieges erheblich verschärfte.
Die Aktie fiel aus ihrem bislang flachen Abwärtstrendkanal heraus und stürzte unter die gleitenden Durchschnittslinien auf den tiefsten Stand seit dem Trump-Crash im April vergangenen Jahres ab. In Kombination mit dem Death Cross ist es somit zu gleich mehreren Verkaufssignalen gekommen.
Verkaufssignale dürften verpuffen – das sind die Gründe
Trotzdem besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Aktie eine Gegenbewegung gelingt und vorerst keine weiteren Verluste zu befürchten sind. Im Kursverlauf ist bereits eine U-förmige Bodenbildung zu erkennen, die von einem steigenden RSI und einem Entspannungssignal im Trendstärkeindikator MACD begleitet wird. Das spricht für Nachhaltigkeit.
Außerdem war es in den vergangenen 12 Monaten bereits 2 weitere Male zu einem Death Cross gekommen. Die sprachen bei VW aber dafür, dass das Schlimmste bereits ausgestanden war. Dafür sorgte vor allem der Unterstützungsbereich zwischen 88 und 90 Euro. Dieser wurde jüngst zwar kurzfristig unterschritten, konnte aber bereits zurückerobert werden. Am Mittwoch bauen die Anteile ihre Position oberhalb von 90 Euro weiter aus.
Damit dürfte die VW-Aktie in den kommenden Tagen und Wochen vor einem Anstieg in Richtung des Widerstandsclusters stehen, das durch die gleitenden Durchschnitte und die Abwärtstrendunterkante gebildet wird. Hier wird sich das Kursgeschehen für die kommenden Monate vor entscheiden. Ein Pullback spräche für ein Anhalten der Verluste, während sich ein Sprung über 100 Euro für höhere Kurse und die Chance auf ein neues Mehrjahreshoch verbürgen würde.
Fazit: Vorsichtige Zuversicht ist erlaubt
Mit Blick auf die fundamentale Lage fällt besteht ein Mix aus Gegen- und Rückenwind. Die stark gestiegenen Energie- und Benzinpreise stellen einerseits eine Belastung dar – sowohl für den Fahrzeugabsatz als auch die Produktionskosten. Andererseits verfügen die Wolfsburger inzwischen über ein wettbewerbsfähiges Portfolio an E-Fahrzeugen, das in diesem Jahr um den ID.Polo ergänzt wird, der auch über einen konkurrenzfähigen Preis verfügen soll.
Wer bereits investiert ist, kann es bedenkenlos bleiben, solange die Aktie nicht doch noch einmal auf neue Tiefs fällt. Anlegerinnen und Anleger, die zu investieren gedenken, erhalten die Anteile gerade zu einer Bewertung deutlich unter dem historischen Mittelwert und mit einer stattlichen Dividendenrendite – allerdings noch ohne überzeugende Wachstumsstory.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion


