Über 4 Prozent im Besitz
Bitmine wird zum Strategy für Ethereum – Verluste inklusive
Bitmine veröffentlicht seinen Q1-Bericht mit deutlichen Verlusten, jagt aber unbeirrt seinem ambitionierten Ziel hinterher, fünf Prozent aller Ethereum zu kontrollieren.
- Bitmine hält 4,04 % des gesamten Ethereumbestands
- Nettoverlust 3,8 Mrd USD durch Fair-Value
- Staking liefert 10,2 Mio von 11 Mio Quartalsumsatz
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Bitmine Immersion Technologies positioniert sich zunehmend als das Ethereum-Pendant zu Strategy, dem von Michael Saylor geführtem Bitcoin-Treasury-Unternehmen.
Nur neun Monate nach dem strategischen Kurswechsel hält das Unternehmen bereits 4,04 Prozent des gesamten Angebots von Ethereum und ist damit bereits zu 81 Prozent auf dem Weg zu seinem Ziel, 5 Prozent aller existierenden Ethereum zu kontrollieren.
Mit aktuell rund 4,87 Millionen ETH im Bestand – bei einem durchschnittlichen Einstiegspreis von 2.206 US-Dollar – hat sich Bitmine zur weltweit größten Corporate-ETH-Treasury entwickelt. Der Gesamtwert der Bestände beläuft sich auf rund 10,7 Milliarden US-Dollar.
Bei einem aktuellen Ethereum-Kurs von rund 2.315 US-Dollar befindet sich das Unternehmen auf Cost-Basis sogar im Gewinn.
Milliardenverlust durch Bewertungsregeln
Trotz des massiven Vermögensaufbaus weist Bitmine in seinem jüngsten Quartalsbericht einen Nettoverlust von 3,8 Milliarden US-Dollar aus. Hauptursache sind nicht realisierte Verluste in Höhe von 3,78 Milliarden US-Dollar auf die ETH-Bestände, ausgelöst durch fallende Kurse im Berichtszeitraum.
Diese Verluste resultieren aus der seit 2024 geltenden Fair-Value-Bilanzierung, bei der digitale Vermögenswerte regelmäßig zum Marktpreis bewertet werden. Selbst ohne Verkäufe schlagen Kursbewegungen damit direkt auf die Gewinn- und Verlustrechnung durch.
Vom Mining zur Kapitalmaschine
Die Transformation des Unternehmens ist radikal. Innerhalb von sechs Monaten hat Bitmine die Anzahl ausstehender Aktien von 232 Millionen auf rund 494 Millionen mehr als verdoppelt und über 10 Milliarden US-Dollar an Eigenkapital eingesammelt.
Diese Mittel flossen nahezu vollständig in den Kauf von Ethereum.
Parallel dazu ist das klassische Mining-Geschäft praktisch kollabiert: Die Einnahmen aus dem Selbst-Mining brachen im Jahresvergleich um 86 Prozent auf lediglich 219.000 US-Dollar ein.
Stattdessen dominiert nun Staking das Geschäftsmodell. Von insgesamt 11 Millionen US-Dollar Quartalsumsatz stammen rund 10,2 Millionen US-Dollar aus Staking-Erträgen. Bitmine hat aktuell über 3,33 Millionen ETH gestakt – etwa 68 Prozent seines Gesamtbestands – und erwartet daraus jährliche Einnahmen von rund 212 Millionen US-Dollar.
Explodierende Kosten
Während die Einnahmen wachsen, steigen auch die Kosten massiv. Die allgemeinen Verwaltungsausgaben (G&A) beliefen sich im Quartal auf 75 Millionen US-Dollar – ein drastischer Anstieg gegenüber weniger als 1 Million US-Dollar im Vorjahr.
Auf Halbjahressicht summieren sich die Kosten auf fast 300 Millionen US-Dollar bei lediglich 13,3 Millionen US-Dollar Umsatz. Ein Großteil dürfte jedoch auf aktienbasierte Vergütungen im Zuge der Kapitalerhöhungen zurückzuführen sein.
*ab 500 Euro Ordervolumen über gettex, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

