Aluminium-Boom

    2989 Aufrufe 2989 0 Kommentare 0 Kommentare

    Wie China vom Nahost-Konflikt profitiert

    Während der Iran-Krieg die globalen Lieferketten kappt, springt China als Retter in der Not ein. Rekordexporte und sprudelnde Gewinne für Pekings Schmelzen zeichnen sich ab.

    Für Sie zusammengefasst
    Aluminium-Boom - Wie China vom Nahost-Konflikt profitiert

    In der globalen Metallindustrie verschieben sich die Machtverhältnisse im Eiltempo. Während der Konflikt im Iran bereits seit sieben Wochen schwelt und die wichtige Versorgungsroute am Persischen Golf blockiert, kristallisiert sich ein klarer Gewinner heraus: die Volksrepublik China.

    Die Region rund um den Persischen Golf ist für etwa 9 Prozent der weltweiten Aluminiumproduktion verantwortlich. Durch die kriegsbedingten Störungen ist dieser Nachschub fast vollständig zum Erliegen gekommen. Für internationale Einkäufer, die händeringend nach Alternativen suchen, führt kein Weg an China vorbei – dem ohnehin größten Produzenten des Planeten.

    Die Auswirkungen sind bereits in den Handelsstatistiken ablesbar. Im März stiegen die Alu-Exporte Chinas bereits um 13 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 485.000 Tonnen. Im ersten Quartal insgesamt wurden 1,46 Millionen Tonnen Aluminium exportiert, ein Plus von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

    Und für das Gesamtjahr sehen die Erwartungen ebenfalls sehr gut für Chinas Schmelzhütten aus. Analysten von Aladdiny erwarten, dass die Jahresexporte die Rekordmarke von 6,7 Millionen Tonnen aus dem Jahr 2024 erreichen oder sogar übertreffen könnten.

    https://res.cloudinary.com/i19s/image/upload/dpr_auto,f_auto,fl_lossy,q_50,w_auto/v1716362893/prod_creatives/net_288/adv_94450/cr_c603cff4-ff9e-4a5e-a14f-43ca3935d8d3

    Für Chinas Aluminiumriesen wie die Aluminum Corp. of China Ltd. (Chalco) kommt der Exportboom zum perfekten Zeitpunkt. Während die heimische Konjunktur lahmt und die Lagerbestände auf ein Sechsjahreshoch geklettert sind, saugt der Weltmarkt das Überangebot förmlich auf.

    Die Preisdifferenz (Premium) zwischen dem Weltmarkt und den chinesischen Inlandspreisen ist so hoch wie seit 2022 nicht mehr. Dies ermöglicht den Schmelzen laut Bloomberg Intelligence Profitmargen nahe dem Allzeithoch.

    Wie groß der Druck auf dem Weltmarkt ist, zeigt ein außergewöhnliches Geschäft vom 31. März: Um den "dringenden Bedarf" eines Schlüsselkunden in Thailand zu decken, lieferte eine Chalco-Einheit 510 Tonnen Legierung – ein Teil davon wurde aufgrund der Eile sogar per Flugzeug transportiert, ein extrem seltener und kostspieliger Vorgang für Industriemetalle.

    Risiken am Horizont

    Trotz der Euphorie warnen Experten vor zwei Faktoren, die das Wachstum bremsen könnten:

    - Logistikkosten: Die kriegsbedingten Steigerungen der Frachtraten könnten die Marge im Arbitrage-Handel (dem Ausnutzen von Preisunterschieden) schmälern.

    - Substitution: In der Automobilindustrie gibt es einen Trend hin zu noch leichteren Magnesiumlegierungen, was die langfristige Nachfrage nach Aluminium dämpfen könnte.

    Vorerst jedoch bleibt China der unverzichtbare Anker der weltweiten Aluminiumversorgung, während der Persische Golf als Lieferant ausfällt. Insbesondere für die Branchen Automobilbau und Verpackung werden für die Monate Mai und Juni sprunghaft ansteigende Auftragszahlen erwartet.

    Zwar geht der Iran-Konflikt auch an China nicht spurlos vorbei, doch seine Vormachtstellung bei kritischen Rohstoffen erweist sich erneut als strategischer Schutzschild. Während Europa und die USA unter den unterbrochenen Lieferketten leiden, nutzt Peking seine Marktdominanz, um wirtschaftlich deutlich glimpflicher durch die Krise zu kommen als seine westlichen Rivalen.

    Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion

    Aluminium wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,18 % und einem Kurs von 3.629PKT auf Ariva Indikation (15. April 2026, 11:02 Uhr) gehandelt.


    Reports
    Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!



    wallstreetONLINE Redaktion
    0 Follower
    Autor folgen
    Mehr anzeigen

    Melden Sie sich HIER für den Newsletter der wallstreetONLINE Redaktion an - alle Top-Themen der Börsenwoche im Überblick! Verpassen Sie kein wichtiges Anleger-Thema!

    Für Beiträge auf diesem journalistischen Channel ist die Chefredaktion der wallstreetONLINE Redaktion verantwortlich.

    Die Fachjournalisten der wallstreetONLINE Redaktion berichten hier mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Partnerredaktionen exklusiv, fundiert, ausgewogen sowie unabhängig für den Anleger.

    Die Zentralredaktion recherchiert intensiv, um Anlegern der Kategorie Selbstentscheider relevante Informationen für ihre Anlageentscheidungen liefern zu können.

    NEU: Podcast "Börse, Baby!"

    Mehr anzeigen

    NEU: Podcast "Börse, Baby!"


    Verfasst vonRedakteurIngo Kolf
    Aluminium-Boom Wie China vom Nahost-Konflikt profitiert Während der Iran-Krieg die globalen Lieferketten kappt, springt China als Retter in der Not ein. Rekordexporte und sprudelnde Gewinne für Pekings Schmelzen zeichnen sich ab.

    Profitieren Sie von unserem Alleinstellungsmerkmal als den zentralen verlagsunabhängigen Wissens-Hub für einen aktuellen und fundierten Zugang in die Börsen- und Wirtschaftswelt, um strategische Entscheidungen zu treffen.
    • ✅ Größte Finanz-Community Deutschlands
    • ✅ über 550.000 registrierte Nutzer
    • ✅ rund 2.000 Beiträge pro Tag
    • ✅ verlagsunabhängige Partner ARIVA, FinanzNachrichten und BörsenNews
    • ✅ Jederzeit einfach handeln beim SMARTBROKER+
    • ✅ mehr als 25 Jahre Marktpräsenz
    Aktien von A - Z: # A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
    wallstreetONLINE bei X wallstreetONLINE bei Instagram wallstreetONLINE bei Facebook wallstreetONLINE bei Youtube wallstreetONLINE bei LinkedIn
    Unsere Apps: Apple App Store Icon Google Play Store Icon
    Wenn Sie Kursdaten, Widgets oder andere Finanzinformationen benötigen, hilft Ihnen ARIVA gerne. 

    Unsere User schätzen wallstreet-online.de: 4.8 von 5 Sternen ermittelt aus 285 Bewertungen bei www.kagels-trading.de
    Zeitverzögerung der Kursdaten: Deutsche Börsen +15 Min. NASDAQ +15 Min. NYSE +20 Min. AMEX +20 Min. Dow Jones +15 Min. Alle Angaben ohne Gewähr.
    Copyright © 1998-2026 Smartbroker Holding AG - Alle Rechte vorbehalten.
    Mit Unterstützung von: Ariva Smartbroker+
    Daten & Kurse von: TTMzero