Musk im Visier
Klage gegen xAI: Wird das Milliardenprojekt zum Risiko?
Eine Klage gegen Elon Musks KI-Firma xAI sorgt für Aufsehen: Es geht um illegale Anlagen, Gesundheitsrisiken und wachsenden Widerstand gegen Datenzentren.
- NAACP klagt gegen xAI wegen illegaler Gasturbinen
- Anlagen stoßen Schadstoffe aus, fördern Erkrankungen
- Widerstand gegen Datenzentren, Belastung durch Colossus
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Die Bürgerrechtsorganisation NAACP hat Klage gegen Elon Musks KI-Unternehmen xAI eingereicht. Der Vorwurf wiegt schwer, wie das Wall Street Journal berichtet. Das Unternehmen soll in Southaven im US-Bundesstaat Mississippi Gasturbinen ohne Genehmigung betreiben und damit gegen das Luftreinhaltegesetz verstoßen.
Laut Klageschrift stoßen die Anlagen Schadstoffe und gefährliche Chemikalien aus. Diese stehen im Verdacht, Asthma, Atemwegserkrankungen, Herzprobleme und bestimmte Krebsarten zu fördern.
Abre' Conner, Direktorin für Umwelt- und Klimagerechtigkeit bei der NAACP, findet deutliche Worte. "Ein Rechenzentrum sollte nicht zum potenziellen Todesurteil für die Gesundheit einer Gemeinde werden", erklärte sie. xAI äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.
Widerstand gegen Datenzentren wächst
Der Konflikt trifft einen Nerv. In mehr als zehn US-Bundesstaaten haben Politiker in diesem Jahr temporäre Baustopps für Datenzentren vorgeschlagen. Steigende Energiepreise, Lärmbelastung und Umweltfolgen sorgen für zunehmende Kritik in der Bevölkerung.
Musks Projekte stehen dabei besonders im Fokus. An der Grenze zwischen Tennessee und Mississippi baut er seine KI-Infrastruktur massiv aus, um im Wettbewerb mit Konkurrenten wie OpenAI und Anthropic aufzuholen.
Große Vision, große Belastung
In Memphis hat xAI bereits ein riesiges Rechenzentrum errichtet. Die Anlage mit dem Namen Colossus gilt laut Unternehmen als größter Supercomputer der Welt und betreibt den KI-Chatbot Grok. Ein noch größeres Projekt, Colossus 2, ist bereits in Planung.
Vor Ort sorgt das für gemischte Reaktionen. Einige hoffen auf wirtschaftlichen Aufschwung, andere sehen erhebliche Belastungen. Die Anlagen schaffen nur wenige hundert Arbeitsplätze, verbrauchen jedoch täglich Millionen Liter Wasser und enorme Mengen Strom.
xAI verteidigt sich gegen die Kritik an den Gasturbinen. Viele der Anlagen seien nur vorübergehend im Einsatz und benötigten daher keine Genehmigung, argumentiert das Unternehmen.
Unruhe vor dem Börsengang
Die Klage wurde vor einem Bundesgericht im Norden von Mississippi eingereicht. Unterstützt wird die NAACP von Umweltorganisationen wie dem Southern Environmental Law Center und Earthjustice.
Der Rechtsstreit fällt für Musk in eine ohnehin angespannte Phase. xAI steht im Umfeld eines möglichen Börsengangs der Muttergesellschaft SpaceX. Zudem hat das Unternehmen erst im März Stellen abgebaut.
Die Klage könnte die Expansionspläne belasten und die Debatte über die Schattenseiten des KI-Booms weiter anheizen.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
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