Luxus-Schock an Flughäfen
Unsichtbarer Umsatzkiller: Wie der Iran-Konflikt Luxusfirmen trifft
Der Konflikt im Nahen Osten trifft Duty-Free-Shops hart. Luxuskonzerne verlieren Umsatz, während Flughäfen schließen und Reisende ausbleiben.
- Flugausfälle entziehen Duty-Free Kundschaft
- LVMH und Kering melden Umsatzrückgänge global
- Drohnenangriffe schränken Flughäfen und Verkäufe ein
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Der Krieg im Nahen Osten trifft die globale Luxusindustrie an einer empfindlichen Stelle, wie Reuters berichtet. Duty-Free-Shops (DFS) an internationalen Flughäfen verlieren Kunden, weil Flüge ausfallen und wichtige Drehkreuze nur eingeschränkt arbeiten. Für Konzerne wie LVMH, Kering oder L'Oréal wird ausgerechnet ein besonders margenträchtiger Vertriebskanal zur Belastung.
Seit sechs Wochen hält die Störung an. Sie offenbart laut Analysten eine strukturelle Schwäche: Viele Luxus- und Beautyunternehmen haben stark auf Flughafenverkäufe und wohlhabende Reisende aus der Golfregion gesetzt, um eine schwächere Nachfrage in China und Europa auszugleichen.
Deutlicher Rückgang im Flugverkehr
Die Zahlen zeigen den Einbruch deutlich: Internationale Flüge in die Region brachen in der ersten Märzhälfte massiv ein. Zwar sank die Quote der Flugausfälle von 65 Prozent am 3. März auf 13 Prozent am 27. März, doch gleichzeitig wurde das Flugangebot insgesamt reduziert, wie Daten von Cirium zeigen.
Damit fehlen genau die Kunden, die besonders viel Geld für Parfum, Kosmetik und Spirituosen ausgeben.
LVMH spürt direkten Umsatzverlust
Der Luxuskonzern LVMH meldet bereits konkrete Einbußen. Finanzchefin Cécile Cabanis erklärte: DFS kosten den selektiven Einzelhandel, zu dem auch die Kosmetikmarke Sephora gehört, "zwei Prozentpunkte Wachstum". Zudem habe der Konflikt den Konzernumsatz im letzten Quartal um mindestens einen Prozent gedrückt.
Cabanis betonte die schwache Nachfrage deutlich: "Was wir heute sehen, ist, dass die Nachfrage nach wie vor sehr gering ist."
Die Aktie von LVMH notierte in Paris zwischenzeitlich bei 476,55 Euro und liegt seit Jahresbeginn etwa 26 Prozent im Minus (Stand 12:36 Uhr).
Drohnenangriffe legen Drehkreuze lahm
Besonders hart trifft es zentrale Flughäfen. Der Dubai International Airport arbeitet nach einem Drohnenangriff nur eingeschränkt. In Kuwait wurde der Flughafen wegen wiederholter Angriffe sogar komplett geschlossen. Dort stehen die Verkaufsflächen großer Anbieter still.
Unternehmen reagieren mit Notmaßnahmen. Avolta verlagert Warenbestände in stärker frequentierte Regionen. Finanzchef Yves Gerster sagte jedoch, dass gestrandete Reisende teilweise für höhere Umsätze bei Lebensmitteln sorgten.
Auch Kering meldet Rückgänge
Der Luxuskonzern Kering spürt ebenfalls Gegenwind. Finanzchefin Armelle Poulou erklärte gegenüber Reuters, dass der Reiseeinzelhandel leicht unter dem Vorjahr liege. Sie sagte, dass "die Entwicklung bei den lokalen Kunden widerstandsfähiger war als die tourismusbezogene Nachfrage".
Im März habe der Konflikt den Umsatz um drei Prozent gedrückt, im Quartal um ein Prozent. Besonders betroffen sei die Marke Gucci. Die Aktie verlor in Paris zuletzt 10 Prozent und notierte bei 252 Euro (Stand 12:36 Uhr MEZ).
Investoren blicken auf kommende Zahlen
Die Unsicherheit bleibt hoch. Anleger richten ihren Blick nun auf die kommenden Quartalszahlen großer Kosmetikkonzerne. Estée Lauder berichtet am 1. Mai, während L'Oréal bereits am 22. April Einblick gibt.
Gerade für Unternehmen mit starkem Fokus auf Reiseeinzelhandel könnte sich die Lage weiter verschärfen, wenn der Konflikt anhält.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
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