Das trifft viele Depots
OpenAI & Anthropic greifen an – jetzt müssen diese Aktien zittern
Die UBS erwartet wachsenden Druck auf klassische Softwarefirmen. Kunden bauen mit OpenAI und Anthropic eigene Apps und Agenten. Für klassische SaaS-Anbieter könnte das schmerzhaft werden.
- KI-Modelle bedrohen klassische SaaS-Anbieter
- Kunden entwickeln eigene Apps und autonome Agenten
- Datenqualität, Sicherheit und Governance als Chance
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Die Analysten von UBS sehen wachsenden Druck auf klassische Softwareunternehmen durch den rasanten Aufstieg von OpenAI und Anthropic. Nach Eindrücken von der KI-Konferenz HumanX in San Francisco kommen sie zu dem Schluss, dass sich die großen Sprachmodelle zunehmend von reinen Technologieplattformen zu direkten Konkurrenten etablierter Softwareanbieter entwickeln.
Nach Einschätzung der Analysten investieren Unternehmen inzwischen deutlich stärker in KI-Agenten – also Systeme, die eigenständig Aufgaben erledigen, Prozesse steuern oder Anwendungen bauen können. Das gehe weit über bekannte Werkzeuge wie Microsoft Copilot oder reine Programmierhilfen hinaus. Kunden nutzten bereits Claude und ChatGPT, um eigene Anwendungen und automatisierte Agenten für den produktiven Einsatz zu entwickeln.
Damit wächst aus Sicht von UBS das Risiko für klassische Software as a Service (SaaS)-Anbieter, die bislang für Workflow-Automatisierung, Dokumentenverarbeitung oder Unternehmensprozesse bezahlt wurden. Wenn Unternehmen solche Aufgaben künftig direkt mit KI-Modellen lösen, könnten Teile der bisherigen Softwarebudgets abwandern. UBS verweist darauf, dass diese Sorge inzwischen zunehmend in den Kursen vieler Softwareaktien eingepreist sei.
Als vergleichsweise robuster gelten dagegen Firmen, die Unternehmensdaten sichern, strukturieren oder nutzbar machen. Genannt werden Snowflake, Palantir Technologies und Databricks. In vielen Gesprächen auf der Konferenz sei deutlich geworden, dass Datenqualität, Sicherheit und Governance als entscheidender Wettbewerbsvorteil gelten. KI-Systeme benötigen verlässliche Datenquellen, Zugriffskontrollen und nachvollziehbare Prozesse – genau dort sehen die Analysten Chancen für diese Anbieter.
Gemischt fällt das Urteil über Microsoft aus. Mehrere Gesprächspartner hätten berichtet, dass Microsoft bei KI-Produkten hinterherhinke und Copilot enttäusche. Andere warnten jedoch davor, den Konzern abzuschreiben. Microsoft verfüge in Unternehmen über großes Vertrauen bei Sicherheit, Zugriffsrechten und Compliance – ein Vorteil, der im KI-Zeitalter entscheidend sein könnte.
Für Anleger zeigt die Analyse vor allem eines: Der KI-Wettbewerb verschiebt sich. Nicht nur Chipfirmen oder Cloud-Anbieter profitieren, sondern zunehmend auch Anbieter fertiger KI-Anwendungen. Gleichzeitig geraten klassische Softwaremodelle stärker unter Druck. Gewinner dürften jene Unternehmen sein, die Daten kontrollieren, KI sinnvoll integrieren oder selbst zu Plattformen für intelligente Agenten werden.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

