Mehr als 20% Aufwärtspotenzial
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Nestlé, Danone und Unilever gelten als solide Dividendentitel. Jetzt sehen die Analysten von BofA Research gleich bei allen dreien Aufholpotenzial. Und einer könnte richtig durchstarten.
- BofA stuft Unilever, Nestlé und Danone kaufenswert
- Unilevers Nordamerikaumbau stärkt Beauty und Pflege
- Indiens Wachstum und New York Listing als Treiber
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Die US-Großbank Bank of America hat ihre Bewertung der drei europäischen Konsumgütergiganten Unilever, Nestlé und Danone aktualisiert – und alle drei mit einer Kaufempfehlung versehen. Den größten Spielraum nach oben rechnen die Analysten jedoch Unilever zu: Mit einem Kursziel von 5.300 Britischen Pence taxiert BofA das Aufwärtspotenzial der Dove- und Knorr-Mutter auf rund 23 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau von rund 4.295 Pence.
Der Grund für die optimistische Einschätzung liegt laut BofA weniger in den kurzfristigen Quartalszahlen als in einer tiefgreifenden Neuausrichtung. Unilever hat sein Nordamerika-Geschäft in den vergangenen fünf Jahren grundlegend umgebaut: Eisgeschäft und Randmarken wurden abgestoßen, dafür wuchs der Anteil von Beauty-, Wellness- und Pflegeprodukten am US-Umsatz auf rund 80 Prozent. Selbst ohne die zuletzt stark gewachsenen Wellbeing-Marken wie Liquid I.V. oder Olly habe Unilever seine Wettbewerber in Nordamerika um 60 Basispunkte übertroffen – ein Befund, den der Markt nach Einschätzung der Analysten bislang ignoriert.
Als zweiten Kurstreiber identifiziert BofA das Indien-Geschäft. Mit einem Umsatzanteil von zwölf Prozent – pro forma nach dem geplanten Verkauf des Lebensmittelgeschäfts an McCormick sogar 16 Prozent – sei Unilever unter den großen Konsumgüterkonzernen am stärksten in dem Wachstumsmarkt verankert. Die Bank erwartet dort mittelfristig ein jährliches Volumen-Wachstum von vier Prozent. Das Unternehmen sei die Referenzadresse für Investoren, die an Indiens aufstrebende Mittelschicht glauben wollen.
Zusätzliche Fantasie liefert ein möglicher Kurskatalysator politischer Natur: Der aktivistische Investor Trian Partners – vertreten im Unilever-Aufsichtsrat durch Nelson Peltz – könnte auf eine Verlegung des Börsenprimärlistings von London nach New York drängen. Präzedenzfälle wie der Rohstoffkonzern Ferguson zeigen, dass ein solcher Schritt Bewertungsabschläge gegenüber US-Wettbewerbern wie P&G und Colgate spürbar verringern kann. Derzeit handelt Unilever mit einem Abschlag von rund 20 Prozent auf diese Peer Group – trotz vergleichbarer operativer Kennziffern.
Nestlé und Danone hält BofA ebenfalls für kaufenswert, wenngleich mit weniger Nachdruck. Bei der Schweizer Nestlé – Kursziel 95 Franken – sehen die Analysten Erholungspotenzial nach einer längeren Schwächephase; der Konzern kämpft mit Marktanteilsverlusten in mehreren Kernkategorien und einer schleppenden Volumenentwicklung. Bei Danone, für die BofA ein zweistelliges Aufwärtspotenzial sieht, sticht das Nordamerika-Geschäft mit der Joghurtmarke Oikos positiv hervor – inklusive des jüngsten Einstiegs in den US-Proteinshake-Markt, den die Analysten für besonders vielversprechend halten.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

