Yuan-Handel verdoppelt

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    Wackelt das Fundament der US-Dollar-Dominanz?

    Während der Iran-Konflikt den Ölmarkt erschüttert, wittert China seine Chance: Der Yuan schickt sich an, den "Petrodollar" herauszufordern. Aber so einfach geht das nicht.

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    Yuan-Handel verdoppelt - Wackelt das Fundament der US-Dollar-Dominanz?

    Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts nimmt der US-Dollar eine zentrale Rolle im globalen Finanzsystem ein. Als führende Reservewährung der Weltwirtschaft machen US-Dollar rund 57 Prozent der globalen Währungsreserven aus. Zudem ist der sogenannte Greenback die dominierende Währung im internationalen Handel und Zahlungsverkehr. Das ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die USA und Saudi-Arabien 1974 das Petrodollar-System etablierten. Saudi-Arabien verpflichtete sich, Öl ausschließlich in US-Dollar zu verkaufen und die Einnahmen in US-Staatsanleihen zu reinvestieren, während die USA im Gegenzug militärische Sicherheit garantierten. Dies sicherte die Vormachtstellung des Greenbacks nach dem Ende des Goldstandards 1971.

    Doch der aktuelle Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat den ölreichen Ländern des Nahen Ostens gezeigt, dass sie sich auf dieses Versprechen einer militärischen Sicherheit nicht verlassen können. Einige von ihnen haben ihren Ölhandel auf andere Währungen ausgeweitet, sodass der Konflikt letztendlich wie ein Brandbeschleuniger für eine Entwicklung wirkt, die man in Washington mit wachsender Sorge beobachtet: Den Aufstieg des Petroyuans.

    Nachdem der Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus verschärft hat, begann Teheran, Yuan-Zahlungen von Frachtschiffen zu akzeptieren, um diesen die sichere Passage zu ermöglichen. Saudi-Arabien arbeitet bereits seit 2022 daran, den Ölhandel in der chinesischen Währung zu ermöglichen und ist ein wichtiger Akteur der digitalen Zahlungsplattform "mBridge", die den direkten Währungsumtausch über die Blockchain ermöglicht.

    Während die Vereinigten Staaten den US-Dollar zunehmend als politisches Druckmittel einsetzen, positioniert Peking seine Währung als sanktionssichere Alternative. Diese Strategie zahlt sich aus. Das Handelsvolumen von auf Yuan lautenden Rohölgeschäften hat aufgrund des Konflikts massiv zugenommen, berichtet Bloomberg unter Berufung auf regierungsnahe Kreise.

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    Die Zahlen untermauern den Trend: Chinas grenzüberschreitendes Zahlungssystem CIPS knackte kürzlich erstmals die Marke von einer Billion Yuan an einem einzigen Tag (1,22 Billionen Yuan, umgerechnet ca. 152 Milliarden Euro). Besonders im Yuan-Handel mit dem Nahen Osten zeigt sich eine steile Kurve: Die Transaktionen wuchsen seit 2020 jährlich um durchschnittlich 53 Prozent. "Dieser Konflikt könnte als entscheidender Auslöser für den Niedergang der Dominanz des Petrodollars und den Beginn des Petroyuan in Erinnerung bleiben", erklärte die Strategin Mallika Sachdeva von der Deutschen Bank kürzlich in einer Analyse. 

    Ein schneller Sturz des US-Dollars ist allerdings unwahrscheinlich. Die Hürden für den Yuan sind gewaltig. Während das CIPS Rekorde feiert, bewegt das US-geführte CHIPS-System täglich durchschnittlich 2 Billionen US-Dollar. Der Yuan ist im Vergleich dazu noch ein Zwerg. Hinzu kommen Chinas Kapitalverkehrskontrollen, die verhindern, dass der Yuan frei konvertierbar ist. Solange Investoren ihr Geld nicht jederzeit problemlos abziehen können, bleibt der Yuan für viele Zentralbanken als Reservewährung unattraktiv. Und zu guter Letzt besteht auch ein politisches Risiko: Die Trump-Administration hat deutlich gemacht, dass sie eine Schwächung des Greenback nicht tatenlos hinnehmen wird. Für Golfstaaten wie Saudi-Arabien wäre ein kompletter Wechsel zum Yuan ein diplomatischer Hochseilakt, der die jahrzehntelange Sicherheitsarchitektur mit den USA gefährden könnte.

    Experten erwarten, dass der Anteil des US-Dollars am Rohstoffhandel in den nächsten fünf Jahren von 80 auf 70 Prozent sinken wird, während der Yuan seinen Anteil auf bis zu 10 Prozent verdoppeln könnte.

    Das Ende des US-Dollars als Weltwährung steht nicht unmittelbar bevor, aber die Ära der absoluten Monopolstellung bröckelt. China verfolgt eine langfristige Strategie und findet dafür immer mehr Partner, die nach einer Alternative zum Greenback suchen. Der Iran-Konflikt hat das Fenster für den Petroyuan so weit geöffnet wie nie zuvor.

    Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion


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    Verfasst vonRedakteurIngo Kolf
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