Heliumknappheit wegen Krieg
Sind Helium-Aktien der nächste große Hype an der Börse?
Die Preise für das Edelgas Helium sind aufgrund des Iran-Krieges stark angestiegen. Davon könnten Helium-Explorer profitieren. Sind Helium-Aktien der nächste große Börsen-Hype? Die Hintergründe.
2026 sind es nicht nur die üblichen Verdächtigen, die den Börsenmarkt bewegen: Helium-Aktien haben sich als unerwartete Gewinner herauskristallisiert. Nachdem der Iran-Konflikt die Heliumproduktion in Katar massiv beeinträchtigt hat, erleben Unternehmen wie Avanti Helium und Pulsar Helium Kursverdopplungen. Doch ist dieser Hype wirklich gerechtfertigt oder wird er genauso schnell verschwinden, wie er gekommen ist?
Der geheime Treiber hinter dem Hype ist, dass Helium ein wichtiger Rohstoff ist, der für die Halbleiterproduktion und andere hochmoderne Technologien unverzichtbar ist. Doch plötzlich fehlt es an diesem Gas, das für die Chipproduktion benötigt wird. Der Iran-Konflikt hat die Heliumproduktion in Katar, einem Land, das ein Drittel des weltweiten Heliumangebots liefert, drastisch reduziert. Diese geopolitischen Spannungen haben die Preise von Helium weltweit in die Höhe getrieben. Laut Fitch Ratings haben sich die Heliumpreise seit Ausbruch des Iran-Kriegs nahezu verdoppelt.
Mega-Rallye bei Helium-Aktien
Die Knappheit von Helium wird durch die stark steigende Nachfrage aus der Halbleiterindustrie zusätzlich befeuert. Unternehmen wie Avanti Helium und Pulsar Helium konnten aufgrund dieser Engpässe ihre Aktienkurse massiv steigern – mit Kursgewinnen von bis zu 300 Prozent. Während große Industriegas-Konzerne wie Linde und Air Products weiterhin den Markt dominieren, profitieren vor allem kleine Unternehmen von der Unsicherheit rund um die Lieferengpässe.
Auch Unternhmen wie Helium One Global, Global Helium und First Helium konnten teilweise massiv hinzugewinnen. Allerdings ist bei den kleinen Werten auch eine hohe Volatilität zu beobachten.
Iran-Krieg als geopolitisches Risiko
Der Iran-Krieg – allen voran die Angriffe des Iran auf Katar – hat das Angebot an Helium erheblich eingeschränkt. Nach den jüngsten Angriffen auf die Ras Laffan LNG-Anlage, welche etwa ein Drittel der weltweiten Heliumproduktion liefert, wird es Jahre dauern, bis diese Produktionskapazitäten wiederhergestellt sind. Diese Unsicherheit und die drastische Angebotsverknappung haben die Märkte ins Wanken gebracht. Doch auch die Preise sind intransparent, was bedeutet, dass die Knappheit möglicherweise noch größer ist als bisher bekannt.
Steigende Preise und zunehmende Nachfrage: Die Preise für Helium sind in China, einem der größten Abnehmer, seit Februar 2026 bereits um rund 10 Prozent gestiegen. Dies verdeutlicht die Ernsthaftigkeit der Situation – die Nachfrage übersteigt das Angebot und könnte zu noch größeren Preissteigerungen führen. Unternehmen aus der Halbleiterbranche und sogar Verteidigungsunternehmen müssen sich zunehmend Gedanken darüber machen, wie sie ihre Heliumvorräte sichern können.
Risiken hinter dem Hype
Trotz der beeindruckenden Kursgewinne bergen Investitionen in Helium-Aktien erhebliche Risiken. Viele kleine Unternehmen befinden sich noch in der Explorationsphase und verfügen noch nicht über stabile Einnahmequellen. Unternehmen wie Avanti Helium werden voraussichtlich erst Mitte 2026 mit der Heliumproduktion beginnen.
Christopher Ecclestone, Analyst bei Hallgarten & Company, warnt gegenüber CNBC vor den Risiken, die mit der Heliumproduktion verbunden sind. Trotz der steigenden Preise könnten viele kleine Heliumunternehmen Schwierigkeiten haben, nachhaltig von der Knappheit zu profitieren. Große Unternehmen wie Linde und ExxonMobil, die ebenfalls Helium produzieren, profitieren hingegen von der Preiserhöhung und der gestiegenen Nachfrage.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
