Iran-Krieg belastet
Kerosinpreisexplosion setzt Easyjet zu – Aktie tiefrot! Bald kein Kerosin mehr?!
Die Kerosinpreisexplosion belastet vor allem Billigflieger wie Easyjet. Die Aktie brach am Donnerstag nach der Bekanntgabe eines schwachen Buchungsausblicks ein. Die IEA warnt indes vor Flugausfällen wegen Kerosinmangel.
Die Aktien von EasyJet sind am Donnerstag zeitweise um fast neun Prozent gefallen, nachdem der europäische Billigflieger auf die drängenden geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen hingewiesen hatte. Der Iran-Krieg und die steigenden Kerosinpreise belasten die Fluggesellschaft schwer.
Steigende Kosten und geopolitische Unsicherheit
Laut EasyJet summierten sich die zusätzlichen Kosten durch die gestiegenen Kerosinpreise allein im März auf rund 25 Millionen britische Pfund (34 Millionen US-Dollar). Der Konflikt im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus drohen, diese Kosten weiter in die Höhe zu treiben. EasyJet erklärte, dass der Großteil der Sommertreibstoffkosten bereits durch Hedging abgesichert sei, die verbleibende Menge jedoch weiterhin stark von Preisschwankungen abhängig sei. Jeder Anstieg um 100 US-Dollar pro Tonne Kerosin könnte die Ausgaben um weitere 40 Millionen Pfund belasten.
Erwartungslücke: Wo bleiben die Buchungen?
Zudem hat die Fluggesellschaft eine "verkürzte Buchungskurve" verzeichnet, was bedeutet, dass Kunden ihre Flüge später buchen. Dies führt zu einer unsichereren Vorhersage der zukünftigen Einnahmen.
Mit nur 63 Prozent verkauften Tickets für das dritte Quartal, was 2 Prozentpunkte unter dem Vorjahr liegt, und nur 30 Prozent verkauften Tickets für das vierte Quartal, deutet dies auf eine schwache Buchungsnachfrage hin. Eine anhaltende Unsicherheit durch geopolitische Spannungen und volatile Kraftstoffpreise könnte diese Tendenz verstärken.
Die Airline hat angekündigt, dass der Verlust vor Steuern im ersten Halbjahr bei rund 540 bis 560 Millionen Pfund liegen dürfte. Das ist deutlich mehr, als bisher erwartet worden war. Die vollständigen Ergebnisse für das erste Halbjahr wird das Unternehmen am 21. Mai veröffentlichen.
Die Langfristperspektive von EasyJet
Trotz dieser Rückschläge betont CEO Kenton Jarvis die finanzielle Stärke des Unternehmens, die durch eine Bilanz mit Investment-Grade-Rating und Bargeldreserven in Höhe von 4,7 Milliarden Pfund gestützt werde. Trotz der schwierigen geopolitischen Lage glaubt das Unternehmen deshalb, gut gerüstet zu sein, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen.
Flugausfälle drohen! Europa hat nur noch für 6 Wochen Treibstoff
Laut Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), hat Europa nur noch Kerosin für etwa sechs Wochen. Der Iran-Konflikt und blockierte Lieferungen über die Straße von Hormus könnten zu Flugausfällen führen. Lufthansa hat bereits einen Notfallplan, um mit einem Kerosinmangel umzugehen, indem ältere Maschinen vorübergehend stillgelegt werden.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

