Ölpreis-Schock
Inflation steigt massiv: Was macht jetzt die EZB?
Zwar ist im März die Kerninflation leicht gesunken im Euro-Raum: Erwartungsgemäß zog die Teuerung aber aufgrund der hohen Energiepreise massiv an. Wie wird jetzt die EZB auf dieses Szenario reagieren?
- Eurozone Inflation März 2026 bei 2,6 Prozent
- Energiepreisschock treibt Inflation in 23 Ländern
- EZB-Leitzins 2,0 Prozent Entscheidung am 30 April
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Es war zu erwarten: Die Inflation zieht an durch die erhöhten Energiekosten. Wie Eurostat am Donnerstag berichtet, liegt die jährliche Inflationsrate im Euroraum im März 2026 bei 2,6 Prozent, nach 1,9 Prozent im Februar. Im Vorjahr betrug sie 2,2 Prozent.
Nach Angaben von Eurostat wurden die niedrigsten jährlichen Inflationsraten in Dänemark (1,0 Prozent), Tschechien, Zypern und Schweden (jeweils 1,5 Prozent) verzeichnet. Die höchsten jährlichen Inflationsraten wurden in Rumänien (9 Prozent), Kroatien (4,6 Prozent) und Litauen (4,4 Prozent) registriert. Im Vergleich zum Februar 2026 sank die jährliche Inflation in drei Mitgliedstaaten, blieb in einem stabil und stieg in 23.
In Deutschland kletterte die Inflation auf 2,8 Prozent, während sie im Februar noch bei 2,0 Prozent gelegen hatte. Damit ist die Inflation über die Zielmarke der EZB von 2,0 Prozent ausgebrochen.
Im Euro-Raum trugen im März 2026 Dienstleistungen (+1,49 Prozentpunkte), Energie (+0,48 Prozentpunkte), Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak (+0,45 Prozentpunkte) sowie Industriegüter ohne Energie (+0,13 Prozentpunkte) positiv zur jährlichen Inflationsrate der Eurozone bei.
Nach dem Anstieg der Inflation in 23 Ländern besteht die dringliche Frage, was die Europäische Zentralbank angesichts des Ölpreis-Schocks und der Teuerung tun wird?
Innerhalb der Entscheider-Riege gibt es verschiedene Lager: Während die einen für eine rasche Erhöhung des Leitzinses plädieren, sind andere zurückhaltener.
Die grundlegende ökonomische Theorie besagt, dass Zentralbanken einmalige Preisschocks, die durch Angebotsstörungen entstehen, außer Acht lassen sollten. ABER: Der rasche Anstieg der Energieinflation kann sich leicht ausweiten, wenn Unternehmen beginnen, diese in die Verkaufspreise einzukalkulieren.
Momentan liegt der europäische Leitzins noch bei 2,0 Prozent. Am 30.April steht der nächste Leitzinsentscheid der EZB an. Der Markt rechnet bereits mit zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr durch die Währungshüter.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

