Fiskalische Sensation

    38213 Aufrufe 38213 0 Kommentare 0 Kommentare

    Rekord-Überschuss: Griechenland lässt Deutschland und die Schweiz alt aussehen

    Während Europas Schwergewichte in Schulden versinken, liefert das einstige Sorgenkind Griechenland Rekordzahlen. Die Sparziele für 2025 dürften massiv übertroffen werden.

    Für Sie zusammengefasst
    Fiskalische Sensation - Rekord-Überschuss: Griechenland lässt Deutschland und die Schweiz alt aussehen

    Es ist eine Ironie der Wirtschaftsgeschichte, die vor einem Jahrzehnt niemand für möglich gehalten hätte. Das Land, das einst den Fortbestand der Eurozone gefährdete und unter drakonischen Sparauflagen litt, hat sich zum fiskalischen Musterschüler gewandelt. Aktuelle Daten zeichnen ein Bild, das in Brüssel und Berlin für Staunen sorgen dürfte: Griechenland steuert 2025 auf einen massiven Haushaltsüberschuss zu, der weit über den ursprünglichen Erwartungen liegt.

    Athen hat die wichtigsten Fiskalkennzahlen für das Jahr 2025 um mindestens einen Prozentpunkt übertroffen, berichtet Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Besonders beeindruckend ist der sogenannte Primärüberschuss – also die Bilanz aus Einnahmen und Ausgaben vor Zinszahlungen. Während die Regierung ein ohnehin ambitioniertes Ziel von 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verfolgte, deuten die aktuellen Schätzungen nun auf einen Wert von 4,8 bis 4,9 Prozent hin.

    Doch damit nicht genug: Selbst nach Abzug der Zinslast für die hohen Altschulden bleibt Griechenland ein Gesamtüberschuss von rund 1,6 Prozent des BIP übrig. Zum Vergleich: Die Bundesrepublik Deutschland kämpft derzeit mühsam um die Einhaltung der Schuldenbremse und kam zuletzt auf ein Defizit von 2,7 bis 2,8 Prozent, während die Schweiz zwar einen Überschuss erwirtschaftet, aber von lediglich 0,5 Prozent. Länder wie Frankreich oder Italien weisen hingegen Defizite auf, die weit jenseits der Maastricht-Grenze von 3 Prozent liegen.

    Griechenland muss allerdings auch möglichst hohe Überschüsse erzielen, um die Zinsen für seine immense Schuldenlast zu bedienen und das Vertrauen der Investoren zu behalten. Die Schweiz hat eine der niedrigsten Schuldenquoten der Welt (ca. 37 Prozent des BIP) und muss niemandem mehr etwas beweisen. Deutschland liegt dank kreativer Buchführung bei etwa 63 Prozent und Griechenland immer noch bei rund 150 Prozent (nach dem Rekord von 206 Prozent im Pandemiejahr 2020).

    https://res.cloudinary.com/i19s/image/upload/dpr_auto,f_auto,fl_lossy,q_50,w_auto/v1716362893/prod_creatives/net_288/adv_94450/cr_c603cff4-ff9e-4a5e-a14f-43ca3935d8d3

    Die zuletzt freundliche Entwicklung in Griechenland ist kein Zufallsprodukt oder ein statistischer Ausreißer. Sollten sich die Zahlen bei der offiziellen Veröffentlichung der EU-Fiskaldaten am 22. April bestätigen, wäre es das vierte Jahr in Folge, in dem die griechische Regierung ihre eigenen Finanzziele übertrifft.

    Diese neugewonnene Stabilität hat Griechenland nicht nur zurück in den Bereich des "Investment Grade" bei den großen Ratingagenturen geführt, sondern verschafft dem Land auch dringend benötigten politischen Spielraum. Denn die geopolitischen Turbulenzen im Nahen Osten und die allgemeine Schwäche der Weltwirtschaft gehen auch an der Ägäis nicht spurlos vorbei. Experten erwarten, dass Griechenland seine Wachstumsprognose für 2026 von ursprünglich 2,4 auf etwa 2,0 Prozent nach unten korrigieren muss.

    Dennoch demonstriert Griechenland derzeit eine Form der fiskalischen Resilienz, die im globalen Vergleich fast nur noch von rohstoffreichen Staaten wie Norwegen oder den Golfstaaten erreicht wird. Während die großen G7-Nationen mit strukturellen Defiziten und steigenden Zinslasten ringen, nutzt Athen seine Überschüsse, um Schulden aktiv abzubauen und gleichzeitig soziale Puffer zu schaffen.

    Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion


    Reports
    Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!



    wallstreetONLINE Redaktion
    0 Follower
    Autor folgen
    Mehr anzeigen

    Melden Sie sich HIER für den Newsletter der wallstreetONLINE Redaktion an - alle Top-Themen der Börsenwoche im Überblick! Verpassen Sie kein wichtiges Anleger-Thema!

    Für Beiträge auf diesem journalistischen Channel ist die Chefredaktion der wallstreetONLINE Redaktion verantwortlich.

    Die Fachjournalisten der wallstreetONLINE Redaktion berichten hier mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Partnerredaktionen exklusiv, fundiert, ausgewogen sowie unabhängig für den Anleger.

    Die Zentralredaktion recherchiert intensiv, um Anlegern der Kategorie Selbstentscheider relevante Informationen für ihre Anlageentscheidungen liefern zu können.

    NEU: Podcast "Börse, Baby!"

    Mehr anzeigen

    NEU: Podcast "Börse, Baby!"


    Verfasst vonRedakteurIngo Kolf
    Fiskalische Sensation Rekord-Überschuss: Griechenland lässt Deutschland und die Schweiz alt aussehen Während Europas Schwergewichte in Schulden versinken, liefert das einstige Sorgenkind Griechenland Rekordzahlen. Die Sparziele für 2025 dürften massiv übertroffen werden.

    Profitieren Sie von unserem Alleinstellungsmerkmal als den zentralen verlagsunabhängigen Wissens-Hub für einen aktuellen und fundierten Zugang in die Börsen- und Wirtschaftswelt, um strategische Entscheidungen zu treffen.
    • ✅ Größte Finanz-Community Deutschlands
    • ✅ über 550.000 registrierte Nutzer
    • ✅ rund 2.000 Beiträge pro Tag
    • ✅ verlagsunabhängige Partner ARIVA, FinanzNachrichten und BörsenNews
    • ✅ Jederzeit einfach handeln beim SMARTBROKER+
    • ✅ mehr als 25 Jahre Marktpräsenz
    Aktien von A - Z: # A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
    wallstreetONLINE bei X wallstreetONLINE bei Instagram wallstreetONLINE bei Facebook wallstreetONLINE bei Youtube wallstreetONLINE bei LinkedIn
    Unsere Apps: Apple App Store Icon Google Play Store Icon
    Wenn Sie Kursdaten, Widgets oder andere Finanzinformationen benötigen, hilft Ihnen ARIVA gerne. 

    Unsere User schätzen wallstreet-online.de: 4.8 von 5 Sternen ermittelt aus 285 Bewertungen bei www.kagels-trading.de
    Zeitverzögerung der Kursdaten: Deutsche Börsen +15 Min. NASDAQ +15 Min. NYSE +20 Min. AMEX +20 Min. Dow Jones +15 Min. Alle Angaben ohne Gewähr.
    Copyright © 1998-2026 Smartbroker Holding AG - Alle Rechte vorbehalten.
    Mit Unterstützung von: Ariva Smartbroker+
    Daten & Kurse von: TTMzero