Streaming-Riese
Netflix schlägt Erwartungen, doch die Aktie crasht nachbörslich – der Grund!
Starke Zahlen, höherer Gewinn, mehr Umsatz – und trotzdem stürzt Netflix nachbörslich um 9,6 Prozent ab. Warum ausgerechnet der Ausblick und der Hastings-Abgang Anleger kalt erwischen. Die Hintergründe.
Auf den ersten Blick liefert Netflix ein starkes erstes Quartal: Der Umsatz stieg auf 12,25 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Der Nettogewinn sprang auf 5,28 Milliarden US-Dollar oder 1,23 US-Dollar je Aktie und ist damit fast doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum (2,89 Milliarden US-Dollar bzw. 0,66 US-Dollar je Aktie). Doch an der Börse zählte am Donnerstagabend etwas anderes.
Die Aktie sackte nach Börsenschluss um 9,6 Prozent ab. Der Grund: Trotz des Gewinnsprungs ließ Netflix den Jahresausblick unverändert bei 50,7 bis 51,7 Milliarden US-Dollar. Für das zweite Quartal stellt der Streaming-Riese lediglich ein Umsatzplus von 13 Prozent in Aussicht. Gleichzeitig warnte der Konzern erneut, dass die Ausgaben für Inhalte in der ersten Jahreshälfte besonders hoch ausfallen werden.
Noch heikler ist, dass ein großer Teil des Gewinnsprungs nicht aus dem normalen Tagesgeschäft stammt. Netflix erhielt 2,8 Milliarden US-Dollar Trennungsgebühr, nachdem der geplante Deal um Streaming- und Film-Assets von Warner Bros. Discovery geplatzt war. Deshalb ist auch der ausgewiesene Gewinn je Aktie nur eingeschränkt vergleichbar.
Zusätzliche Unruhe brachte zudem eine Personalie: Mitgründer Reed Hastings wird im Juni aus dem Vorstand ausscheiden. Zwar hält Netflix an seinem Ziel von drei Milliarden US-Dollar Werbeumsatz im Jahr 2026 fest. Doch für Anleger bleibt nach diesen Zahlen vor allem eine Frage offen: War dieses Quartal operativ wirklich so stark, wie es auf den ersten Blick aussieht?
Im Januar gab Netflix bekannt, dass es weltweit 325 Millionen zahlende Abonnenten erreicht habe. Netflix veröffentlicht keine vierteljährlichen Zahlen zu seinen Abonnentenzahlen mehr.
Der Streaming-Riese teilte am Donnerstag mit, dass "etwas höher als geplante Abonnementumsätze" dazu beigetragen hätten, das Betriebsergebnis im ersten Quartal um 18 Prozent zu steigern.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

