Aluminium-Riese
Alcoa schockt trotz Alu-Boom – darum rutscht die Aktie jetzt ab
Steigende Aluminiumpreise halfen nicht: Alcoa verfehlte die Erwartungen bei Gewinn und Umsatz. Die Aktie fällt – und ausgerechnet die Lieferprobleme trüben nun die Stimmung zusätzlich.
Steigende Aluminiumpreise und starke Kursgewinne in den vergangenen Monaten – und dann das: Alcoa hat im ersten Quartal die Erwartungen verfehlt und die Anleger überrascht. Nach der Veröffentlichung der Zahlen sackte die Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise um 4,5 Prozent ab.
Der US-Aluminiumkonzern meldete bereinigte Gewinne von 1,40 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 3,19 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten laut FactSet im Durchschnitt mit 1,53 US-Dollar je Aktie und 3,28 Milliarden US-Dollar Umsatz gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Erlöse zudem um fünf Prozent zurück.
Besonders bitter ist, dass dieser Rückschlag kommt, obwohl die Aluminiumpreise zuletzt gestiegen waren und die Aktie davon eigentlich profitieren sollte. Die Rallye wurde zuletzt auch von der Zollpolitik von Präsident Donald Trump und den Turbulenzen im Nahen Osten befeuert. Seit Jahresbeginn hat die Aktie trotzdem schon um 33,5 Prozent zugelegt, auf Sicht von zwölf Monaten sogar um 202 Prozent.
Was lief also schief? Vor allem die Auslieferungen bremsten. So sank die Produktion von Aluminiumoxid um fünf Prozent auf 2,4 Millionen Tonnen, während die Aluminiumproduktion bei 607.000 Tonnen stagnierte. Noch schwerer wogen die schwachen Verschiffungen. So brachen die Auslieferungen von Aluminiumoxid an Dritte um 31 Prozent ein, während die Aluminiumlieferungen um 8 Prozent zurückgingen.
Alcoa führte dies auf saisonal schwächere Auslieferungen, geringere Verkäufe zugekaufter Aluminiumoxide und Verzögerungen in Australien zurück. Letztere wurden durch den Konflikt im Nahen Osten und den Zyklon „Narelle” ausgelöst. Konzernchef William F. Oplinger sprach dennoch von einem soliden Quartal – wären da nicht die zeitlichen Verschiebungen bei den Lieferungen gewesen. Diese Effekte sollen im zweiten Quartal nachgeholt werden.
Für Anleger bleibt die entscheidende Frage: Handelt es sich hierbei nur um einen Ausrutscher – oder zeigt Alcoa gerade, wie fragil der jüngste Aluminium-Boom wirklich ist?
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
Aluminium wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,32 % und einem Kurs von 3.684PKT auf Ariva Indikation (16. April 2026, 20:22 Uhr) gehandelt.
