Neuordnung bei Delivery Hero
Überraschender Deal: Uber verstärkt den Druck auf Europas Liefermarkt
Uber stockt seinen Anteil an Delivery Hero deutlich auf. Hinter dem Deal steckt mehr als nur Wachstum – auch Europas Wettbewerbspolitik gerät in Bewegung.
- Uber kauft zusätzliche 4,5 Prozent an Delivery Hero
- Prosus reduziert Anteil wegen Auflagen der EU
- EU prüft Fusionsregeln stärker nach Innovationen
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Der US-Fahrdienstvermittler Uber verstärkt sein Engagement beim deutschen Essenslieferanten Delivery Hero. CNBC berichtet, dass das Unternehmen zusätzliche 4,5 Prozent der Anteile vom Großaktionär Prosus kauft.
Prosus erzielt mit dem Verkauf Erlöse von rund 270 Millionen Euro. Uber zahlt 20 Euro je Aktie. Der Preis liegt unter dem Schlusskurs vom Donnerstag, nachdem die Aktie zuvor um 7 Prozent gestiegen war. Gleichzeitig entspricht er laut Prosus einem Aufschlag von 22 Prozent auf den durchschnittlichen Kurs des vergangenen Monats.
Freitag früh notierte die Aktie von Delivery Hero mit einem Plus von 3,82 Prozent bei 20,91 Euro (Stand 9:16 Uhr).
Strategischer Druck aus Brüssel
Der Verkauf steht im Zusammenhang mit einem größeren Deal. Prosus hatte im vergangenen Jahr angekündigt, den Lieferdienst Just Eat Takeaway.com für 4,1 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Die Europäische Kommission stellte jedoch Bedingungen.
Die Behörde signalisierte Zustimmung nur, wenn Prosus seine Beteiligung an Delivery Hero deutlich reduziert. Das Unternehmen bestätigte: "Prosus hält an seinem Vorhaben fest, den entsprechenden Teil seiner Beteiligung an Delivery Hero innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens zu veräußern."
Nach Angaben eines Sprechers hält Prosus inzwischen rund 21 Prozent an Delivery Hero. Zum Zeitpunkt der Übernahmeankündigung lag der Anteil noch bei etwa 27 Prozent.
Uber baut langfristige Position aus
Uber hatte bereits 2024 rund 300 Millionen US-Dollar in neu ausgegebene Aktien von Delivery Hero investiert. Der jetzige Zukauf stärkt die strategische Position des US-Konzerns im europäischen Liefermarkt weiter.
Europa denkt bei Fusionen um
Parallel verändert sich der regulatorische Rahmen. Laut einem Bericht der Financial Times prüft die EU, ihre Regeln für große Fusionen zu lockern. Künftig könnten Aspekte wie Innovation, Investitionen und die Stabilität des Binnenmarkts stärker gewichtet werden.
EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera sagte der Zeitung, Europa wolle "wettbewerbsfördernde Fusionen" fördern, damit Unternehmen global konkurrenzfähig bleiben.
Kritik an Europas Fusionspolitik
Auch Prosus-Chef Fabricio Bloisi hatte die bisherige Linie kritisiert. In einem CNBC-Interview erklärte er: "Das müssen wir ändern, um in Europa wirklich große Unternehmen aufzubauen."
Der aktuelle Deal zwischen Uber und Prosus zeigt, wie Unternehmen bereits jetzt versuchen, sich in diesem Spannungsfeld neu zu positionieren.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
