Ölpreise explodieren
WTI und Brent steigen nach neuer Eskalation – Straße von Hormus wieder dicht
Die erneute Schließung der Straße von Hormus treibt die Ölpreise nach oben und verschärft die Sorgen um die globale Versorgung.
- Schließung der Straße von Hormus treibt Ölpreise
- Militärischer Zwischenfall im Golf von Oman verschärft
- Analysten sehen anhaltende Volatilität und Risiko
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Die Lage im Nahen Osten hat sich am Wochenende wieder zugespitzt und die Hoffnungen auf eine Entspannung zwischen den USA und Iran zunichtegemacht. Noch in der vergangenen Woche hatten Signale einer möglichen Annäherung die Finanzmärkte beflügelt und Aktienindizes auf Rekordstände getrieben. Nun dominiert erneut Unsicherheit.
Im Zentrum der Eskalation steht die Straße von Hormus. Nachdem Iran die Meerenge am Freitag kurzfristig für geöffnet erklärt hatte, wurde sie kurz darauf erneut geschlossen.
Militärischer Zwischenfall verschärft Konfliktlage
Zusätzliche verschärft wurde die Situation durch einen militärischen Zwischenfall im Golf von Oman. US-Präsident Donald Trump erklärte, die US-Marine habe ein unter iranischer Flagge fahrendes Schiff namens "TOUSKA“"abgefangen.
Teheran reagierte umgehend und kündigte Vergeltungsmaßnahmen an. Gleichzeitig wies die iranische Staatsführung Berichte zurück, wonach sie an einer neuen Verhandlungsrunde teilnehmen werde. Die USA hatten zuvor angekündigt, ihre Unterhändler für Gespräche nach Pakistan zu entsenden.
Ölpreise schießen nach oben
Zwar passierten am Samstag laut Daten des Analyseunternehmens Kpler mehr als 20 Schiffe die Meerenge – so viele wie seit Anfang März nicht mehr. Doch die erneute Schließung hat die kurzfristige Erholung schnell zunichte gemachen.
Brent legte zeitweise um mehr als 6,7 Prozent auf rund 96,5 US-Dollar pro Barrel zu, während WTI um über 8 Prozent auf mehr als 90 US-Dollar kletterte. Am Montagmorgen notiert WTI bei etwa 88,7 US-Dollar (+5,87 Prozent), Brent bei 95,16 US-Dollar (+5,29 Prozent).
Analysten warnen vor anhaltender Volatilität
Marktbeobachter sehen vorerst keine schnelle Entspannung. Saul Kavonic, Research-Chef bei MST Marquee, betonte, die Ölpreise reagierten derzeit weniger auf fundamentale Angebotsdaten als auf politische Signale und kurzfristige Entwicklungen.
Die kurzfristige Öffnung der Straße von Hormus habe sich als verfrüht herausgestellt. Reedereien und Öltransporteure dürften künftig deutlich vorsichtiger agieren, solange keine verlässlichen Sicherheitsgarantien vorliegen.
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Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

