292 Millionen gestohlen
Größter Krypto-Hack des Jahres – 13 Milliarden Dollar Abflüsse nach DeFi-Angriff
Ein massiver Krypto-Hack erschüttert das DeFi-System und löst eine Welle panischer Kapitalabzüge in zweistelliger Milliardenhöhe aus.
- 292 Millionen US-Dollar durch Kelp Hack abgezogen
- Panikabhebungen zogen 13 Milliarden aus DeFi
- Vernetzung sorgte für systemische Schwachstelle
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Die Kryptobranche steht unter Schock. Rund 292 Millionen US-Dollar wurden bei einem Angriff auf das DeFi-Projekt Kelp gestohlen und hat am Wochenende zu einer Welle von Kapitalabflüssen geführt. Über 13 Milliarden US-Dollar wurden anschließend aus DeFi-Systemen abgezogen.
Ein einzelner Schwachpunkt mit systemischen Folgen
Um zu verstehen, was passiert ist, hilft ein vereinfachter Blick auf das System. DeFi-Plattformen wie Aave funktionieren ähnlich wie Banken, nur ohne zentrale Kontrolle. Nutzer können Kryptowährungen einzahlen, Zinsen verdienen oder sich Geld leihen, wenn sie Sicherheiten hinterlegen.
Im aktuellen Fall nutzten die Angreifer genau das aus. Beim Projekt Kelp existiert ein Token namens "rsETH", der eigentlich durch echte Kryptowährungen gedeckt sein sollte. Doch offenbar gelang es den Hackern, große Mengen dieses Tokens zu erstellen, ohne dass echte Werte dahinterstanden.
Sie nutzten die künstlich erzeugten Token als Sicherheit und hinterlegten sie auf Kreditplattformen, vor allem bei Aave. Im Gegenzug liehen sie sich echte Kryptowährungen wie Ethereum – und zogen diese anschließend ab.
Auf diese Weise konnten die Angreifer Vermögenswerte im Gesamtwert von rund 292 Millionen US-Dollar aus dem System abziehen.
Anleger ziehen 13 Milliarden US-Dollar ab
Diese Unsicherheit löste eine Kettenreaktion aus. Immer mehr Nutzer begannen, ihr Geld vorsichtshalber abzuziehen, aus Angst, ebenfalls betroffen zu sein. Innerhalb von 48 Stunden verschwanden so über 13 Milliarden US-Dollar aus dem DeFi-System. Allein bei Aave gingen Einlagen in Höhe von mehr als 8 Milliarden US-Dollar verloren.
Am Kryptomarkt verlor der AAVE-Token rund 2,5 Prozent, während andere große DeFi-Token wie UNI oder LINK nur geringfügig nachgaben.
Schlechtestes Jahr für Hacks
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Sicherheitsproblemen ein. Erst wenige Wochen zuvor wurde das auf Solana basierende Protokoll Drift um rund 285 Millionen US-Dollar erleichtert. Brancheninsider sprechen bereits vom "schlechtesten Jahr für DeFi-Hacks".
Kritiker sehen im Kelp-Vorfall ein grundlegendes Problem: die zunehmende Vernetzung von Protokollen. Fehler in einer einzelnen Komponente können sich schnell durch das gesamte System ausbreiten. Besonders riskant seien nicht-isolierte Kreditmodelle, bei denen Vermögenswerte übergreifend als Sicherheiten dienen.
Ist DeFi tot?
In der Krypto-Community hat der Angriff eine hitzige Debatte ausgelöst. Einige Stimmen sprechen drastisch von einem möglichen Ende der DeFi-Ära. Hintergrund ist die Geschwindigkeit, mit der sich die Krise ausbreitete – von einer einzelnen Bridge-Schwachstelle hin zu systemweiten Liquiditätsproblemen.
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Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

