Treibstoff-Krise
Kerosin-Schock in Nigeria: Flugstopp erst einmal abgewendet?
Nigerias Airlines wollten den Flugbetrieb stoppen – doch in letzter Minute griff die Regierung ein. Jetzt entscheidet ein Krisentreffen über alles.
- Nigerianische Fluggesellschaften drohten Flugstopp
- Regierung verschob Aktion bis Krisentreffen am 22 April
- Kerosinpreise stiegen, Lieferengpässe und Devisendruck
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Nigerianische Fluggesellschaften haben die geplante landesweite Einstellung des Flugbetriebs aufgrund der horrenden Treibstoffpreise vorläufig ausgesetzt, wie Reuters berichtet und wie die Fluggesellschaften am Wochenende mitteilten. Die Regierung hatte darum gebeten, die Maßnahme bis zu den Gesprächen am 22. April in Abuja zu stoppen. Dies wurde vom nigerianischen Luftfahrtminister Festus Keyamo mit Regulierungsbehörden und Branchenvertretern angesetzt, um eine "schnelle und nachhaltige Lösung" für die Krise um die massiv gestiegenen Kerosinpreise zu finden.
Die Airline Operators of Nigeria (AON), ein Branchenverband, der sich aus einem Dutzend hauptsächlich inländischer Fluggesellschaften zusammensetzt, hatte gewarnt, dass sie ihre Flüge ab Montag, dem 20. April, einstellen würden, da die stark gestiegenen Kerosinkosten den Betrieb unwirtschaftlich gemacht hätten. Die AON erklärte, man habe nach einem Appell des nigerianischen Ministers für Luft- und Raumfahrtentwicklung, Festus Keyamo, der zu Zurückhaltung und Dialog aufgerufen hatte, zugestimmt, die Aktion auszusetzen.
AON erklärte in einer Stellungnahme: "Nach einer heute Abend abgehaltenen Dringlichkeitssitzung hat der Verband der nigerianischen Fluggesellschaften (Airline Operators of Nigeria, AON) eine nachgiebige, aber bedingte Entscheidung getroffen, die zuvor geplante Stilllegung vorübergehend auszusetzen." Die Suspendierung erfolgte unter Vorbehalt des Ergebnisses eines Treffens aller betroffenen Parteien, das für den 22. April anberaumt und vom Minister einberufen worden war, teilte AON mit.
Als Teil ihrer Bedingungen forderten die Fluggesellschaften die Regierungsbehörden und Dienstleister auf, den Betrieb aufrechtzuerhalten und keine Vorauszahlungen mehr zu verlangen, da diese ihrer Ansicht nach ihre finanzielle Belastung noch erhöhten. Die rasant steigenden Kerosinpreise haben als Folge des Iran-Krieges die globale Luftfahrtindustrie völlig durcheinandergebracht und die Fluggesellschaften gezwungen, die Preise zu erhöhen, Wachstumspläne einzuschränken und Prognosen zu überdenken.
Nigerianische Fluggesellschaften geben an, dass der Anstieg der Kerosinpreise durch Lieferengpässe und Devisendruck verschärft wurde, was die Betriebskosten erheblich erhöht hat. Treibstoff macht in Nigeria üblicherweise mehr als ein Drittel der Ausgaben von Fluggesellschaften aus.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
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