Wer wusste mehr?
760 Mio. Dollar auf fallende Ölpreise gesetzt – Minuten vor Öffnung von Hormus
Wenige Minuten später wurde die wichtige Handelsroute wieder geöffnet, Brent-Rohöl fiel daraufhin um bis zu 11 Prozent. Der perfekt getimte Mega-Trade schürt neue Sorgen um Insiderwissen und Marktmanipulation.
- Perfekt getimte Ölwetten vor Hormusöffnung
- 760 Millionen US-Dollar gegen Ölpreise gesetzt
- Verdacht auf Insiderwissen und Marktmanipulation
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
Eine spektakulär getimte Öl-Wette kurz vor der Wiederöffnung der Straße von Hormus sorgt für neue Zweifel an der Integrität der Finanzmärkte. Nur rund 20 Minuten bevor Irans Außenminister die Passage für Handelsschiffe freigab, setzten Investoren laut Marktdaten rund 760 Millionen US-Dollar auf fallende Ölpreise. Wenige Minuten nach der Ankündigung brach der Preis für Brent-Rohöl um bis zu elf Prozent ein – die Wette ging damit auf.
Der Vorgang reiht sich in eine Serie auffällig präziser Geschäfte rund um den Konflikt im Nahen Osten ein. Bereits Ende März und Anfang April waren laut Reuters und anderen Medien milliardenschwere Positionen kurz vor wichtigen politischen Wendungen eingegangen worden. Nun wächst der Verdacht, dass einzelne Marktteilnehmer über nicht öffentliche Informationen verfügt haben könnten.
Besonders laut äußerte sich der Krypto-Ermittler FatMan, der durch Recherchen zum Terra-Luna-Kollaps bekannt wurde. Auf der Plattform X behauptete er, "Trump-Insider" hätten an solchen Geschäften am Samstag rund 85 Millionen US-Dollar und insgesamt etwa 3,9 Milliarden US-Dollar verdient. Belege für diese Vorwürfe legte er nicht vor.
Die Affäre zeigt, wie geopolitische Krisen zunehmend zu Spekulationsfeldern werden. Händler nutzen dafür nicht nur klassische Terminmärkte, sondern auch rund um die Uhr geöffnete Krypto- und Prognoseplattformen wie Hyperliquid, Polymarket oder Kalshi. Dort kann auf Ölpreise, Waffenstillstände oder politische Ereignisse gesetzt werden – oft anonym und mit hohem Hebel.
Rechtsexperten und Politiker warnen seit Monaten vor einem regulatorischen Vakuum. Wenn sensible Regierungsentscheidungen oder militärische Entwicklungen frühzeitig nach außen dringen, könnten informierte Händler enorme Gewinne erzielen, während normale Anleger im Nachteil wären. Der Rechtsprofessor Andrew Verstein sagte, einzelne Geschäfte könnten zwar Zufall sein, viele wiesen jedoch Merkmale verdächtiger Transaktionen auf, die Ermittlungen rechtfertigten.
Nach Angaben mit der Sache vertrauter Personen untersucht die US-Aufsichtsbehörde CFTC bereits mehrere Öl-Futures-Geschäfte, die kurz vor wichtigen Ankündigungen zum Iran-Konflikt erfolgt sein sollen. Offiziell bestätigt wurde dies bislang nicht.
Der Fall berührt einen empfindlichen Punkt: Wenn Märkte den Eindruck vermitteln, dass Krieg, Diplomatie und politische Entscheidungen für geheime Wetten missbraucht werden, leidet nicht nur das Vertrauen in Börsen, sondern auch in staatliche Institutionen. Die eigentliche Frage lautet deshalb längst nicht mehr nur, wer an diesen Geschäften verdient hat – sondern wer vorher wusste, was passieren würde.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

