Milliarden-Deal im Anflug
Angriff auf den Krebsmarkt: Lilly vor spektakulärer Übernahme
Eli Lilly steht kurz vor einer Milliarden-Übernahme im Krebsmarkt. Eine neue Therapie könnte die Branche verändern und den Wettbewerb neu ordnen.
- Eli Lilly plant Milliardenübernahme für Kelonia
- Neue CAR-T Therapie könnte Behandlungen vereinfachen
- Übernahme stärkt Lillys Position im Blutkrebsmarkt
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Der US-Pharmakonzern Eli Lilly steht kurz vor der Übernahme des Biotech-Unternehmens Kelonia Therapeutics. Insider berichten dem Wall Street Journal, dass der Kaufpreis bei mehr als 2 Milliarden US-Dollar liegen könnte. Eine Einigung könnte bereits am Montag erfolgen, sofern die Gespräche nicht scheitern.
Zusätzliche Zahlungen sind möglich, falls Kelonia bestimmte Entwicklungsziele erreicht. Beide Unternehmen äußerten sich bislang nicht offiziell.
Angriff auf lukratives Marktsegment
Mit der Übernahme würde Eli Lilly seine Position im boomenden Markt für Blutkrebs deutlich stärken. Der globale Markt für Krebsmedikamente hat ein Volumen von rund 240 Milliarden US-Dollar. Kelonia entwickelt eine neuartige Therapie gegen multiples Myelom, eine Form von Blutkrebs.
Das Unternehmen ist bislang vergleichsweise klein. Es sammelte weniger als 60 Millionen US-Dollar ein und wurde zuletzt im April 2022 mit etwas über 100 Millionen US-Dollar bewertet, laut PitchBook-Daten.
Hoffnungsträger CAR-T der nächsten Generation
Kelonia arbeitet an einer weiterentwickelten CAR-T-Therapie. Diese Behandlung verändert Immunzellen genetisch, sodass sie Krebszellen gezielt angreifen können.
Firmenchef Kevin Friedman sagte bereits im Januar: "Wir haben etwas, das den Raum wirklich grundlegend verändert."
Bislang sind CAR-T-Behandlungen aufwendig. Patienten müssen zunächst Chemotherapie erhalten. Anschließend werden Immunzellen entnommen, im Labor umprogrammiert und wieder zurückgeführt.
Kelonia verfolgt einen anderen Ansatz. Die Technologie soll ohne Chemotherapie und ohne komplexe Zellverarbeitung auskommen. Das könnte die Behandlung deutlich vereinfachen.
Frühe Phase mit großem Potenzial
Die Therapie befindet sich noch in einem frühen Stadium. Im Januar genehmigte die US-Arzneimittelbehörde erste klinische Tests mit bis zu 40 Probanden.
Trotz des frühen Entwicklungsstands sieht Eli Lilly offenbar großes Potenzial. Krebsmedikamente sind bereits heute ein zentraler Umsatztreiber. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern 9,4 Milliarden US-Dollar in diesem Bereich bei einem Gesamtumsatz von 65,2 Milliarden US-Dollar.
Teil einer aggressiven Einkaufstour
Die mögliche Übernahme passt in eine Serie großer Deals. Eli Lilly investiert massiv, auch dank hoher Einnahmen aus Diabetes- und Abnehmmedikamenten.
Erst kürzlich kündigte der Konzern die Übernahme von Centessa Pharmaceuticals für rund 6,3 Milliarden US-Dollar an. Im Februar folgte eine Vereinbarung mit Orna Therapeutics im Wert von bis zu 2,4 Milliarden US-Dollar. Zudem plant Lilly, etwa 1,2 Milliarden US-Dollar für Ventyx Biosciences auszugeben. Mit Kelonia könnte nun der nächste strategische Baustein folgen.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
