Teuerster Markt aller Zeiten
Wer jetzt noch kauft, ignoriert Warren Buffetts Crash-Warnung
Während Anleger weiter zugreifen, erreicht der Buffett-Indikator ein historisches Hoch. Genau solche Phasen endeten oft schmerzhaft.
- Buffett-Indikator bei rund 232 Prozent Warnsignal
- Technologiekonzerne und KI verzerren Bewertungen
- Hohe Bewertungen oft Vorbote heftiger Rückgänge
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
Warren Buffett hat ihn einst als Warnsignal beschrieben, heute steht er höher als je zuvor: Der sogenannte Buffett-Indikator ist auf rund 232 Prozent gestiegen und sendet damit ein deutliches Alarmsignal für den US-Aktienmarkt. Die Kennzahl setzt den Gesamtwert des Aktienmarktes ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung. Steigt sie stark über den historischen Durchschnitt, gelten Aktien als teuer. Buffett warnte schon vor mehr als zwei Jahrzehnten: Wer bei solchen Niveaus kauft, "spielt mit dem Feuer".
Bekannt wurde der Indikator nach einem Fortune-Beitrag aus dem Jahr 2001 – kurz nach dem Platzen der Dotcom-Blase. Damals hatte das Verhältnis zeitweise etwa 200 Prozent erreicht. Anschließend verlor der S&P 500 bis 2002 fast die Hälfte seines Wertes. Auch Ende 2021 kletterte die Kennzahl erneut auf rund 200 Prozent, bevor der Markt im folgenden Jahr deutlich nachgab.
Nun liegt der Wert noch darüber. Gleichzeitig eilt der S&P 500 von Rekord zu Rekord und erreichte zuletzt rund 7126 Punkte. Für Skeptiker ist das ein Warnzeichen: Noch nie waren Aktien gemessen an der Wirtschaftsleistung so hoch bewertet. Hinzu kommt, dass auch klassische Bewertungsmaßstäbe angespannt wirken. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 liegt bei über 28 und damit deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von etwa 17.
Die Kritiker argumentieren, dass zwei Entwicklungen kaum dauerhaft haltbar seien: Erstens erzielen Unternehmen derzeit außergewöhnlich hohe Gewinne im Verhältnis zur Gesamtwirtschaft. Zweitens zahlen Anleger immer höhere Preise für diese Gewinne. Sollte sich beides normalisieren, könnten die Kurse deutlich unter Druck geraten.
Doch es gibt auch Gegenstimmen. Viele Investoren halten den Buffett-Indikator inzwischen für weniger aussagekräftig als früher. Der Grund: Der US-Aktienmarkt wird heute von globalen Tech-Konzernen dominiert, deren Gewinne weit über die US-Wirtschaft hinaus erwirtschaftet werden. Unternehmen wie Microsoft, Nvidia oder Alphabet hängen nicht allein vom amerikanischen Bruttoinlandsprodukt ab. Zudem treibt der Boom rund um künstliche Intelligenz die Gewinnerwartungen weiter nach oben.
Große Vermögensverwalter wie BlackRock setzen deshalb weiter auf US-Aktien. Andere Strategen trauen dem S&P 500 sogar noch höhere Kurse zu. Sie verweisen auf starke Unternehmenszahlen, hohe Liquidität und anhaltende Kapitalzuflüsse.
Trotzdem bleibt die Mahnung des Altmeisters aktuell. Der Buffett-Indikator sagt nicht, wann ein Markt fällt. Er zeigt aber, wie weit sich Bewertungen bereits von historischen Normen entfernt haben. Und je höher diese Abweichung steigt, desto größer wird das Risiko, dass Euphorie irgendwann in Ernüchterung umschlägt.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

