Gigantische Auftragsbestände

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    Rheinmetall: Die Konkurrenz feuert aus allen Rohren – und zieht davon!

    US-Verteidigungsunternehmen verzeichnen nicht zuletzt auch aufgrund des Iran-Krieges starke Geschäfte, wie die am Dienstagmittag vorgelegten Zahlen beweisen.

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    Gigantische Auftragsbestände - Rheinmetall: Die Konkurrenz feuert aus allen Rohren – und zieht davon!

    US-Quartalssaison für Rüstungskonzerne bereits auf dem Höhepunkt

    Nach ihrem Startschuss vor zwei Wochen läuft die US-Quartalssaison langsam zur Höchstform auf. In dieser Woche sind mit UnitedHealth, Tesla und Intel bereits drei Hochkaräter an der Reihe, während in der kommenden Woche dann die ersten Mega Caps warten.

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    Für die Rüstungsbranche ist bereits der Dienstag ein äußerst wichtiger Tag. Neben GE Aerospace haben am Mittag mit Northrop Grumman und RTX zwei Branchenschwergewichte ihre Zahlen vorgelegt. Die Geschäfte haben sich – mit Blick auf die geopolitische Ausgangslage nicht überraschend – sehr stark entwickelt. Volle Auftragsbücher dürften außerdem dafür sorgen, dass es auch weiterhin so bleibt. Der Überblick:

    Northrop Grumman

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    ISIN:US6668071029WKN:851915Indikator:SMA 50 Tage
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    Der Luft- und Raumfahrtspezialist Northrop Grumman hat sich bei den Erlösen gegenüber dem Vorjahresquartal um 4,3 Prozent auf 9,88 Milliarden US-Dollar steigern können. Das lag um 130 Millionen US-Dollar über den Schätzungen des Marktes. Mit Abstand am stärksten entwickelte sich die Aeronautics-Sparte mit einem Plus von 17 Prozent auf 3,28 Milliarden US-Dollar. Hierfür sind vor allem gesteigerte Auslieferungszahlen des Kampfflugzeugs F35 verantwortlich. Ausgerechnet während des Booms der Branche fielen dafür die Erlöse in der Raumfahrt-Sparte um 3 Prozent auf 2,48 Milliarden US-Dollar. Defense und Mission Systems konnten um 5 sowie um 2 Prozent zulegen.

    Ertragsseitig lieferte der Konzern einen Gewinn pro Aktie (nach standardisierter Rechnungslegung GAAP) von 6,14 US-Dollar, womit die Erwartungen um 14 Cent übertroffen werden konnten. Insgesamt erzielte Northrop Grumman einen auf die Aktionäre entfallenden Nettogewinn in Höhe von 875 Millionen US-Dollar, was eine Verbesserung um 82 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum darstellt. Keine Verbesserungen gab es dagegen beim freien Cashflow, der mit -1,82 Milliarden US-Dollar unbefriedigend blieb.

    Anhaltend stark entwickelte sich dagegen der Auftragseingang. Dieser legte um 9,8 Milliarden US-Dollar zu. Insgesamt befinden sich Orders im Wert von 96 Milliarden US-Dollar in den Auftragsbüchern. Das stimmt das Unternehmen für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres zuversichtlich. In Aussicht gestellt hat das Management Erlöse von 43,5 bis 44,0 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 27,40 bis 27,90 US-Dollar – diese Werte können die Erwartungen des Marktes von 43,9 Milliarden US-Dollar Umsatz beziehungsweise 27,94 US-Dollar Gewinn pro Aktie aber nur gerade so erfüllen.

    Anlegerinnen und Anleger bewerten die Zahlen daher trotz der übertroffenen Erwartungen im abgelaufenen Quartal zurückhaltend. Die Aktie büßte in der US-Vorbörse rund 1 Prozent ein. Gegenüber dem Jahresauftakt steht trotz der jüngsten Verluste ein Plus von 15 Prozent zu Buche – trotz der jüngsten Verluste im Zusammenhang mit der Entspannung im Nahen Osten. Allzu nachlässig sollten die Käuferinnen und Käufer jedoch nicht werden, da die Aktie mit dem Unterschreiten der 50-Tage-Linie bereits ein erstes Verkaufssignal geliefert hat.

    RTX Corporation Reg Shs

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    +2.123,34 %
    ISIN:US75513E1010WKN:A2PZ0RIndikator:SMA 50 Tage
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    Der vielseitige Rüstungskonzern und Dow-Jones-Wert RTX konnte seine Erlöse gegenüber dem Vorjahresquartal um 8,9 Prozent auf 22,1 Milliarden US-Dollar steigern. Damit wurden die Erwartungen um 630 Millionen US-Dollar übertroffen. Während sich die Tochter Collins Aerospace mit +5,3 Prozent unterdurchschnittlich entwickelte, waren Triebswerktochter Pratt & Whitney und Raytheon mit einem Umsatzwachstum von 10,9 und 9,6 Prozent die Outperformer.

    Beim bereinigten Gewinn pro Aktie konnte RTX die Erwartungen mit 1,78 US-Dollar um 26 Cent übertreffen. Hierfür waren neben dem Anstieg der Erlöse operative Verbesserungen verantwortlich. Unter dem Strich erzielte der Konzern einen auf die Anteilseignerinnen und -eigner entfallenden Nettogewinn von 2,43 Milliarden US-Dollar auf bereinigter und von 2,06 Milliarden US-Dollar auf berichteter Basis. Das entspricht Steigerungen von 22 beziehungsweise 34 Prozent.

    Angesichts der anhaltend starken Auftragslage – der Backlog beläuft sich inzwischen auf stolze 271 Milliarden US-Dollar, wovon 162 Milliarden US-Dollar auf das Privat- und 109 Milliarden US-Dollar auf das Rüstungsgeschäft entfallen – hat das Management seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Beim Umsatz wurde das Ziel um 500 Millionen US-Dollar auf 92,5 bis 93,5 Milliarden US-Dollar erhöht, beim Gewinn pro Aktie werden nun 6,70 bis 6,90 US-Dollar erwartet. Die Midpoint-Guidance von 6,80 US-Dollar liegt damit aber knapp unter der Marktprognose von 6,84 US-Dollar.

    Im Unterschied zu Northrop Grumman waren die Anteile von RTX nach dem starken Abschneiden gefragt. Die Aktie legte in der Vorbörse um knapp 2,5 Prozent auf über 200 US-Dollar zu. Damit könnte bereits die Rückeroberung der zuletzt aufgegebenen 50-Tage-Linie gelingen, was für eine Fortsetzung des insgesamt sehr starken Aufwärtstrends sprechen würde. Gegenüber dem Zoll-Crash im vergangenen Jahr hat sich die Aktie zeitweise mehr als verdoppeln können.

    Fazit: Starke Geschäfte, aber größtenteils bereits eingepreist

    Die kriegerischen Aktivitäten und Aufrüstungsbemühungen nicht nur der USA, sondern auch der NATO-Staaten sorgen für anhaltend starke Geschäfte auch bei US-Verteidigungskonzernen, wie die am Dienstagmittag von Northrop Grumman und RTX vorgelegten Quartalszahlen beweisen. Die rekordhohen Auftragsbestände sprechen dafür, dass das Wachstum auch langfristig stark bleibt.

    Mit Blick auf die Unternehmensbewertungen handeln beide Konzerne inzwischen auf fortgeschrittenen Niveaus. Auf Basis der jeweils eigenen Schätzungen wird Northrop Grumman mit einem KGVe 2026 von 23,7 gehandelt. Das liegt um rund ein Viertel über dem 5-Jahres-Mittel. Bei RTX steht sogar ein KGVe 2026 von 29,2 zu Buche. Das liegt um mehr als 35 Prozent über der historischen Norm. Auch bei anderen Kennziffern werden die Aktien auf fortgeschrittenen Niveaus gehandelt, was für eine Korrektur oder zumindest eine längere Rallyepause spricht.

    Mit Blick auf heimische Verteidigungskonzerne wie Rheinmetall, Renk und Hensoldt sollten sich Anlegerinnen und Anleger fragen, ob und warum KGVs von jenseits der 40 angemessen sind, wenn die ebenso wachstumsstarken US-Werte mit deutlich niedrigeren Vielfachen notieren.

    Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

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