Krieg treibt Kerosinpreis hoch
United Airlines kappt Gewinnziel drastisch
Explodierende Kerosinpreise setzen United Airlines unter Druck: Trotz starker Quartalszahlen kappt der Konzern seinen Gewinnausblick drastisch – und dämpft damit die Erwartungen für das Jahr.
United Airlines hat seine Anleger am Dienstagabend mit einer deutlichen Senkung des Gewinnausblicks geschockt. Hintergrund sind die stark gestiegenen Treibstoffkosten infolge des Kriegs mit dem Iran. Für das laufende Jahr rechnet die Fluggesellschaft nun nur noch mit einem bereinigten Gewinn von 7 bis 11 US-Dollar je Aktie. Im Januar hatte das Management noch 12 bis 14 US-Dollar in Aussicht gestellt.
Auch für das zweite Quartal fällt der Ausblick schwächer aus als gedacht. United erwartet hier lediglich einen Gewinn von 1 bis 2 US-Dollar je Aktie, während Analysten im Durchschnitt mit 2,08 US-Dollar gerechnet hatten. Beim Kerosin kalkuliert der Konzern im zweiten Quartal mit durchschnittlich 4,30 US-Dollar pro Gallone (3,785 Liter).
Dabei läuft das operative Geschäft keineswegs schlecht. Im ersten Quartal übertraf United die Erwartungen der Wall Street. Der bereinigte Gewinn lag bei 1,19 US-Dollar je Aktie und damit über den prognostizierten 1,07 US-Dollar. Der Umsatz kletterte um mehr als 10 Prozent auf 14,61 Milliarden US-Dollar. Unter dem Strich sprang der Nettogewinn sogar um rund 80 Prozent auf 699 Millionen US-Dollar.
Besonders auffällig ist, dass die Erlöse je Einheit in allen gemeldeten Segmenten stiegen. Im US-Inlandsgeschäft legten sie um 7,9 Prozent auf 7,9 Milliarden US-Dollar zu. Dies spricht für eine weiterhin starke Preissetzungsmacht der Airline.
Um den Kostendruck abzufedern, passt United den Flugplan an und will das Wachstum im zweiten Halbjahr deutlich drosseln. Die Kapazität soll dann nur noch stabil bleiben oder maximal um 2 Prozent steigen. Im ersten Quartal hatte das Plus noch bei 3,4 Prozent gelegen.
Zusätzliche Brisanz erhält die Sache durch die Fusionsfantasie. Auf der Analystenkonferenz wird Konzernchef Scott Kirby voraussichtlich auch zu möglichen Übernahmeplänen befragt werden. Laut US-Medienberichten, darunter CNBC, soll er in diesem Jahr eine Fusion mit American Airlines ins Spiel gebracht haben. Der amtierende Präsident Donald Trump sprach sich jedoch klar dagegen aus.
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Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

