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    Avis – der Wahnsinn geht weiter

    Avis steigt derzeit nicht wegen eines überzeugenden operativen Comebacks – hier zu sehen bei Gettex – , sondern vor allem wegen eines Marktes, der sich selbst unter Druck setzt. Genau das ist der Punkt, an dem Anleger sauber trennen müssen: zwischen Geschäftsentwicklung und Kursmechanik. Die Aktie hat ihren Wert im April vervielfacht und am Dienstag erneut ein Rekordhoch erreicht, ohne dass sich das operative Bild in einer Größenordnung aufgehellt hätte, die diesen Lauf fundamental tragen würde. Wer die Bewegung verstehen will, muss deshalb nicht zuerst auf das Mietwagengeschäft blicken, sondern auf die Struktur des Handels.

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    Der entscheidende Kurstreiber ist der Short Squeeze. Nach Daten von Ortex waren zum Wochenstart 86,2 Prozent des Free Floats leerverkauft. Das ist keine Randnotiz, sondern die zentrale Erklärung für die Dynamik. Wenn ein derart großer Anteil des frei handelbaren Bestands auf fallende Kurse gesetzt ist, reichen schon begrenzte Anschlusskäufe oder steigender Druck auf Leerverkäufer, um erzwungene Eindeckungen auszulösen. Dann wird aus einer normalen Aufwärtsbewegung schnell eine technische Beschleunigung. Der Kursanstieg bei Avis lässt sich auf dieser Ebene deutlich schlüssiger erklären als mit jeder nachträglichen fundamentalen Erzählung.

    Verstärkt wird dieser Effekt durch die Eigentümerstruktur. Analysten verweisen darauf, dass SRS Investment Management und Pentwater Capital zusammen mehr als 71 Prozent der ausstehenden Aktien kontrollieren. Damit wird das tatsächlich verfügbare Angebot am Markt noch enger. Wenn große Bestände gebunden sind und Shorts gleichzeitig aus ihren Positionen gedrängt werden, entsteht eine Knappheit, die jede Bewegung nach oben zusätzlich verschärfen kann. Genau deshalb haben Barclays und Deutsche Bank den Anstieg ausdrücklich als technisch getrieben eingeordnet und zugleich auf die Bewertungsrisiken verwiesen. Das ist mehr als ein analytischer Vorbehalt. Es ist der Hinweis darauf, dass sich Kurs und operatives Fundament derzeit sichtbar voneinander entfernen. Dazu passt, dass Avis mit einem Nettoverlust von 856 Millionen Dollar im vierten Quartal und rückläufigem Umsatz ins Jahr gestartet ist.

    olche Bewegungen können weiter eskalieren, solange Shorts unter Druck stehen und große Aktionäre kaum verkaufen. Sie enden aber oft nicht in Ruhe, sondern abrupt. Sobald zusätzlicher Bestand in den Markt kommt oder die Eindeckungsdynamik nachlässt, kippt der Mechanismus, der den Kurs zuvor nach oben gezogen hat.





    Daniel Saurenz
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    Der ehemalige FTD-Redakteur und Börse Online-Urgestein Daniel Saurenz hat zusammen mit Benjamin Feingold das Investmentportal „Feingold Research“ gegründet. Dort präsentieren die beiden Börsianer und Journalisten ihre Markteinschätzungen, Perspektiven und Strategien samt Produktempfehlungen. Im strategischen Musterdepot werden die eigenen Ideen mit cleveren und meist etwas „anderen“ Produkten umgesetzt und für alle Leser und aktiven Anleger verständlich erläutert. Weitere Informationen: Feingold Research.
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    Verfasst von Daniel Saurenz
    Avis – der Wahnsinn geht weiter Avis steigt derzeit nicht wegen eines überzeugenden operativen Comebacks – hier zu sehen bei Gettex – , sondern vor allem wegen eines Marktes, der sich selbst unter Druck setzt. Genau das ist der Punkt, an dem Anleger sauber trennen müssen: zwischen …

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