Aktie stürzt ab
Der nächste Rückschlag für Nel ASA: Aufträge brechen um 73 Prozent ein
Norwegens Wasserstoffkonzern Nel meldet einen historisch schwachen Auftragseingang. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Stabilisierungssignale. Die Aktie gerät am Mittwoch unter die Räder.
- Historisch schwacher Auftragseingang nur 85 Mio NOK
- Kassenbestand schrumpft auf 1,44 Milliarden NOK
- Nettoverlust 144 Mio NOK EBITDA minus 100 Mio NOK
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Nur noch 85 Millionen Norwegische Kronen (NOK) an neuen Aufträgen konnte Wasserstoffspezialist NEL im ersten Quartal 2026 an Land ziehen. Gegenüber den 312 Millionen NOK aus dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Einbruch von rund 73 Prozent. Gleichzeitig schmolz der Kassenbestand von ehemals 2,06 Milliarden NOK auf aktuell 1,44 Milliarden – ein Zeichen dafür, dass das norwegische Wasserstoffunternehmen weiterhin in einem kapitalintensiven Wartemdous feststeckt.
Die Reaktion an der Börse ließ nicht lange auf sich warten. An der Heimatbörse in Oslo rauschte die Nel-Aktie am Mittwochmorgen rund 10 Prozent auf 2,27 NOK ab.
Der Umsatz gab im Quartalsvergleich um knapp fünf Prozent auf 148 Millionen NOK nach. Unterm Strich verblieb ein Nettoverlust von 144 Millionen NOK – nach minus 179 Millionen NOK im Vorjahresquartal. Zumindest diese Entwicklung zeigt eine klare Richtung: Die Verluste schrumpfen. Das EBITDA verbesserte sich um 15 Millionen auf minus 100 Millionen NOK, der operative Verlust verringerte sich sich von 187 auf 150 Millionen NOK.
Als Ursache für den schwachen Auftragseingang nennt Nel ein Bündel struktureller Belastungen: verzögerte staatliche Förderprogramme, ein höheres Zinsniveau sowie gestiegene Projektkosten – Faktoren, die branchenweit zu Zurückhaltung bei Investitionsentscheidungen geführt haben. Der verbleibende Auftragsbestand liegt bei 1,113 Milliarden NOK.
Einen Lichtblick lieferte das Alkaline-Segment: Dort legte der Umsatz um sechs Prozent zu, das EBITDA verbesserte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 35 Millionen NOK. Zudem konnte die PEM-Sparte kurz nach Quartalsende einen Kaufauftrag im Wert von sieben Millionen US-Dollar verbuchen.
Strategisch setzt Nel auf containerisierte PEM-Systeme mit standardisierten Lösungen und niedrigeren Einstiegskosten. Europa gilt intern als aktivster Markt, doch auch in Nordamerika, dem Nahen Osten und Asien registriert das Unternehmen Bewegung. Mehrere Projekte im Leistungsbereich von 50 bis 150 Megawatt sollen in den kommenden Quartalen vor die finale Investitionsentscheidung kommen.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die NEL ASA Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -8,33 % und einem Kurs von 0,209EUR auf Tradegate (22. April 2026, 09:47 Uhr) gehandelt.
