Teuer-Sprit
Österreich-Modell hält Benzinpreise weiter oben
Die Erfahrungen nach den ersten beiden Wochen des Österreich-Modells zeigen, dass die erwarteten deutlichen Einsparungen bislang ausgeblieben sind und die Preise weiterhin massiv schwanken.
- Einsparungen ausgeblieben, Preise schwanken stark
- Österreich-Modell führt zu Risikoaufschlägen bundesweit
- Steuersenkung 17 Cent wirkt verzögert und limitiert
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Der Schock an der Zapfsäule sitzt tief, die Preise steigen hoch. Und auch die bisherige Maßnahme der Bundesregierung, nur die einmalige Spritpreiserhöhung täglich zu erlauben (Österreich-Modell), hat nicht zum erwünschten Effekt geführt, im Gegenteil: Der Benzinpreis ist durch diese Regelung noch teuer geworden, wie jetzt aktuelle Zahlen des ADAC belegen.
Seit der Einführung der Regel am 01. April klettere der Spritpreis unbeeindruckt und erreichte am 07. April sogar neue Höchststände: So zahlte der Autofahrer im bundesdeutschen Durchschnitt 2,447 Euro für den Liter Diesel und 2,192 für den Liter E 10.
Denn wenn der Spritpeis nur einmal täglich erhöht werden darf, preisen die Mineralölkonzerne eine sogenannte Risikopauschale ein. Diese erhöht zusätzlich den Preis. Die Benzinpreise fallen auch am Nachmittag wieder, aber nicht auf das Vortagesniveau. Eben weil die Risikopauschale dies verhindert.
Nur einmal am Tag, kurz bevor der Spritpreis um 12 Uhr angehoben wird, ist Kraftstoff am günstigsten. Bis kurz vor der Erhöhung ist ein schmales Zeitfenster, bevor die Preise wieder angehoben werden.
Daraufhin wurde am 13. April beschlossen, die Energiesteuer auf Benzin und Diesel für einen Zeitraum von zwei Monaten um rund 17 Cent brutto pro Liter zu senken.
Auch das hört sich erstmal gut gut an, wird aber wahrscheinlich auch ein Schuss in den Ofen. Wenn Benzin schon vor der Steuersenkung ins System kam, wurde darauf die höhere Steuer bereits gezahlt. Diese Steuer wird nicht rückwirkend erstattet.
Der Effekt günstigeren Sprits stellt sich erst später ein, bei neuem, niedrigerem besteuertem Kraftstoff.
Wenn sich aber der Rohölpreis wieder verteuert, wird der Billig-Effekt von der Teuerung wieder aufgefangen.
Solange der Krieg gegen den Iran läuft, hat keine Maßnahme sich als sinnvoll erwiesen, um den Benzinpreis wirksam zu senken. Der Preis ist eine hohe Inflation und weiter sinkende Kaufkraft.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

