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Avis +390 % im April: Shorts verbrennen – Burry schießt gegen den Zockerwahn
Die Avis-Aktie ist im April um 390 Prozent gestiegen, Leerverkäufer geraten massiv unter Druck. Michael Burry nennt die Rallye "dummes Glück" und warnt vor neuer Spekulationsgier.
- Avis-Aktie steigt im April um rund 390 Prozent
- Massiver Short Squeeze treibt Shortseller in Not
- Burry warnt vor Spekulationsrallye als dummes Glück
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
Die Aktie des Autovermieters Avis Budget Group erlebt derzeit eine der spektakulärsten Rallyes des Jahres. Allein im April schoss das Papier um rund 390 Prozent nach oben. Am Dienstag griffen die Börsenaufsichtsmechanismen: Der Handel wurde kurz nach Eröffnung wegen extremer Volatilität unterbrochen.
Hinter der Kurs-Explosion steckt vor allem ein massiver Short Squeeze. Dabei geraten Anleger unter Druck, die auf fallende Kurse gesetzt haben. Steigt die Aktie stattdessen rasant, müssen sie ihre Positionen durch Käufe eindecken – was den Kurs zusätzlich nach oben treibt. Laut mehreren Marktdaten lag der Short-Anteil zuletzt extrem hoch und machte einen großen Teil des frei handelbaren Aktienbestands aus.
Zusätzlichen Zündstoff liefert die ungewöhnliche Eigentümerstruktur. Die Investmentfirmen SRS Investment Management und Pentwater Capital halten laut Berichten zusammen direkte Beteiligungen sowie Derivatepositionen, die wirtschaftlich betrachtet mehr als den verfügbaren Streubesitz abdecken könnten. Das erschwert es Leerverkäufern, ausreichend Aktien zur Rückgabe zu beschaffen, und verschärft den Druck auf Shortseller weiter.
Auch das Handelsvolumen zeigt die Ausnahme-Situation. An einzelnen Tagen wechselte bei Avis Budget Group mehr Geld den Besitzer als bei Schwergewichten wie Berkshire Hathaway, Walmart oder Bank of America. Die Aktie wurde damit zum Zentrum spekulativer Aktivitäten an der Wall Street.
Skeptisch äußerte sich unterdessen Michael Burry, der durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt bekannt wurde. Er bezeichnete die Rallye als "dummes Glück" und zog Parallelen zu früheren Spekulationsphasen, in denen Fundamentaldaten kaum noch eine Rolle spielten.
Auch Barclays warnt. Die Bank senkte ihr Votum auf "Underweight" und erhöhte das Kursziel auf 150 US-Dollar – bei einem Aktienkurs von über 700 US-Dollar. Für die Analysten ist die Rallye vor allem technisch getrieben.
Damit erinnert die Rallye an frühere Meme-Aktien-Episoden wie GameStop: hohe Leerverkaufsquoten, aggressive Privatanleger und Kurssprünge, die sich zunehmend von klassischen Bewertungsmaßstäben lösen. Ob der Höhenflug anhält oder abrupt endet, dürfte vor allem davon abhängen, wie lange die Kaufdynamik stärker bleibt als der Verkaufsdruck. Am Mittwoch sind die Vorzeichen zunächst wieder grün.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

