Quartalszahlen überraschen
Boeing schlägt Erwartungen – ist das der Anfang eines Comebacks?
Boeing verliert deutlich weniger als befürchtet, steigert den Umsatz und erhöht das Tempo bei der Produktion. Ist das die lang ersehnte Wende?
- Weniger Verlust als erwartet und Umsatzplus
- 737 Max Fertigung bei ungefähr 42 pro Monat
- Lieferungen plus zehn Prozent und Stabilität
- Report: Vergessen Sie Gold, Silber und Öl: Nächste Megarallye startet!
Boeing hat im ersten Quartal einen deutlich geringeren Verlust als erwartet verbucht und zugleich mehr umgesetzt als von Analysten prognostiziert. Damit setzt der Flugzeugbauer ein erstes Zeichen im Bemühen, die jahrelangen Belastungen durch Sicherheits- und Produktionsprobleme einzudämmen.
Insgesamt legten die Erlöse in den ersten drei Monaten des Jahres um 14 Prozent auf 22,22 Milliarden US-Dollar zu. Der Nettoverlust sank auf sieben Millionen US-Dollar oder elf Cent je Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatte Boeing noch einen Fehlbetrag von 31 Millionen US-Dollar oder 16 Cent je Aktie ausgewiesen. Bereinigt um Sondereffekte lag der Verlust bei 20 Cent je Aktie.
Vorstandschef Kelly Ortberg hatte die Führung im August 2024 übernommen. Seitdem versucht er, Boeing nach mehreren Krisenjahren mit Sicherheitsmängeln, Produktionsstörungen und milliardenschweren Folgen wieder zu stabilisieren.
Besonders im wichtigen Geschäft mit Passagierjets zeigten sich im Quartal Fortschritte. Boeing lieferte 143 Verkehrsflugzeuge aus und damit zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz der Sparte stieg um 13 Prozent auf 9,2 Milliarden US-Dollar. Allerdings schrieb der Bereich operativ weiterhin rote Zahlen.
Produktion zieht wieder an
Nach Unternehmensangaben liegt die Fertigungsrate bei der 737-Max-Reihe inzwischen bei etwa 42 Maschinen pro Monat. Weitere Steigerungen hängen jedoch von einer Freigabe durch die Federal Aviation Administration ab. Die US-Luftfahrtbehörde hatte nach dem Beinahe-Unglück um einen herausgerissenen Türverschluss im Januar 2024 enge Vorgaben gemacht.
Zugleich hält Boeing an seinem Zeitplan für die beiden lange verzögerten Modelle 737 Max 7 und 737 Max 10 fest. Der Konzern rechnet weiterhin mit einer Zertifizierung noch in diesem Jahr. Die Auslieferungen sollen dann 2027 beginnen.
Auch abseits des zivilen Flugzeuggeschäfts lief es besser. Der Umsatz im Rüstungsgeschäft kletterte um 21 Prozent auf 7,6 Milliarden US-Dollar. Im Dienstleistungsgeschäft stand im ersten Quartal ein Plus von sechs Prozent auf 5,37 Milliarden US-Dollar zu Buche.
Damit zeigt der Quartalsbericht, dass Boeing operativ an Stabilität gewinnt. Der Konzern ist zwar noch nicht zurück in der Gewinnzone, die Richtung stimmt aus Sicht der Investoren aber vorerst. Die Aktie zieht an.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
Die Boeing Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +3,21 % und einem Kurs von 193USD auf Tradegate (22. April 2026, 13:44 Uhr) gehandelt.
