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Milliarden weg, Airlines kürzen Flüge: Der Iran-Krieg trifft Thailand brutal
Bangkok streicht nicht dringende Ausgaben in Milliardenhöhe. Chinesische Airlines reduzieren internationale Flüge. Der Sommer-Tourismus bricht ein. Der Iran-Krieg zieht immer weitere Kreise.
- Thailand kürzt nicht dringende Ausgaben stark
- Chinesische Airlines reduzieren internationale Flüge
- Sommertourismus bricht ein, Haushalt belastet
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Thailand reagiert auf den jüngsten Ölpreisschock infolge des Nahostkonflikts mit einem Sparkurs und einer Neuordnung seiner Staatsausgaben. Die Regierung von Premierminister Anutin Charnvirakul will das Defizitziel für das am 1. Oktober beginnende Haushaltsjahr 2027 bei 788 Milliarden Baht (rund 24,5 Milliarden US-Dollar) belassen. Im laufenden Jahr wird noch mit einem Defizit von 860 Milliarden Baht gerechnet.
Um das Ziel zu erreichen, plant Bangkok laut Bloomberg Ausgabenkürzungen und Umschichtungen innerhalb des Haushalts von insgesamt 3,79 Billionen Baht. Nach Angaben von Finanzminister Ekniti Nitithanprapas sollen 95 bis 125 Milliarden Baht freigemacht werden, indem ungenutzte Mittel von Behörden zurückgefordert und nicht notwendige Ausgaben gestrichen werden. Betroffen sind unter anderem Auslandsreisen, nicht dringende Bauprojekte und regionale Entwicklungsprogramme.
Die Regierung will die Mittel stattdessen in Projekte mit langfristigem Spareffekt lenken. Als Beispiel nannte der Minister Solaranlagen auf staatlichen Gebäuden, die Energiekosten senken und den Haushalt entlasten sollen. Eine Anhebung der Schuldenobergrenze von derzeit 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steht zwar im Raum, soll aber frühestens im nächsten Haushaltszyklus geprüft werden.
Der finanzpolitische Druck wächst, weil höhere Energiepreise und eine schwächere Konjunktur gleichzeitig auf die Wirtschaft treffen. Das zeigt sich besonders im Tourismus, einer Schlüsselbranche des Landes. Nach Einschätzung der Association of Thai Travel Agents (ATTA) könnten Flüge aus China nach Thailand im Sommer 2026 rund 30 Prozent unter dem normalen Niveau liegen.
ATTA-Präsident Thanapol Cheewarattanaporn erklärte, einige chinesische Fluggesellschaften hätten wegen der gestiegenen Treibstoffkosten bereits begonnen, internationale Verbindungen zu reduzieren. Besonders Charteranbieter könnten derzeit kaum langfristig planen. "Derzeit können Charterfluggesellschaften nur etwa einen Monat im Voraus planen", sagte er. "Die Lage ist so ungewiss, dass es sehr schwierig ist, langfristig zu planen, da sich die Kosten jederzeit verdoppeln könnten."
Auch bei den chinesischen Maifeiertagen blieb der sonst übliche Nachfrageanstieg aus. Statt eines erwarteten Zuwachses von rund 30 Prozent bewegte sich die Nachfrage lediglich auf normalem Niveau. Zudem reisen laut Branchenverband mehr chinesische Urlauber individuell statt in klassischen Gruppenreisen.
Damit trifft der Ölpreisschock Thailand an zwei empfindlichen Stellen zugleich: bei den Staatsfinanzen und beim wichtigen Tourismussektor.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

